Gänsehaut pur ...Dieser Mann und seine Gitarre sind ein Beben in der Musiklandschaft. Sicher war sein erster Auftritt in der Royal Albert Hall auch für ihn etwas ganz besonderes und das mag man seinem Spiel und dem Gefühl, das es beim Zuhörer auslöst auch anmerken ...Aber hier greift ein ganz Großer in die Saiten.Er interpretiert den Blues modern und zeitgemäß mit klarem akzentuierten Sound. Er braucht keinen verspielten "Firlefanz" sondern einfach seinen Sound um eine Atmosphäre in die altehrwürdige Halle zu zaubern, der seinesgleichen sucht.Dadurch, dass zwei komplette Drumsets während des ganzen Konzertes zugange sind, geht die Musik sehr druckvoll vorwärts und auch die langsamen Nummern haben einen außergewöhnlichen Drive, der sicher zu einem Gutteil durch doppelten Drums abgerufen wird, manch anderer Gitarrist würde davor vielleicht um seine Hauptrolle kämpfen müssen, Bonamassa nicht. Er spielt auf diesem "Hochfloor-Rhythmus-Teppich" mit einer Leichtigkeit und Sicherheit die den Zuhörer einfach fasziniert bis hin zu fassungslosem staunen, selbst er alleine, nur mit einer akustischen Gitarre besteht spielend das Duell mit den Doppeldrums.Die Begleitmusiker sind ebenso von bestechender Qualität, Bonamassa wechselt mehrfach die Gitarren und gibt dabei dem Publikum kaum eine längere Gelegenheit zu applaudieren, er will einfach nur spielen.Man merkt dem Konzert vom ersten bis zum letzten Ton an, dass er es in vollen Zügen genießt, sich seinen Jugendtraum zu erfüllen als Gitarrist in der Royal Albert Hall zu spielen und liefert hier einen Auftritt ab, der das ganze Spektrum seines außergewöhnlichen Könnens zeigt. Der Gastauftritt von Eric Clapton verkommt zu einer reinen Staffage, aber einzig weil die Präsenz und Dominanz von Bonamassas Gitarrenspiel mit seiner Kraft und Virtuosität überdeutlich zeigt, wer die Vergangenheit ist und wer die Gegenwart, wenn nicht die Zukunft.Ich empfehle wärmstens zusätzlich die Video-DVD dieses Auftritts, hier wird die ganz besondere Stimmung und Atmosphäre, die diesen Gig trägt noch deutlicher als in der reinen Audio-Variante.Anspieltipp für Menschen, die Balladen mögen: "Mountain Time". Ein Song der aus drei Teilen besteht, ein wunderbar langes getragenes Intro, bei dem Bonamassa seiner Gitarre Klänge entlockt, die aus einer nepalesischen Sithar zu kommen scheinen, dann geht es fast unmerklich in balladeske Bluesklänge über, die den Gesangsteil des Stücks begleiten um dann in ein fulminantes aber dennoch federleichtes und in verhaltenem Tempo gespieltes Gitarrensolo zu münden, bei dem Bonamassa sein ganzen Können als Gitarrist zu zeigen vermag, als wenn pures flüssiges Gold aus seinen Saiten rinnen würden, zum Niederknien schön.Wirklich absolut empfehlenswert, mit Abstand das Beste, das ich seit langem gehört habe und ich habe viele der alten Bluesrocklegenden dank meines Alters noch live auf der Bühne erleben dürfen - herausragend.
Ich kenne dieses Album bereits von CD.Da ich neuerdings auch via Schallplatte höre , habe ich mir diesen wirklich genialen Konzertmittschnitt nochmal als Vinyl geleistet.Die Pressung ist absolut vorbildlich !Die beiden180gr Platten liegen absolut plan auf dem Teller.Keinerlei Rauschen , Rumpeln , oder Ähnliches.Nur Musik ...Den Klang der Doppel LP empfinde ich im besten Sinne als sehr ausgewogen.Die Höhen neigen nie zum Zischeln . Sie sorgen jedoch für gute Auflösung und gehen nahtlos in den Mittelton über , welcher gut artikuliert klingt und natürlich wirkt.Der Bassbereich gesellt sich wohl dosiert dazu.Er ist nicht sonderlich intensiv, passt im Verhältnis jedoch prima zum restlichen Klangbild.Insgesamt ergibt sich ein leicht warm temperiertes , aufschlussreiches und druckvolles Klangbild , welches Laune macht.Die Wiedergabe via Schallplatte mit der einer digitalen Quelle zu vergleichen , mag nicht immer unbedingt aufschlussreich sein.Der persönliche Geschmack lässt Vergleiche oft objektiv erscheinen.Aber gut ,ich persönlich tendiere in diesem Fall mehr zum Vinyl.Das in sich mehr geschlossene Klangbil ohne irgendwelche tonalen Ausreißer, reizt mich einfach mehr .