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Is That a Fish in Your Ear? | Translation and the Meaning of Everything | David Bellos | Taschenbuch
Bewertungen & Erfahrungen
4,8 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★3
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1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion23.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein interessantes und witziges Buch, das zum Nachdenken anregt, auch wenn die Botschaft nicht immer sofort klar ist. Die Illustrationen sind gelungen, aber der Inhalt ist eher philosophisch als rein humorvoll.
Seit Menschen sprechen, wird übersetzt, und seit Menschen übersetzen, ist nur eines entscheidend: Die Information zu vermitteln, auf die es ankommt, und zwar mit der kommunikativen Kraft des gesprochenen oder geschriebenen Originals. Alles andere ist Beiwerk. Dass das Übersetzen trotzdem eine hohe, äußerst vielschichtige Kunst ist, breitet David Bellos in 32 kurzen, aber mit viel Herzblut des erfahrenen Praktikers geschriebenen Kapiteln aus.Durch diese zieht sich als roter Faden die Überzeugung, dass alles übersetzbar ist, wenn man nur will und kann (und manchmal etwas Glück hat). Wobei man trefflich darüber diskutieren kann, was eine "gute" und "richtige" Übersetzung ist: Für spröde Gesetzes- und Vertragstexte, die in verschiedenen Sprachen exakt das Gleiche aussagen müssen (allein schon ein so vertrauter Begriff wie "Menschenrechte" stellt die Sprachexperten in all den Ländern vor knifflige Aufgaben, in denen zwischen "Mensch" und "Mann" nicht unterschieden wird), gelten völlig andere Kriterien als für Literatur, wo sich die Mittel und Wege, das Andersartige der Quellsprache in der Zielsprache zum Ausdruck zu bringen, sich im Laufe der Zeit stark geändert haben.Der delikate Aspekt der Sprachhierarchie mit "Aufwärts-" und "Abwärtsübersetzen" wird sehr diplomatisch erörtert, wobei diese Hierarchie weder für alle Zeiten fixiert noch ausschließlich machtpolitisch begründet ist: Latein stand für 1000 Jahre ganz oben, nachdem das Römische Reich längst kollabiert und Latein nirgendwo mehr Muttersprache war. Diese Funktion besitzt heute natürlich das Englische, das Quell- oder Zielsprache von fast 90% aller Literaturübersetzungen der letzten zehn Jahre ist.Während Bellos sich der Frage, wie Poesie übersetzt werden kann, sehr ausführlich widmet, fällt das Kapitel zur Übersetzbarkeit von Humor leider sehr kurz aus. Hier hätte ich mir etwas mehr gewünscht als nur ein funktionierendes und ein nicht funktionierendes Beispiel. Es sind doch wohl nicht nur Wortspiele, die bei der Übersetzung von Pointen Probleme bereiten. In einem Punkt konzediert Bellos übrigens, dass sich nicht alles übersetzen lässt: Dialekt als Charakteristikum der Zugehörigkeit zu einer Bevölkerungsgruppe. Alle Versuche, schottische Hochländer z. B. Bayrisch reden zu lassen, sind zum Scheitern verurteilt. Das gilt für Literatur ebenso wie für Film.Sehr interessant fand ich auch die Abschnitte zu den geradezu übermenschlichen Leistungen der Simultanübersetzer, deren Beruf überhaupt erst erfunden werden musste, um die Nürnberger Prozesse möglich zu machen, und zu den Entwicklungen bei computergenerierten Übersetzungen - wobei diese umso erfolgreicher sind, je mehr sie bereits vorhandene, von Menschen erstellte Übersetzungen abschöpfen. Ein Umstand, den Google nicht unbedingt in den Vordergrund stellt.Zum Abschluss noch ein kleiner Kritikpunkt: Zu den zahlreichen Beispielen in kyrillischer und chinesischer Schrift hätte ich mir doch eine Transkription gewünscht. So haben die Zitate oder Begriffe eher dekorativen Charakter.
Das Buch ist relativ umfassend, was die Idee von Übersetzung ist, wie deren Geschichte verlief und wie unglaublich groß die Gefahren sind,die einhergingen. Schockierend fand ich, das heute fast alle Übersetzungen entweder ins Englische oder daraus gemacht werden und hauptsächlich von Übersetzern deren Muttersprache nicht Englisch ist. So entwickelt sich eine englische Sprache die hauptsächlich von nicht-Muttersprachlern kreiert wird, aber allgemein verständlich ist, die, aber es an Feinheit und Tiefe fehlt. Was die Menge an Übersetzungen angeht, schneidet Deutsch jedenfalls (nach Englisch) gut ab und die Qualität der Übersetzungen ins Deutsche ist angeblich sehr gut....
Bellos schreibt leicht zugänglich und spannend. Seine "Geschichten" sind dabei wissenschaftlich unterbaut. Interessant, spannend, informativ, lehrsam, integer. Lesenswert für alle die sich mit Sprache(n) beschäftigen, sei es hobby- oder berufsmäßig.
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Letzte Aktualisierung: 20.10.2026 18:18 Uhr.