Stoner: (New York Review Books Classics): Introduction by John McGahern
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Stoner: (New York Review Books Classics): Introduction by John McGahern

Hersteller: Nyrb Classics  ·  MPN: 559693
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Produktbeschreibung

New York Review of Books

Bewertungen & Erfahrungen

4,8 von 5,0
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 22.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Stoner ist ein wahres Meisterwerk, das man unbedingt lesen sollte; diese ruhige Geschichte über das Leben eines englischen Professors ist tief berührend und faszinierend.
Redaktion 22.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Buch hat eine solide Papierqualität und die Bindung hält gut, was für einen Lehrgebrauch wichtig ist. Die Textdarstellung ist klar und gut lesbar, auch bei längerem Lesen. Beim Durchblättern der Seiten ist die Formatierung angemessen für den Unterricht.
Gerhard Mersmann 28.02.2024 amazon.de
Die Literatur und die Geschichten um sie herum sind deshalb so interessant, weil sie sehr oft in einem Mikrokosmos Rationalität wie Irrationalität des menschlichen Daseins rekonstruieren oder simulieren. Nichts, was dort, wo Literatur entsteht, nicht tatsächlich existierte, kein menschlicher Abgrund und keine charakterliche Größe, kein noch so begnadetes Schicksal wie tragisches Scheitern, was dort nicht vorkäme. Manche Werke, die aus den dem Leben so getreu entnommenen Bedingungen entstanden, entsprechen daher auch den Resultaten der übrigen menschlichen Bemühungen: Manches gerät genial, anderes versinkt in der Trivialität.Der Texaner John Williams wurde 1922 geboren und hat das meiste, was er in seinem erfolgreichsten Roman mit dem Titel Stoner beschreibt, selbst erlebt. Es ist kein autobiographisches Werk, aber es trägt frappierende biographische Züge. Williams wie seine Kunstfigur Stoner stammten aus einer armen Farmerfamilie, beide studierten Literatur an den teilweise gleichen Orten, beide durchliefen eine eher mäßige, dafür aber von Leidenschaft geprägte Wissenschaftskarriere und beide hatten wenig Glück mit ihren Frauen.Umso erstaunlicher ist es, dass der Autor John Williams die Geschichte Stoners, die sein gesamtes Leben bis zu seinem Hinscheiden beschreibt, bereits im Alter von 43 Jahren zeichnetze und es ihm gelang, eine Distanz zu wahren, die angesichts der biographischen Analogien nahezu mystischen Charakter hat. Doch diese Qualität korrespondiert mit einer sehr hohen Erzählkunst, die es vermag, ohne Überraschungsmomente und ohne wilde szenische Eskapaden über den ganzen Roman, der besser als eine Erzählung eingeordnet werden muss, bis zum Schluss, der aber vom Resultat her bereits als Ergebnis bekannt ist, eine extrem hohe Spannung zu halten. Und obwohl von der ersten Zeile an deutlich wird, dass kein Happy End zu erwarten ist und obwohl beim Prozess des Lesens das Unbehagen über das Unausweichliche wächst, folgt Leser wie Leserin den gekonnt formulierten Worten bis zum bitteren Ende.Und worum geht es? Es geht um den Aufstieg eines Landproletariers in die bildungsbürgerliche Mittelschicht zwischen dem II. Weltkrieg und des sechziger Jahren des XX. Jahrhunderts. Es geht um Schlüsselerlebnisse wie den Krieg und deren unterschiedlicher Verarbeitung. Es geht um die Karrierekämpfe in einem Wissenschaftsbetrieb. Es geht um die Scheinheiligkeit und das Unaussprechliche der Mittelstandsehe dieser Zeit. Und dennoch geht es um Liebe und Leidenschaft.Das Geheimnis Stoners, der das menschliche, existenzielle Leid durchwatet wie ein Flutopfer, ohne seine energetische Stetigkeit zu verlieren, ist die Passion, die er in der Literatur gefunden hat und die es ihm ermöglicht, das fiktive Sein mit dem realen zerfließen zu lassen, ohne dabei den Verstand zu verlieren. Mit der Literatur ist ihm die gesellschaftliche Emanzipation gelungen, für sie hat er eine Passion entwickelt, die selbst das Areal der menschlichen Liebe in den Schatten stellt. Die einzige Affäre, in dem es ihm gelingt, eine Frau über die Grenzen der restringierten Bürgerlichkeit zu lieben, entwickelt sich nicht aus Zufall aus einer Beziehung von Literaturwissenschaftlern. In ihr hat die ent-tabuisierte Größe der Leidenschaft ihren Platz und nur in ihr ist die Übereinstimmung zu finden, dass das Schöne immer mit dem Scheitern korrespondiert und das Ende nicht ausgeblendet werden kann.Der 1965 erschienene Stoner ist eine grandiose Erzählung über die Passion, die Bildung in der Lage ist zu erzeugen, über die Zerbrechlichkeit der menschlichen Liebe und die Nichtigkeit der materialistischen Existenz.
Oparazzo 28.02.2024 amazon.de
William Stoner, der Bauernsohn, der am Landwirtschafts-College mehr oder weniger zufällig feststellt, dass in ihm ein Literaturprofessor steckt, ist ein spröder Protagonist. Seinen Sympathievorschuss als bildungshungriger Junge aus einfachsten Verhältnissen setzt er beim Leser schnell aufs Spiel, wenn der ihm dabei zusehen muss, wie er Privat- und Berufsleben mehr oder weniger gründlich in den Morast fährt. Dass er die falsche Frau heiratet, sieht man ihm noch nach - wie wenig durfte man damals in der Regel über den Menschen wissen, mit dem man den Rest seines Lebens verbringen würde, und wie schwer war es dann, einen Fehler zu korrigieren - aber dass er diese Frau auch seine Beziehung zur gemeinsamen Tochter ruinieren lässt, ist nicht zu verstehen.Dass seine Karriere nie recht in Gang kommt, liegt zum einen am fehlenden Ehrgeiz - mehr als eine Assistenzprofessur scheint jenseits seines Vorstellungsvermögens zu liegen - zum anderen an seiner Charakterstärke, mit der er die Ränkespiele einer Universität eben nicht mitspielt, und die von anderen meist als Sturheit empfunden wird. Die Indifferenz, mit der alles über sich ergehen lässt, liest sich ausgesprochen ernüchternd, und man ist dankbar für jede Ausnahme.Und doch ist es ein wunderbares Buch. In schöner, klarer, ein wenig altertümelnder Sprache - passend zur Zeit, in der der Roman spielt - begleitet Williams seinen Antihelden von der Wiege bis zur Bahre. Es geht auf eine emotionale Achterbahn: Selbst in Stoners gemächlichem, ja langweiligem Lehrerleben gibt es Momente, in denen die Spannung mit Händen zu greifen ist und wo man beim Lesen den Atem anhält. Man freut sich bei seinen wenigen kleinen Siegen, und leidet mit ihm angesichts seiner Niederlagen und der allgemeinen Tristesse seines Daseins - einer Tristesse, die wir vielleicht viel stärker empfinden als er selbst: Wer an das Leben keine Wünsche gerichtet hat, dem fällt es leichter, am Ende zufrieden zurückblicken.Der Verlag hätte übrigens gut daran getan, die "Einführung" von John McGahern an den Schluss zu stellen. Sie stellt im wesentlichen eine Zusammenfassung des Inhalts dar, ergänzt durch lange Zitate der entscheidenden Stellen und einen Auszug aus einem Interview mit John Williams, der die Einführung eigentlich erst lesenswert macht. Aber eben besser hinterher.
Christine Kaiser 28.02.2024 amazon.de
Ein kluger, differenzierter Mensch lässt sich vom simplen, egozentrischen Partner (in diesem Fall seiner Frau) sowie einem missgünstigen Kollegen in einer Art ausbremsen, dass er verlöscht, ohne seine persönlichen und beruflichen Möglichkeiten voll entfaltet zu haben. Die Handlung spielt in der Zeit des 1. bis 2. Weltkriegs an einer amerikanischen Universität. Solche Partnerkonstellationen lassen sich aber auch heute reichlich beobachten - in allernächster Nähe, im Familien-, Freundes- oder Bekanntenkreis. Vermutlich gab es sie immer und wird es sie immer geben. Liest sich gut, das Buch, hinterlässt aber ein ärgerliches Gefühl.
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