„Es ist schlimmer, böse zu sein, als Böses zu tun.“Ob ich diesen Satz schon mal gehört habe und ob er tatsächlich von Bonhoeffer gesagt wurde, weiß ich nicht, aber aus diesem Buch ist er hängen geblieben.Etwa das erste Viertel des Buches beschäftigt sich in der Einleitung mit der Frage „Bonhoeffer – Held oder Heiliger?“ und enthält Impulse für eine Theologie des Widerstands heute.Daran schließt sich eine Übersicht der beteiligten Personen des Lehrstücks an und es folgt eine kurze Inhaltsangabe.Das Lehrstück selbst hat mich sehr berührt. Durch die Dialoge mit dem Gefangenenwärter auf der einen Seite und den Gesprächen der Beteiligten auf der anderen Seite fühlte ich mich „ganz nah dran“. Im Gegensatz zu anderen Geschichten hat diese Art der Erzählung eine ganz andere Tragweite. Es geht tiefer und hinterlässt ein besonderes Gefühl.
Von guten Mächten wunderbar geborgen....Dietrich Bonhoeffer: war er ein Held oder ein evangelischer Heiliger. Die ist keine Selbstbezeichnung, sondern kann nur von außen her verliehen werden. Er gilt heute als Symbolfigur für Zivilcourage. Als Theologe und Mitbegründer der Bekennenden Kirche, war er im Wiederstand und am Komplott gegen Hitler beteiligt. Ihm war bewusst, dass der Mensch sich nicht über die Gebote Gottes setzen kann. Ein Tyrannenmord stellt den Täter unter Gottes Gericht. Doch war für ihn " Schlimmer als die böse Tat , ist das Böse - sein" Ihm war bewusst, daß er diese Einstellung, mit seinem Leben bezahlen wird.Das Buch hier, ist ein Theaterstück des amerikanischen Bühnenautors Douglas Huff. Es erzählt aus zwei Handlungsstränge vom Wiederstand. Der eine zeigt Bonhoeffers letzte Stunden im KZ. Der andere die Vorgeschichte mit Verhaftung. Es berichtet von einem Bonhoeffer, der den Kampf mit Hitler aufnehmen konnte, weil er sich selbst nichts erspart, nicht seine Kirche, und auch nicht seinem Gott.Das Thema Wiederstand bewegt auch heute wieder die Menschen. Das Buch zeigt ein Stück Deutsche Geschichte um Zivilcourage, die auch jetzt nicht aktueller sein kann.
„...Als Beteiligter im Widerstand gegen das Hitlerregime: War der Theologe Dietrich Bonhoeffer eine Held oder ein Heiliger?...“Diese Frage steht am Anfang des Prologs, der von Bernd Wannenwetsch verfasst wurde. Auf Fast 30 Seiten legt er dabei seine Ansicht der Dinge dar. Dann folgt ein Personenverzeichnis und ein kurzes Inhaltsverzeichnis des Theaterstücks.Dass Theaterstück selbst spielt in zwei Zeitebenen. Eine beschränkt sich auf den 8. April 1945. An diesem Tag wurde das Todesurteil gesprochen. In diesem Teil geht das Gespräch vor allem zwischen Bonhoeffer und seinem Wärter. Allerdings haben mich hier einige Aussagen irritiert. In den Gesprächen geht es um Schuld und Verantwortung, aber auch um den Glauben. Das folgende Zitat passt nicht in die sonstigen Schriften Bonhoeffers.„...Was hätte ich dir von Gott erzählen wollen? Was hättest du hören wollen? ...“Der zweite Handlungsstrang beginnt Ende der 30er Jahre mit der Aufnahme von Bonhoeffer in den Widerstand an der Seite seines Schwagers und endet mit der Verhaftung von beiden.„...Wir brauchen dich. Wir brauchen deine Hilfe. Es könnte für viele Menschen von großer Bedeutung sein...“Hier wird der Frage nachgegangen, ob ein Mord aus moralischen Gründen gerechtfertigt ist. Gleichzeitig werden einige Stationen des Widerstands thematisiert. Es kommt zu Gesprächen zwischen Bonhoeffer und seinem Schwager Hans, aber auch mit zwei SS – Leuten.Das Stück hat mir sehr gut gefallen. Es zeigt, wie menschliche Entscheidungen in schwierigen Zeiten abgewogen werden.