Die von Curtiss entwickelte P-40-Serie war in gewisse Weise das "Arbeitspferd" unter den Jagdflugzeugen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg. Ohne den Glamour von Maschinen wie der "Spitfire" und der "Mustang", vielfach auch den gegnerischen Flugzeugen unterlegen, spielte sie trotzdem vor allem in den frühen Kriegsjahren eine wichtige Rolle als Jäger und Jagdbomber. Insgesamt wurden fast 14.000 Fugzeuge gebaut und an fast allen Fronten eingesetzt, vom Mittelmeerraum über die Sowjetunion bis China und den Pazifik.Mit diesem Modell hat sich Hobbyboss der ersten in Großserie gebauten Version angenommen. Man bekommt hier ein typisches "Easy Assembly"-Modell des chinesischen Herstellers: es gibt fein gravierte Oberflächendetails, eine sehr überschaubare Teilezahl und einen innovativen Aufbau, der einem das Basteln deutlich erleichtert. Pate stand offenbar das Modell von "Trumpeter", was auch an einigen dort anzutreffenden Ungenauigkeiten wie die hervorstehende Abdeckung des Fachs für das Funkgerät zu sehen ist. Die Passgenauigkeit ist gut, etwas Probleme hatten wir lediglich an den Flügelwurzeln. Wie bei vielen Modellen ist die Darstellung der textilbespannten Steuerflächen wenig überzeugend. Im Orginal sitzen sie deutlich straffer. Das Cockpit ist konstruktionsbedingt sehr spartanisch, die Cockpithaube sitzt leider ziemlich schlecht, so dass breite Spalten zurückbleiben. Die Fahrwerkklappen hat man (wie bei der Spitfire Vb) weggelassen, so dass man sie im Eigenbau ergänzen muss, wenn man sie will. Das ist insbesondere notwenig, wenn das Modell mit eingezogenem Fahrwerk gebaut werden soll. Die Decals sind ordentlich, die Infos zu den darstellbaren Maschinen aber spartanisch. Darstellbar ist eine Maschine des in China eingesetzten Freiwilligenverbands "Flying Tigers" in Kunming, 1942, geflogen von Flight Leader Charles L. Older, mit dem attraktiven "Haifischmaul", und eine in Nordafrika eingesetzte "Tomahawk" der 250. Squadron der britischen Royal Air Force in Wüstentarnung ("Dark Earth" und "Middle Stone" über "Azure Blue"), geflogen von dem Australier und damaligen Leutnant Clive Caldwell, der 22 seiner 28,5 Luftsiege mit verschiedenen Versionen der P-40 erzielte. Diese Decals sind - zumindest, wenn man es genau nimmt - unbrauchbar, weil die Buchstaben schwarz statt weiß gedruckt sind. Das ist eine leider für Hobbyboss typische, aber schwer zu verstehende Schlamperei. Wie die korrekten Markierungen aussehen, lässt sich schon mit einer schlichten Recherche im WWW herausfinden.Ich selbst ziehe den neuen Bausatz von Airfix vor, der ebenfalls die Maschine Olders darstellt, aber für meinen Sohn war dieses Projekt genau richtig. Für Anfänger oder Modellbauer, die mal nicht wochenlang mit Resin und Ätzteilen herumfummeln, sondern wie in alten Tagen ein Modell in ein paar Stunden bauen und bemalen wollen, genau richtig.