Ein Kuba-Epos der besonderen Art. Nicht in geschichtlicher Hinsicht, sondern betr. der Lebenssituation der Menschen Ende der 80iger-Jahre bis ca. vor 10 Jahren. Wirtschaftlich gebeutelt durch den Zusammenbruch der Sowjetunion und des Wirtschaftsembargos der USA geht es den Menschen immer schlechter. Man versucht sich zu organisieren, wird überwacht und, wenn es scheinbar ausweglos erscheint, emigrierte man nach Amerika, Spanien, England Argentinien usw. Genau da setzt der Roman an.Sie waren eine eingeschworene Gruppe (selber bezeichnen sie sich als „Clan“) von Freunden. Jeder mit einem anderen Hintergrund bringen sie ihre eigene Lebensgeschichte ein. Zentrum ist das Haus von Clara welches zum Rückzugsort wird. Doch langsam zerbröselt das Ganze. Die einzelnen Menschen gehen ihrer eigenen Wege und zerstreuen sich in der Emigration. Die Verbindungen bleiben. Trotz der Freundschaft tauchen immer wieder Rätsel und Fragen auf. Gab es einen Spitzel in der Gruppe. Wer hat wen verlassen und betrogen? Wie gehen die Exilkubaner mit ihrer Vergangenheit und dem Heimweh um?Persönliche Meinung zum Buch: Der Roman ist äußerst gekonnt aufgebaut. Die Lebensgeschichten der einzelnen Personen werden vertieft verfolgt, immer wieder gibt es einen Link in die Vergangenheit. Die eingebauten Zeitsprünge sind ohne Schwierigkeiten einzuordnen so dass sich die Geschichte wie ein großes Puzzle zusammenfügt.Mich hat das Buch von der ersten Seite an gepackt und hat mich nicht mehr losgelassen. Eintauchen in 500 Seiten reinen Lesegenuss!
Ja, man kann sagen, dass Adela und Marcos sich vielleicht nicht gesucht haben, aber auf alle Fälle haben sie sich gefunden. Ihre Wurzeln liegen in Kuba. Adela kam als kleines Kind in die USA, Marcos erst vor Kurzem. Adelas Mutter floh von der Insel und hat sich im Washington State ein neues Leben aufgebaut. Ihre Wurzeln, ihre kubanische Vergangenheit ist nichts mehr als das, aus, vorbei, Vergangenheit. Marcos hingegen lebt seine Wurzeln. In Hialeah – Adelas Mutter ist gelinde gesagt wenig begeistert, dass ihre Tochter gerade dort wohnt, wo Kuba allgegenwärtiger ist als auf der Karibikinsel – haben sich die Exil-Kubaner eine Zuflucht geschaffen, in der sie ihren Träumen einen Hauch von Realität verleihen können. Doch das traute Zusammensein von Adela und Marcos wird auf eine harte Probe gestellt. Zum Einen ist Adelas Mutter wenig begeistert von diesem Marcos Chaple. Zum Anderen erkennt Adela auf einem Foto bei Marcos Menschen, die ihr näher sind, als sie es sich vorstellen konnte. Da ist eine Frau mit dickem Bauch. Es ist niemand Geringeres als ihre Mutter. Und der dicke Bauch … ist sie selbst!Was Adela zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen kann, ist, dass ihre Mutter zu einer Clique gehörte, die man den Clan nannte. Das war in den 80ern. Man las, diskutierte, plante eine rosige Zukunft. Es war ein im wahrsten Sinne des Wortes erlesener Kreis. Aufstiegschancen innerhalb der Möglichkeiten waren realistisch. Ebenso so realistisch war die Streitkultur des Clans.Als Ende der 80er in Europa ein Umsturz vollzogen wurde, der die ganze Welt umschlang, geriet die kleine heile Welt des Clans auf Kuba ins Wanken. Erworbene bzw. erhoffte Doktorwürden wurden nicht mehr anerkannt bzw. man durfte sie nicht abschließen, weil es im fernen (Ost-) Deutschland nun andere Probleme zu bewältigen gab als Kubanern ein Diplom angedeihen zu lassen. Und der kubanische Sicherheitsapparat bekommt langsam kalte Füße ob der veränderten Weltlage…Der Clan zerbricht. Jahre später wird der Clan wider zusammengeführt. Durch ein Foto, dass die Zeiten überdauert hat. Das darüber gewachsene Gras mehr konservierte hingegen mehr die Abbildungen als dass sie verblassten. Die Zeit heilt alle Wunden, sagt man. Manchmal aber ist die Zeit ein geduldiger Genosse, der nur sich selbst hat.Ganz behutsam baut Leonardo Padura seine Geschichte auf. Mit jedem gehauchten Stoß ins Horn der Geschichte spürt man schon den kommenden Paukenschlag. Und dieser wird unweigerlich den Leser bis ins Mark erschüttern.
Ein interessanter Plot, leichte , verständliche Sprache. Hab es immer wieder gern aufgeschlagen.Nicht ganz so gut wie " Der Mann,der Hunde liebte". Aber dieses war ein Meisterwerk!