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Dieser Band versammelt haarsträubende Reise-, aberwitzige Lügen- und tragikomische Liebesgeschichten, die Kästner zwischen den frühen Zwanzigerjahren und der Nachkriegszeit schrieb. Viele davon erschienen nur in Tageszeitungen und liegen in Der Herr aus Glas erstmals in einem Buch vor.
Bewertungen & Erfahrungen
5,0 von 5,0
2 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 2 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion29.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein absolut fantastisches und unterhaltsames Band, das mich mit seinen witzigen und tragikomischen Geschichten in eine wunderbare Reise mitnimmt. Die Erzählweise von Kästner ist einfach meisterhaft und sehr unterhaltsam.
Dass Erich Kästner guten Gewissens als Genie bezeichnet werden kann, dürfte - wenn überhaupt - nur von äußerst(!) wenigen Literaturkennern bestritten werden. Alleine schon die "Sachliche Romanze", dieses einzigartige Gefüge aus Realität, Sensibilität, tiefer Melancholie und Weisheit sichert dem Autor den ihm gebührenden Rang innerhalb der literarischen Kreise.Dass es über seine bekannten und bekanntesten Werke hinaus noch wahre Schätze zu heben gibt, beweist der vorliegende Band. In Form einer Art Collage versammelt dieser kurze, abgeschlossene Geschichten, die Kästner ab Beginn der zwanziger Jahre bis in die Nachkriegszeit verfasste und die bisher nur in Tageszeitungen veröffentlicht wurden. Außerdem begegnet man Briefen, die der Autor während der äußerst diffizilen Jahre des Dritten Reichs an sich selbst schrieb; diese figurieren neben kleinen Komödien, die oftmals die Basis für spätere Romane darstellten (nicht wenige davon wurden unter Pseudonym in Zeitschriften einem breiteren Publikum zugänglich gemacht, einige von ihnen autobiographisch mit verzweifeltem Blick auf das zu Staub zerfallende Deutschland).Aller inneren Emigration, aller Traurigkeit (Kästner wäre nicht Kästner) trotzend hat der Leser es hier jedoch keineswegs mit einem bleischweren Sammelsurium mit dem Etikett "Tristesse" zu tun, sondern begegnet stets auch dem Humoristen, dem kriegsbedingt zwar verdeckelten Schelm, der aber dennoch das Kind in sich zeitlebens mit sich herumtrug und dem selbst in schwersten Zeiten das Augenzwinkern nicht verlustig ging. Es sind oftmals überraschende, zuweilen auch skurril anmutende Schriften, die das gesamte Kaleideoskop menschlichen Daseins mit all seiner Tragik, seinen Freuden, verwoben in kleine Alltagserlebnisse, seiner Verzweiflung und nicht zuletzt der Suche nach Glück, das länger als einen Augenblick währen möge, auf unnachahmliche Weise stets eindringlich vor Augen bringt.Ich habe "Das Herz aus Glas" als Bewunderer des großen Dichters oftmals zutiefst berührt, aber auch nicht seltern schmunzelnd verschlungen. Nie begegnet man bei ihm leicht ins Langweilige abrutschender Eindimensionalität, sondern befindet sich mitten im prallen Leben - mit allen seinen Facetten.Kurzum: Eine echte Rarität, ein hochinteressanter Leseschmaus für jede Lebenslage, ein Muss jedoch für jeden kästneraffinen Literaturbegeisterten!
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Letzte Aktualisierung: 23.10.2026 06:22 Uhr.