Innenansichten aus den geheimsten CIA-Operationen, dargelegt von einer ehemaligen Top-Agentin des CIA! Das klingt irre spannend und nach einem Buch, das man gelesen haben sollte. Leider ist nach dem Lesen einiges zu wünschen übrig geblieben.In mancher Hinsicht bleiben wenige Wünsche offen. Zum Beispiel den nach einem Einblick ins Innerste und Geheimste des Geheimdienstes; so geheim, dass nicht mal die Agenten untereinander wissen, was der andere tut. Das ist die starke Seite dieses Buches, dieses Mitnehmen des Lesers hinter die Kulissen, die immer wiederkehrenden Hinweise darauf, was die CIA tut, um im Verborgenen zu operieren. In gewisser Weise erfüllt es also die Erwartungen - aber mehr eben auch nicht. Der Schreibstil ist wenig begeisternd, einige Sprünge gehen zu schnell und zu weit, während andere zu langatmig dargestellt sind. So richtig erfahren, was ein CIA-Agent den ganzen Tag lang tut, kann man dann auch wieder nicht, im Grunde erleben wir nur eine brenzlige Situation hautnah mit. Diese wiederum ist so lustlos beschrieben, dass man nie so richtig reinkommt in die Situation und vielleicht liegt es daran, dass sie unglaubwürdig erscheint.Unglaubwürdig, weil sich aus der Sicht der Erzählerin alles so einfach regeln lässt. Weil sie immer überall die Beste und die Erste ist und weil sie es einfach mit ein bisschen Intuition schafft, einen furchtbaren Anschlag zu verhindern. Natürlich können wir normale Leser nicht wissen, wie glaubhaft diese Darstellungen sind, aber insgesamt erscheint das alles viel zu knapp. In keinem einzigen Moment fühlt man sich der Erzählerin nahe und hat wirklich den Eindruck, sie und ihre Arbeit kennenzulernen. Das gilt für sämtliche Emotionen. Selbst die Traumata eines Einsatzes im Kriegsgebiet werden so kühl dargestellt, dass sie ein bisschen so wirken, als seien sie erwähnt worden, weil das eben dazugehört. Emotionale Zerreissproben? Mal in zwei, drei Sätzen abgehandelt, auf der anderen Seite aber das typische Bild des im-Schlaf-hin-und-her-Wälzens dutzendfach verwendet. Und selbst das geht alles viel zu glatt; es gibt keine Hindernisse, keine Umwege und sämtliche Charaktere scheinen ziemlich stumpf zu sein.So geht die spannende Perspektive des Buchs leider verloren. Einige Stellen sind ganz interessant, wenn man sie denn so glauben will, aber das war es dann leider auch. Kann man mal lesen, wenn man sich für die Arbeit der Geheimdienste interessiert, muss man aber nicht lesen, wenn man gerne gut Geschriebenes mag.Diese Bewertung bezieht sich auf die englische Originalversion im Kindle-Format.