Es ist der aufgeweckte und selbstbewusste Merkur, der durch das musikalische Bilderbuch führt. Er weiß viel vom All, durch das er sich mit Lichtgeschwindigkeit bewegt und teilt sein Wissen gern. Alles begann auf der kleinen Erde mit dem kleinen Mann Gustav Holst. Er schrieb ein Stück für ein großes Orchester, ein riesengroßes Orchester. So groß, dass Holst die Idee kam, das Weltall erklingen zu lassen. Realisiert hat er diesen Einfall auf fulminante Weise. Jedem Planeten gab er eine Melodie, welche zur römischen oder griechischen Gottheit und deren Charakter passt, nachdem er benannt ist. Planet für Planet widmet sich auch dieses Bilderbuch dem Universum. Merkur kommentiert die Musik und erzählt dazu eine Geschichte. Immer wieder betont der Erzähler, welches der großartigste Planet ist: er selbst. Und das obwohl der kriegerische, der mystische oder auch der ruhige Planet so einiges – nicht nur musikalisch in Holst Werk – zu bieten haben…Marko Simsa versteht sich wunderbar darauf jungen Leser*innen und Musikliebhaber*innen Musik und große Orchesterwerke näher zu bringen. Gustav Holsts Werk macht er in diesem Bilderbuch zu einer fesselnden und vor allem greifbaren Reise durch unser Universum. Immer wieder gibt er, durch den Erzähler Merkur, Höraufträge und kommentiert einzelne Instrumente und ihren Klang. Der Text des Buches ist dabei sehr gut verständlich und nachvollziehbar geschrieben. Die einzelnen Planeten sind wie eine Art Überschrift für die Kapitel in Versalien gedruckt. Zu jedem Planeten und jeder Doppelseite des Buches gibt es auf der beiliegenden CD Hörstücke, welche auch in einer dazugehörigen App heruntergeladen werden können. Durch kleine Notenschlüssel am Rand des Textes im Bilderbuch werden die Titelnummern ausgewiesen. Die Musik zum Text, welcher auf der Audioaufnahme von Marko Simsa gelesen wird, macht die Rezeption zum besonderen Erlebnis. Das Beschriebene kann sofort gehört und musikalisch erlebt werden. Der Sprecher liest den Text gut artikuliert und betont vor, sodass die Zuhörer*in ihm problemlos folgen kann. Die Musikstücke, gespielt vom Landessinfonieorchester Steiermark, sind in sehr guter Qualität vertont. Im Buch gibt es zudem zu jedem Planeten eine „Planetenfrage“ mit dazugehöriger Antwort am Ende des Buches. Des Weiteren finden sich hier Erklärungen zu Sonne, Erde, Pluto sowie dem Planetarium. So wird auch astronomisches Wissen durch das Buch vermittelt. Die mit Aquarellen gezeichneten Illustrationen harmonieren ausgezeichnet mit Musik sowie dem Text des Buches. Sie heben die jeweiligen Eigenschaften der Planeten durch Farbgebung und Symbolik hervor und stellen die Instrumente an die Seite des Planeten, welche Holst im Stück dazu erklingen lässt. Farblich dominieren Blautöne, welche das dunkle Universum abbilden, sowie vor allem Pastelltöne, welche die Planeten kolorieren. Die vielen abgebildeten Instrumente sind realitätsnah gezeichnet. Insgesamt handelt es sich um ein wundervolles, sehr empfehlenswertes interaktives Bilderbuch, welches Hör- und Lesevergnügen verspricht. Es kann sowohl im schulischen Kontext, als auch im Freizeitbereich wunderbar eingesetzt werden.Weitere rezensionen auf ajum.de