Ich kenne die beiden Schwestern als Autorinnen von frischen Werkbüchern für Kinder, die mit fundiertem Fachwissen und unkonventionellen Holzarbeiten überzeugen. Deshalb hoffte ich auf ein Buch mit viel Praxis und stylishem Design. Meine Erwartungen wurden in jeder Hinsicht befriedigt, wenn nicht gar überflügelt. Mir ist nach Durcharbeiten der über 200 Seiten erst bewusst geworden, wie vielfältig in Form und Nutzung das Möbel „Bank“ daherkommt. Einfach, mit Lehne, mit Armstütze, zum Klappen, mit fremden Füßen, auf Fensterbänken, rund um einen Baum – das sind die Ordnungskategorien. Wahrscheinlich waren die Autorinnen ebenso überrascht, was dieses Thema in all seinen Dimensionen hergab. In der Einleitung und ergänzend zu jedem fotografiertem Modell erfährt der Leser Sachliches und Erheiterndes über den Fundort, die regionale Besonderheit, die Konstruktionsweise, dem historischen Zusammenhang, dem individuellen Eingebundensein in das Leben der Erbauer und Nutzer. Detailfotos fangen auch noch liebenswerte Details von der umgebenden Natur, Flora, Architektur, Ambiente und Farbigkeit ein, was ein weitere Inspirationsquelle ausmacht! Im ersten und letzten Kapitel erfährt der Leser Wissenswertes über Grudlagen der Materialauswahl, über die Berechnung der Bankdimensionen, über die Vorteile von konstruktiven Merkmalen sowie über sämtliche Techniken des Trennens und Zusammenfügens von Holz. Dazwischen wird das Buch gefüllt mit 60 Großfotos von markanten Bänken, denen dann eine knappe Bauanleitung folgt. Zur Einstimmung verlieren die Rittermanns bei jedem Modell ein paar Worte zur Einschätzung, der Konstruktion, den Vorzügen, den Grundmaßen, dem Werkzeugeinsatz und dem Material. Grundsätzlich sind die Bänke in der Konstruktion, in den Holzverbindungen, in der Oberflächengestaltung schlicht und einfach gehalten. Damit sind fast alle Bänke von Laientischlern mit geringen Vorkenntnissen in der Holzbearbeitung zu realisieren. Der Profi-Tischler kann sich inspirieren lassen und sich mit seinem individuellen Fachkenntnissen zu Meisterstücken hinreißen lassen. Mich hat gerade die einfache Gestaltung, die unkomplizierte Machart und teilweise auch die verspielte Funktion becirct. Die Kunst wird eher sein, die passende Bank zum Standort auszusuchen, das entsprechende Material mit Charakter aufzuspüren, bei der Konstruktion und dem Gebrauch großzügig zu sein… Letztendlich wünsche ich mir, in späteren Jahren von ähnlichen Anekdoten berichten zu können, die die präsentierten Modelle des Autorinnenduos so liebens- und lebenswert machten und die sich dann sich um meine geliebte Bank ranken werden!