Alles ist Dada: Emmy Ball-Hennings
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Alles ist Dada: Emmy Ball-Hennings

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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Alles ist Dada | Emmy Ball-Hennings | Fernando Gonzáles Viñas (u. a.) | Taschenbuch | 232 S. | 2020

Bewertungen & Erfahrungen

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AJuM Sachsen-Anhalt 10.06.2024 amazon.de
Das Comic-Duo Fernando González Viñas (Text) und José Lázaro (Zeichnungen) setzt sich in seinem zweiten gemeinsamen Projekt mit einer Künstlerin auseinander, die ebenso widersprüchlich und durch eine innere Zerrissenheit geprägt ist wie die Zeit, in der sie lebt. In „Alles ist Dada“ erzählen sie in acht Kapiteln das Leben von Emmy Ball-Hennings, die heute noch immer im Schatten ihres berühmten Ehemanns Hugo Ball, dem Urvater des Dada, steht. Zu Unrecht wie Viñas und Lázaro finden, denn Emmy Ball-Hennings ist weit mehr als das: Sie ist Sängerin und Schriftstellerin, Muse und Geliebte, Prostituierte und Katholikin und vor allem ist sie Mitbegründerin und maßgebliche Künstlerin des berühmten Zürcher Cabaret Voltaire, das vor etwas mehr als 100 Jahren zur Geburtsstätte der Dada-Bewegung werden sollte. Konsequent erzählt der Comic daher auch das Leben von Hennings noch vor der Begegnung mit dem Herrn „mit unmöglichen Pony und Prophetenaugen“. Von Beginn an wird Hennings als unbequeme Frau gezeichnet. Als Tochter eines Seefahrers scheint ihr die Abenteuerlust schon bei der Geburt im Jahr 1885 in die Wiege gelegt worden zu sein: So entscheidet sie sich nach der Schule dann auch gegen den Willen ihrer Eltern für den Beruf als Schauspielerin, verliebt sich, wird schwanger, lässt ihr Kind später zurück, um es erst Jahre später zurückzuholen, sie nimmt Drogen, trinkt und kommt mit dem Gesetz in Konflikt. Daneben schlägt sie sich in München und Berlin unter prekären Lebensumständen als Sängerin, Gelegenheitsprostituierte und Schauspielerin durch. Dort macht sie die Bekanntschaft von Künstlern der Zeit, darunter Johannes R. Becher, Frank Wedekind und Erich Mühsam. Während ihre Liebschaften beständig wechseln, werden Morphium und Äther über viele Jahre zu ihren engsten Begleitern, denen sie schließlich auch ihre ersten Gedichte, die „Ätherstrophen“, verdankt. Immer wieder zeigt der Comic durch die hochpoetischen Gedanken und Notizen Hennings‘, wie zerbrechlich und sensibel die Frau, die so kokett und zäh wirkt, in Wirklichkeit ist. Dass sich der Szenarist González Viñas mit Hennings schon lange Zeit intensiv beschäftigt hat (u.a. hat er Texte von Hennings und Ball ins Spanische übersetzt), ist dem Band deutlich anzumerken. Lazaró setzt die Geschichte durchgehend in Schwarz-Weiß-Bilder um, die sich ebenso nah an den wenigen von Henning veröffentlichten Bildern orientieren und zahlreiche zeithistorische Details aufweisen.„Alles ist Dada“ erzählt damit nicht nur die schillernde Lebensgeschichte einer starken, widersprüchlichen Frau, sondern auch ein Stück Literaturgeschichte, das oft die Frauen übersieht. So klärt Hennings an einer Stelle etwa auf, dass der rätselhafte Begriff „Dada“, über dessen Bedeutung immer wieder spekuliert wird, von ihr selbst geprägt wurde: Auf die Wohnungstür zeigend ließ sie so ihren Ehemann Hugo Ball wie einen kleinen Jungen wissen, dass sie ausgehen möchte. „,Da‘ ist ja ein deutsches Adverb, das habe ich bereits in meinem Manuskript ‚Rebellen und Bekenner‘ erklärt. Warum wird es also von keinem Kunsthistoriker berücksichtigt? Vielleicht weil ich eine Frau bin.“Weitere Rezensionen auf ajum.de
_leserin_ 10.06.2024 amazon.de
Emmy Ball-Hennings hat gemeinsam mit ihrem Mann, Hugo Ball, 1916 in Zürich das Cabaret Voltaire gegründet. Es bestand nur ein paar wenige Monate, jedoch war das ausreichend, um den Grundstein für die Dada-Kunst zu legen. Wie jedoch so oft, wenn Frauen einen großen Beitrag leisten, wird das leicht vergessen, unter den Tisch gekehrt und die Männer schmücken sich mit ihren Federn. Diese Graphic Novel erinnert an Emmy Ball-Hennings und ihre Leistungen zur Dada-Kunst.Emmy Hemmings hatte wahrlich kein einfaches Leben. Sie beschloss, nach dem Tod ihres Vaters 1901, Schauspielerin zu werden. Sie tourte durch Deutschland, war ein gefeierter Star und Muse vieler namhafter Künstler. Es gab aber auch Zeiten, da war das Geld knapp und sie musste dafür das Bett mit Männern teilen, aber auch ihre Morphium- und Äthersucht war kostspielig. Weiters musste sie auch sechs Wochen im Gefängnis verbringen, diese Zeit brachte sich auch literarisch zu Papier.Als der Erste Weltkrieg in Europa ausbrach, floh sie mit ihrem Freund Hugo Ball in die Schweiz. Dort versuchten sie der Literatur und Kunst einen Rahmen zu geben und gründeten das Cabarett Voltaire. Jene Kunst, die dort gezeigt wurde, wurde als Dada bezeichnet. Sie passte in kein bis dahin gekanntes Schema. Diese Kunst sollte provozieren, exzentrisch sein und musste nicht unbedingt gefallen.Die Graphic Novel ist nur in schwarz-weiß, wie mit Bleistift gezeichnet. Es ist ein sehr nüchterner und klarer Zeichenstil und lebt vor allem davon, dass Gesichtsausdrücke die Stimmung in dem Buch spiegeln und diese ist oft sehr düster.Ich habe diese GN auf einen Sitz weggelesen, denn sie war so interessant und vieles für mich neu. Der Schreibstil in Kombination mit den Zeichnungen lassen sich so gut lesen und am Ende hat man eine interessante, starke Frau kennengelernt, der leider zu wenig Beachtung geschenkt wurde.
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