Mittlerweile ist es „in“, Porzellan mit scheckiger Glasur, Krakeluren in der Oberfläche, Ungenauigkeiten in der Form zu kaufen. Während diese individuellen Ausführungen immer ein Qualitätsmerkmal für Handgetöpfertes waren, kopiert heute die Industrie diesen Look des Fehlerhaften. Es ist naheliegend, dass das Kunsthandwerk den Modetrend aufgreift und bewusst Ungenauigkeiten einbaut. Das Buch richtet sich an Anfänger, die sich erstmalig an die Herstellung eigener Keramiken machen, sowie an kreative Macher, die verschollene Kenntnisse wieder auffrischen wollen. Die Autorin, eine studierte Keramikerin aus Neuseeland, verschreibt sich vorzugsweise den Handaufbautechniken (Tipps für das Drehen an der Scheiben fehlen deshalb). Auf 35 Seiten werden zunächst Basics über Ton, Werkzeuge und Vorbereitungsarbeiten beschrieben, es folgen dann auf knapp 50 Seiten Informationen über detaillierte Fachkenntnisse rund um Glasuren, Engoben sowie Techniken über das Verbinden der Einzelteile und das fachgerechte Brennen. Damit die klassischen Aufbautechniken erfolgreich zur Anwendung kommen, wird das Pinchen, die Wulst- und die Plattentechnik kleinschrittig in Wort und Bild dargestellt. Für die Plattentechnik ist auf der Website des Verlages ein Download mit Schablonen abrufbar. Auf knapp 90 Seiten folgen dann die Beschreibungen umfangreicher Projekte, wie Ess- und Servier-Teller, Tassen, Schalen, Bonbonieren, Teesieb, Tee- sowie Kaffeekanne und Kerzenständer entstehen. Mit großem Interesse habe ich die Seiten der Oberflächengestaltung verfolgt. So werden kleine Erdbeeren geformt und als dreidimensionale Applikationen aufgebracht, die Oberfläche durch das Eindrücken auffälliger Blattstrukturen verändert bzw. eine Obstschale aus einem Keramikgerippe geformt. Das schnelle Durchblättern macht Lust auf vertiefendes Lesen und entfacht mein Interesse an selbst hergestellter Töpferkunst. Die Fotos von den groben Formen, den organischen Konturen und den hingehuschten Farbeffekten aus Glasur oder Engoben lassen die 50er Jahre wieder aufleben und sind Abbild eines zeitgemäßen Designs. Ich möchte meine Töpferkenntnisse aus den 80ern auffrischen, hätte mir aber noch mehr Anregungen für Muster und Oberflächenstrukturen gewünscht. Da ich aus zeitlichen Gründen auf gekaufte Glasuren zurückgreifen möchte, hätte ich mir Einkaufslisten und Bezugsquellen für den deutschsprachigen Raum gewünscht, die leider vollkommen fehlen. Die umfassenden Exkurse machen mir deutlich, dass ich meine Praxiskenntnisse lieber in einem Kurs auffrischen möchte, hier fungiert dieses ansprechende Buch jedoch als gute Inspirationsquelle.
ich töpfere selbst, auch ohne scheibe, und so war ich sehr gespannt auf dieses buch.die autorin, ursächlich aus neuseeland, lebt und arbeitet nun in london. gibt es denn keine deutschen töpfer/innen? das frage ich mich deshalb, weil dieses buch für mich keine großen geheimnisse oder ungewöhnliche projekte offenbart, ganz im gegenteil. es ist ein solides handbuch rund um das töpferhandwerk, mit den entscheidenden techniken, mit glasuren, engoben und einigen vorgestellten projekten.super ausführlich, ersetzt schon fast einen kurs.ich empfehle dieses reich bebilderte buch allen anfängern oder denen, die mit hand ohne scheibe keramik herstellen wollen, va gebrauchskeramik, keine skulpturen oder gartenkeramik allerdings. dafür 5 sterne. für mich war es eher enttäuschend