Silence ist endgültig gefallen, aber damit sind nicht alle Auswüchse dieser Zeit einfach verschwunden. Oder doch? Was ist eigentlich aus den gefürchteten Rehabilitations-Zentren geworden, die unangepasste Psy in Gemüse auf zwei Beinen verwandeln konnten? Und was aus den Unglücklichen, die dort hingeschickt wurden?Pax Marshall muss feststellen, dass seine Familie mit diesen Zentren gutes Geld verdient hat … und dass es offensichtlich immer noch Geheimnisse in diesem Zusammenhang gibt. Um diesen auf den Grund zu gehen, schickt er seine engste Vertraute nach Moskau: seine Zwillingsschwester Theodora.Theo denkt, sie hätte schon alles erlebt, aber nichts hat sie auf einen außerordentlich charmanten Bärenwandler vorbereitet, der sich mit lässiger Zielstrebigkeit (Ja, das ist ein Wiederspruch in sich. Aber: Bären!!!) und köstliche Süßigkeiten in ihr Herz stiehlt. Doch was wird Yakov tun, wenn er erfährt, wozu Theo fähig ist?Hm. Ich lese und liebe die Psy-Changeling-Serie von Nalini Singh schon von Anfang an. Sie schafft es immer wieder, Szenen zu schreiben, die mich mitten ins Herz treffen, die ich einfach genieße und von denen ich nicht genug bekommen kann.Aber wenn ich ehrlich bin: Die Zutaten von „Resonance Search“ sind altbekannt und eigentlich nur ein wenig neu zusammengemischt. Charmanter Wandler trifft innerlich verletzte Psy mit Geheimnis und möglicherweise tödlichen Fähigkeiten? Check! Besagter Wandler verwöhnt sie mit Körperprivilegien und unwiderstehlichen Leckereien? Check! Toller Zusammenhalt im Clan? Check! Niedliche Wandlerkinder? Check! Größenwahnsinnige, grausame, gaaaanz böse Psys? Check!Ein wenig ärgerlich – um nicht zu sagen nervig - sind die vielen Rückblenden, die im Grunde eine fast schon eigenständige Geschichte erzählen, deren Kernaussage Fans der Serie aber mittlerweile kennen. Soll hier vielleicht für Quereinsteiger noch einmal dargelegt werden, wie die Anfänge von Silence aussahen?Wirklich neu ist vielleicht, dass Nalini Singh uns hier nicht nur eine Love-Story erzählt, sondern eine zweite, die sich schon über einige Bände hinzieht, auf eine neue Ebene hebt.Außerdem gibt es einen wirklich interessanten Twist in der übergreifenden Rahmenhandlung. Eine geschickte Strategie der Autorin! Das wird zumindest mich dazu bringen, auch den nächsten Band zu kaufen, weil ich einfach wissen will, wie es weiter geht.Fazit: Theo und Yakov sind … ganz nett. Sie hätten das Zeug zu einem richtig tollen Paar. Vor allem Theo ist eine unheimlich interessante Persönlichkeit. Aber leider räumt Nalini Singh ihren Helden nur sehr wenig Raum ein, in dem sie sich entfalten können. Stattdessen schwelgt sie mal wieder Seite um Seite in der Beschreibung von alten Grausamkeiten, die ihre Finger bis in die Gegenwart strecken.Ich bin nicht sicher, wie ich „Resonance Surge“ bewerten soll. Ich liebe es einfach, wie Nalini Singh mit Worten umgeht. Davon kann ich nicht genug bekommen. Aber trotzdem: Diese Story hier ist dünn. Die tolle Beschreibung niedlicher Mini-Bären-Gangster kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Hauptcharaktere kaum Zeit und Raum für eine nachvollziehbare Entwicklung hatten.Von mir gibt es diesmal nur 3 von 5 Sternen.