Vielen Dank für diese Reise in die Vergangenheit, die mich emotional sehr berührt hat.Beim Lesen wurde mir einiges klar. Manche Verhaltensweisen meiner Großeltern und Schwiegereltern, die sich auch z. T. als Kinder auf die Flucht begeben mussten. Aus Ost- und Westpreußen und Hinterpommern. Meine Großeltern haben niemals über ihre Erlebnisse während des Krieges und der Flucht gesprochen. Meine Schwiegereltern reden zum Teil darüber, lassen traumatische Erlebnisse aber aus.Ein wirklich lesenswertes Buch!
Bunzlauer Porzellan? Gibt’s nicht. Bunzlauer Keramik gibt es.Ein Masure fängt einen Satz mit „nu“ an, nicht mit „ei“ (hessisch, säschsisch…). Schmandkuchen ist ebenfalls hessisch. Wäre er masurisch, wäre es Mohn-Schmandkuchen.Das wäre noch verzeihlich und eben ungenügender Recherche zuzuordnen.Der Klops aber ist: Idstein (Taunus) und Butzbach wie auch Bad Nauheim (Wetterau) liegen keineswegs im gleichen Landstrich. Die Burg Eltz gehört gar in ein anders Bundesland, nämlich nicht nach Hessen, sondern nach Rheinland-Pfalz, und befindet sich dort im Moselhinterland. Wie man alles in einen einzigen Landstrich „Taunus“ zusammenlegen kann, ist sträfliche Nachlässigkeit und eine geografische Schludrigkeit.Die Studenten siezen sich. Das dürfte zuletzt in den1950er-Jahren der Fall gewesen sein. Deren Sprache würde schon in den 1970er-Jahren sehr anders geklungen haben sein als der Duktus des Autors. Dass sie sich für Grog erwärmen können, halte ich für eher unwahrscheinlich.In Cambridge, wie in ganz England, trinkt niemand Tee aus einem Glas. Vielmehr werden die bei uns als Kaffeebecher verwendeten „mugs“ dafür genommen.Torun (Thorn) konnte erst nach 2004 so hübsch restauriert werden, weil erst da Polen EU-Mitglied wurde und die Restaurierung mit EU-Fördermittln finanziert wurde. Gleichzeitig ist die Rede von einem Memorystick, der mit dem Fernseher „gekoppelt“ wurde. Der Stick stammt aus den 1990er-Jahren und wäre bis zum aufgehübschten Torun veraltete Technologie gewesen. Dass ein USB-Stick gemeint sein könnte, widerlegt das „Koppeln“ mit dem Fernseher.Die Boote auf der Krutyna sind keineswegs klein sondern lange, schmale Holzboote, die gestakt werden.Was mich aber am meisten stört, ist das „Happy End“. Viele Flüchtlinge und Vertriebene können zwar zurück in das Land ihrer Ahnen reisen, finden dort aber teils die Orte ihrer Herkunft gar nicht mehr vor oder oftmals in erbarmungswürdigem Zustand. Was als Fluchtgeschichte noch halbwegs realistisch beschrieben wurde, endet als schlecht ausgedachtes Märchen.Über den Plural „die Masuren“ habe ich mich dann schon gar nicht mehr gewundert.Alles in allem ein absolut enttäuschendes Buch für mich. Unglaubwürdig und miserabel recherchiert.