In einer Person: Roman (detebe)
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In einer Person: Roman (detebe)

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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

In einer Person | John Irving | Taschenbuch | Diogenes Taschenbücher | 736 S. | Deutsch | 2013

Bewertungen & Erfahrungen

4,5 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★ 2
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 21.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein interessanter und nachdenklicher Text, der eine tiefgründige Geschichte erzählt. Die Geschichte ist fesselnd, aber ich fand den Schluss etwas zu vage.
Homer Wells 27.03.2024 amazon.de
Nach den von mir etwas schwächer empfundenen Werken "Letzte Nacht in Twisted River" und "Bis ich dich finde", liefert Irving mit dieser Arbeit wieder einen hervorstechenden Titel ab, der anstelle des mittlerweile schon gewohnten Schrottes auf die Bestsellerlisten gehört hätte. Und ganz nebenbei ist der Roman nicht nur ein Plädoyer für (sexuelle) Toleranz, sondern auch, weil er eigentlich nur die Geschichte eines zunächst (sexuell) Verwirrten ohne selbst zu werten erzählt, die vorgelebte Toleranz an sich und ein diesbezügliches Statement.Kurz zum Inhalt: Der heranwachsende William findet seine erste wirkliche Liebe in einer betörenden erwachsenen Frau, die sich später als Transsexueller mit noch nicht völliger OP herausstellt. Fürderhin, seiner selbst längst nicht mehr sicher, stürzt William von einer Verwirrung in die nächste. Ist er nun hetero oder schwul oder gar bi? Die Antwort ist ein bisschen kompliziert. Im Grunde ist er alles auf einmal. Und das ist gar nicht so leicht auszuleben im bigott puritanischen Amerika der 60er. Verständnisvoll begleitet wird er auf der Suche nach sich selbst von einem Großvater mit ähnlichen Neigungen und einem liberalen Stiefvater, während die weiblichen Mitglieder seiner Familie, vornehmlich auch seine Mutter, seiner sich abzeichnenden Entwicklung mit Verzweiflung oder gar Ablehnung begegnen.So geht es mit vielen skurrilen Nebencharakteren, durch die Zeiten, auch durch die von grassierendem Aids, bis zur Gegenwart. Und wie dies geschieht, ist irvingmäßig virtuos und Gesellschaftsbilder und Sittengemälde zugleich. Einfach eine Klasse für sich!
Wanda 27.03.2024 amazon.de
Für Fans unverzichtbar, für andere Leser allemal lesenwert. Am Anfang tat ich micht etwas schwer in die Geschichte reinzukommen, der Stil war mir zunächst ausnahmsweise etwas ungewohnt, doch bald zeigte sich der echte Irving. Die Story geht um einen Jungen, der seine sexuelle Identität sucht, allerhand Verwirrung erlebt, nicht zuletzt durch die Lügen, die ihm seine Familie auftischt. Wie immer bei John Irving tragisch und komisch zugleich, eine deutliche Sprache die kein Blatt vor den Mund nimmt. Insbesondere die Zeit als HIV in USA erstmals vermehrt auftratt beschreibt er sehr anschaulich, beeindruckend und anrührend. In einer Person ist kein monumentales Werk wie Owen meany oder Gottes Werk und Teufels Beitrag, doch sehr lesenwert. Die aus seinen Bücher bekannten Themen wie abwesende Väter, starke Frauen, Wien und das Internatsleben heranwachsender Jungen sind auch wieder dabei. Leider diesmal nur gut 700 Seiten und in seiner Tiefe nich so wie wir das gewohnt sind. Trotzdem 5 Sterne. Und wie so oft sagt sich der Leser und Fan "was, schon zu Ende?" und Was haben wir als nächstes von John Irving zu erwarten? Ich hoffe, daß er noch viel schreiben wird. Und uns mal wieder überrascht.
Tom Liehr 27.03.2024 amazon.de
Eines kann man John Irving nun wirklich nicht vorwerfen: Diskontinuität. Auch sein dreizehnter Roman - "In einer Person", im Original "In One Person", gemeint ist also das Zahlenwort - folgt strukturell wie stilistisch Irvings eigener Tradition. Bären kommen dieses Mal zwar nur als Metapher vor (als "Bären" werden von ihnen selbst solche homosexuellen Männer bezeichnet, die Bierbäuche, dicke Bärte und starke Körperbehaarung pflegen), das Ringen hat wieder zentrale Bedeutung, und wenigstens ein kurzer Abschnitt spielt in Wien. Die Haupthandlung konzentriert sich auf Vermont, das immerhin an Massachusetts und New Hampshire grenzt (jedoch auch schon in vorigen Romanen Schauplatz war). Irving verwendet einen Ich-Erzähler, der später selbst Schriftsteller wird, spielt mit Rückblenden, stetigen Wiederholungen und seinen geliebten Kursiven, der Roman erzählt fast eine komplette Lebensgeschichte. Wie immer also, und dann doch wieder nicht.Hauptfigur ist Billy Dean, der später William Abbott heißt. In den Fünfzigern, zu Beginn der Romanhandlung, lebt Billy mit seiner vorübergehend alleinerziehenden Mutter und einer - wie immer bei Irving - etwas merkwürdigen, skurrilen, überwiegend liebevollen - Mehr-Generationen-Familie in der Kleinstadt First Sister. Richard Abbott tritt in das Leben von Billy und seiner Mutter, die um Billys leiblichen Vater recht heimlich tut. Der junge William verliebt sich in seinen neuen Vater, den charismatischen Mann, der u.a. die Schauspielerziehung an der örtlichen Schule übernimmt, auf die auch Billy geht. Außerdem sind da noch Kittredge, der nicht weniger charismatische, ruppige, aber gut aussehende Mitschüler, natürlich ein Ringer, und Miss Frost, die Leiterin der Stadtbibliothek. Auch in die verliebt sich Billy. Miss Frost ist schön, doch sehr kräftig gebaut und flachbrüstig. Das gilt ebenso für Billys beste und lebenslange Freundin Elaine, deren winzige BHs Billy unter dem Kopfkissen aufbewahrt.Miss Frost, die selbst eine sehr geheimnisvolle Vergangenheit hat, hilft dem Jungen dabei, seine sexuelle Identität zu finden - Billy ist bisexuell. Weitere Mosaiksteine auf dem Weg zu dieser Erkenntnis findet Billy vor allem über das Theaterspiel (bevorzug Ibsen und Shakespeare), bei dem die Mutter souffliert und Grandpa Harry hauptsächlich Frauenrollen spielt. Vieles im Umfeld des Jungen ist "geschlechtlich uneindeutig", was, wie er später herausfindet, auch für den eigenen Vater galt.In "In einer Person" geht es vor allem um Toleranz - und zeitgeschichtlich um das, was mit Schwulen, Lesben, Transsexuellen und den anderen Menschen mit "von der Norm abweichenden sexuellen Präferenzen" während der letzten fünf, sechs Jahrzehnte geschah. Eine zentrale Rolle spielt im letzten Drittel die AIDS-Epidemie, die Anfang der Achtziger einsetzte und damals (bis ins neue Jahrtausend hinein), was beinahe schon in Vergessenheit zu geraten droht, unglaublich viele Todesopfer forderte, wobei auch das enorme Leiden, das mit dem langsamen, qualvollen AIDS-Tod verbunden war, kaum noch Thema ist. Irving ruft all das in Erinnerung, ohne jedoch seine Hauptfigur je in Gefahr zu bringen.Leider ist diese Hauptfigur die größte Schwäche in diesem ambitionierten Roman, der so vieles gleichzeitig sein will und nur wenig davon tatsächlich ist. William Abbott ist selbst kein Ringer, erlernt aber einen wesentlichen Ringergriff, den so genannten "Durchschlüpfer", eine Verteidigungstechnik, bei der man den Gegner möglichst nahe an sich herankommen muss, um ihn, seine Körperkraft gegen sich wendend, zu Fall zu bringen. Der Begriff steht als Metapher für den Romanhelden: William Abbott schlüpft durch die Jahrzehnte, bleibt, obwohl in homosexueller Terminologie ein "Aktiver", vorwiegend passiv und etwas konturlos, was auch für jene Momente gilt, in denen er handelt. Deshalb langweilt er leider manchmal, was auch die irvingtypischen Dreingaben kaum kaschieren. Ein anderes Problem dieses Buches besteht im oft kaum nachvollziehbaren Wechsel zu drastischen Formulierungen, wenn es um Sex und die "Szene" geht. Das liest sich hin und wieder, als hätte Irving solche Abschnitte von einem anderen schreiben lassen."In einer Person" ist also wieder eine Familiensaga, eine Lebensgeschichte, und ein ziemlich politischer Roman, der eindringlich dafür wirbt, sich vom Schubladendenken abzuwenden und Menschen nicht auf wenige Eigenschaften zu reduzieren, aber das gelingt selbst dem Autor nicht ganz, der verblüffend oft und in recht ungewohnter Weise in den Vordergrund tritt, wenn er sich etwa - durchaus nachvollziehbar - gegen den Versuch echauffiert, ausgerechnet Schriftstellern vorzuschreiben, welcher Wortwahl sie sich bitteschön bedienen sollten. Überhaupt sind die Abschnitte, die sich mit der so genannten "political correctness" befassen, für Irving-Verhältnisse überraschend aggressiv, was tatsächlich, um nicht falsch verstanden zu werden, etwas Wohltuendes hat.Das Buch hat, wie auch im Klappentext erwähnt wird, viele Helden - und dann doch wieder keinen. Seine liebevolle, selbstreferentielle Traditionspflege und das sorgfältig umgesetzte Thema retten es, auch über die nicht wenigen Durststrecken hinweg.
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