Padura, Leonardo: Ketzer
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Bücher EAN 9783293206960

Padura, Leonardo: Ketzer

Hersteller: Unionsverlag  ·  MPN: 1210136
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Ketzer | Leonardo Padura | Taschenbuch | 630 S. | Deutsch | 2015 | Unionsverlag | EAN 9783293206960

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Ein absolut beeindruckendes und historisch relevantes Produkt, das mich sehr begeistert. Die Detailtreue und die Darstellung sind hervorragend gelungen.
Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Gut für
Christoph Martin Wieland 03.03.2024 amazon.de
Leonardo Padura, inzwischen wohl der bekannteste kubanische Schriftsteller, hat lange recherchiert für seinen neuen Roman „Ketzer“, ist dafür extra nach Holland gefahren, um ein Gefühl für die Werkstattarbeit Rembrandts zu bekommen. Das Krimigenre, das ihn bekannt gemacht hat, verlässt er nicht ganz, aber spätestens seit seinem Erfolg mit „Der Mann, der Hunde liebte“ schreibt er inzwischen eher historisch geprägte Romane, in denen er aber immer noch der sozialistischen Lebensrealität Kubas einen alles entlarvenden Spiegel vorhält. Waren es bei dem Roman über Trotzki, Mercader und Iván drei Erzählstränge, so sind es auch im neuen Buch drei Erzählebenen, die über vier Jahrhunderte reichen.In der historischen Reihenfolge, die nicht der des Buches entspricht, geht es einmal um den jüdischen Maler Elias, einen Schüler Rembrandts. Für Rembrandt saß dieser Jude Porträt für ein Christusbild, das er ihm auch mitgibt, als Elias von der jüdischen Gemeinde aus Amsterdam verbannt wird. Dieses Bild steht den roten Faden her, der die anderen Teile des Buches miteinander verbindet.Das Gemälde landet in dem Besitz einer jüdischen Familie in Krakau, erst versteckt, dann durchaus offen gezeigt, sodass ein Foto des Gemäldes existiert. Die politischen Veränderungen durch den Nationalsozialismus zwingen die Familie Kaminsky zur Flucht. Ein Bruder gelangt schon vorher nach Kuba, ein Sohn wird ihm nachgeschickt. Dem Rest der Familie gelingt es noch vor Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, kubanische Visa zu bekommen und mit der MS St. Louis sich auf den Weg nach Kuba zu machen. Mit im Gepäck – das Bild. Padura spricht selbst von einem „der beschämendsten Vorfälle in der Geschichte Kubas“. Das Linienschiff liegt fast eine Woche vor Havanna und nur wenige der fast tausend Passagiere werden von Bord gelassen. Nachdem auch die Vereinigten Staaten und Kanada die Einreise verweigerten, musste das Schiff nach Europa zurückkehren, sie wurden dort von Holland, Belgien, Frankreich und England ausgenommen und gerieten damit zum großen Teil bald wieder in den Machtbereich der Nazis. Sehr viele kommen in den Vernichtungslagern um, die Kaminskys unweit ihres alten Wohnortes in Auschwitz.Natürlich hatten sie versucht, das Bild als Verhandlungsmasse einzusetzen. Es gelangte nach Kuba, sie aber nicht. Die dritte Zeitebene spielt 2007/2008. Das Christus-Porträt taucht auf einer Londoner Auktion auf. Hier kommt ein alter Bekannter ins Spiel. Mario Conde, ehemaliger Polizist, der prägend für die ersten Kriminalromane Paduras war, arbeitet jetzt zwar nur noch als Buchantiquar, nimmt aber immer noch gern gutbezahlte Aufträge an. Diesmal stammen sie von einem Nachkommen der Kaminskys, wieder ein Elias, der Licht ins Dunkel bringen möchte. Ergänzt wird diese Recherche durch das Verschwinden Judys, eine kubanische Emo, „ein tropischer Ableger einer Bewegung, die man in der ganzen westlichen Welt finden kann“, wie Padura die Subkultur erklärt, die den alten Prachtboulevard Calle G okkupiert.Alles gehört plötzlich zusammen, alle sind irgendwie in ihrer Zeit Protestler, Ketzer gewesen, die für ihre individuelle Freiheit eingetreten sind. Padura verwebt eindrucksvoll die historischen Fäden und bleibt hochaktuell, wenn er Judy sagen lässt: „Wenn ein Land oder ein System dir nicht erlaubt, frei zu wählen,…, ist es gescheitert.“ Das kann ein Land sein, das kann eine Religion sein, das ist spannende Welt- und Religionsgeschichte, die Padura hier entwirft. Ein großer Roman!
MH 03.03.2024 amazon.de
Seit wir in Cuba waren, lese ich alle Bücher von Padura. Krimis, Romane, gut recherchiert.
Miquel Escodaire 03.03.2024 amazon.de
Es handelt sich eigentlich um drei Geschichten in einem Buch, die sich hin und wieder berühren. Die Suche nach einem Rembrandt zugeschriebenen Porträt, das einer jüdischen Familie auf der S.S. Saint Louis 1939 die Einreise nach Kuba sichern sollte; das Schicksal eines jüdischen Malers im Amsterdam und Polen des 17. Jahrhunderts; die Suche nach einer im heutigen Kuba verschwundenen Jugendlichen auf der Suche nach sich selbst und dem Sinn des Lebens. Formal ist es ein Buch in der Reihe um den Ermittler Conde, aber wer hier einen "normalen" Krimi erwartet, wird enttäuscht werden, da die eigentlichen Ermittlungen nur einen kleinen Teil des Buches umfassen. Padura ist ein grossartiger Erzähler, v.a. die Porträts von Amsterdam im 17. Jahrhundert und Havanna heute sind eindrucksvoll. Aber möglicherweise hat der Autor den Roman wirklich ein wenig aufgebläht, wie von anderen Rezensenten schon bemerkt.
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