Deutscher Herbst in Europa: Der Linksterrorismus der siebziger Jahre als transnationales Phänomen
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Bücher EAN 9783110484908

Deutscher Herbst in Europa: Der Linksterrorismus der siebziger Jahre als transnationales Phänomen

Hersteller: Petra Terhoeven  ·  MPN: M03110484900
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

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Bewertungen & Erfahrungen

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Jürgen Vielhaber 02.08.2024 amazon.de
Petra Terhoeven ist meiner Ansicht nach eine der fundiertesten Kennerinnen der Anni Plombi, der bleiernen Jahre.Kürzlich erschien bei Beck Wissen ein zumindest vom Umfang her schmaler Band zur RAF. Hier erweist sich Terhoevens Begabung, das Wesentliche aus insgesamt 30 Jahren RAF inclusive der Nachwirkungen in den verschiedensten Disziplinen auf den Punkt zu bringen.Um einiges ausführlicher kommt die Studie zum Deutschen Herbst in Europa daher.Untersuchungsgegenstand ist das "radikal linke Millieu als wichtigster transnationaler Resonanzraum der RAF-Propaganda."Der Leser wird zu den Anfängen 1967 zurückgeführt und mit Dutschke und Feltrinelli, zwei jeder auf seine Weise schillernde Charakteren, näher bekannt gemacht.Umfassend, aber immer spannend werden die Protestbewegungen in der BRD wie in Italien von ihrem Anfang her beschrieben.Die Intellektuellenscene Italiens war um einiges umtriebiger in der Unterstützung der sogenannten politischen Gefangenen.prominente Unterstützer waren Dario Fo, Sartre und auf der hiesigen Seite unter anderem Schlöndorff und seine damalige Gattin von Trotta.Erstaunlich, wie viele Querverbindungen es zwischen RAF und Roten Brigaden gab.Frappierend die Ähnlichkeit von Schleyer- und Moro-Entführung.Von den Anwälten betreute Unterstützer-Netzwerke werden zum Sammelbecken für fast alle, die kurz darauf wegen der Offensive 77 auf den Fahndungsplakaten gesucht werden.So benennt Frau Terhoeven auch die IVK als heimliche Schaltzentrale der RAF.Das aber auch die Lorenz-Entführung 1975 ein italienisches Vorbild (Sossi) hatte, ist eine der vielen Enthüllungen.So wird die blutige Moro-Entführung durch die Schleyer-Entführung determiniert, sollte doch ursprünglich der italienische Arbeitgeberpräsident Pirelli entführt werden.Dies nur zwei Beispiele der deutsch-italienischen Verflechtungen, bislang auch in der Forschung durchaus unterschätzt.Die Lektüre gestaltet sich durchaus spannend, neue Erkenntnisse inclusive.Weniger
Regine Igel 02.08.2024 amazon.de
In diesem Buch gibt es so gut wie nichts, was in der einschlägigen Literatur nicht schon gesagt wurde. Keine relevanten neuen Quellen, keine Sichtung neuer Akten. Wer zum Thema des internationalen Terrorismus, zu dem immer noch vieles im Dunklen liegt, der Wahrheit auf der Spur aufklären will, muss zugängliche Geheimdienst- und Gerichtsakten studieren. In denen kann man etwas über die verborgen gehaltene Nutzung des Terrorismus durch Geheimdienste zur Zeit des Kalten Krieges erfahren.Sogar parlamentarische Untersuchungskommissionen haben seit den 70er Jahren in den USA und in Italien Erstaunliches aufgedeckt und veröffentlicht. In Deutschland ist aus Stasi-Akten viel über die Steuerung der Studentenbewegung und des Terrorismus sowohl durch die östlichen, als auch durch die westlichen Geheimdienste bekannt geworden. Dies alles natürlich nicht zur Freude, sondern zum Leidwesen der beteiligen Dienste. Denn was geheim war, soll auch geheim bleiben.Zwischen Ost und West bekämpfte man sich im Kalten Krieg mit dem Mittel der Geheimdienste und geheimer paramilitärischer Milizen. Die Amerikaner hatten für die Ausbildung ihrer Gladio genannten Kämpfer und Terroristen geheime Lager über ganz Europa verteilt. Der Osten bildete seine geheimen Kämpfer und Terroristen (z.B. die RAF) durch ihre Geheimdienste bei Ostberlin aus, in der CSSR bei Prag (die Roten Brigaden), in Kuba und in palästinensischen Lagern. Auf Treffen in verschiedenen Teilen der Welt tauschten sich die Terroristen vieler Länder operativ aus. Das ist alles belegt.Doch zu all dem bei der Juniorprofessorin und ihrem „akademischen Forschungsprojekt“ keine Spur. Stattdessen eifriges Bemühen, all das, was über die Geheimdienste über Akten und Gerichtsdokumente bekannt wurde, wieder zu verdecken. Dafür stößt man auf reichlichen Gebrauch des Wortes „Verschwörungstheorie“, das jede Aufdeckung geheimdienstlicher Illegalitäten brandmarken soll.Wer tatsächlich Aufklärung sucht, findet sie heute leider nicht mehr in akademischen Werken. Auf die Spur kommt man mit den Stichworten „Terrorismus + Geheimdienste + Kalte Krieg“ im Internet.Die Jungprofessorin betreibt Anti-Aufkärung und stützt sich dabei nicht etwa auf eigene kritische Quellenforschung, sondern zitiert zahlreich und unkritisch aus Büchern Gleichgesinnter.
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