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EAN 9783406639937
Michelangelo & Raffael: Rivalen im Rom der Renaissance
Michelangelo & Raffael | Rivalen im Rom der Renaissance | Kia Vahland | Buch | 207 S. | Deutsch
Bewertungen & Erfahrungen
3,6 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★0
4 ★3
3 ★2
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion24.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch bietet eine interessante und detaillierte Auseinandersetzung mit dem Wettstreit zwischen Michelangelo und Raffael, obwohl einige tiefergehende Analysen wünschenswert wären.
Redaktion24.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch bietet interessante Einblicke in den Wettstreit zwischen Michelangelo und Raffael, ist aber für reine Fachliteratur etwas zu narrativ. Die Darstellung ist ansprechend, allerdings fehlen tiefergehende historische Analysen.
Der Stoff ist naturgemäß nicht einfach zu schreiben, weil Unterlagen und Berichte fehlen. Auf die Bücher von Giorgio Vasari ist auch nicht immer Verlass. Versari ist inzwischen so oft benutzt worden, dass er auch etwas abgegriffen erscheint. Das Buch ist für Einsteiger jedoch gut nutzbar. Für Leute die sich mit dem Thema nicht auskennen und auch nach mehreren Anläufen noch nichts verstanden haben, leider schwer zu verstehen (diese Leute sollten auch auf leichtere Themen ausweichen). Schade, dass einige Bildunterschriften falsch sind, so wurden z.B. Fresken von Raffael von den Stanzen im Vatikan zur Villa Borghese verlegt. Fresken lassen sich aber nicht umhängen und die Villa Borghese ist erst 100 Jahre nach der Entstehung der Fresken erbaut worden. Alles in allem aber ein gutes Einsteigerbuch, wenn auch etwas teuer.
Das erste Mal stolpere ich auf Seite 16, wo es heißt, Michelangelo sei 1506 von Rom aus mit der Postkutsche nach Florenz zurückgekehrt. Gab es damals schon Postkutschen auf dieser Strecke? Kurierdienste gab es, in Stafettenform mit Pferde- und Reiterwechsel, aber Kutschen für den Personentransport - das glaube ich erst, wenn ich einen Quellenbeleg dafür sehe. In einer Biografie Michelangelos las ich, der Bildhauer sei bei anderer Gelegenheit nach Florenz geritten - das scheint mir auch für 1506 wahrscheinlicher.Es ist zumindest unüblich, Federico da Montefeltro, humanistisch gebildeter Herzog von Urbino und Kunstmäzen, als „brutal“ zu bezeichnen, aber der Mann verdiente sein Geld als Condottiere und so mag die Bezeichnung zutreffen - aber die Behauptung, er habe Machiavelli für sein Buch „Der Fürst“ als Vorbild gedient, überrascht dann doch sehr - das muss eine ganz neue Interpretation sein; Machiavelli selbst erwähnt Cesare Borgia als eine Vorlage für seine Vorstellung vom erfolgreichen Fürsten. Könnte es sein, dass die Autorin Cesare, der Federicos Sohn Guidobaldo aus Urbino vertrieb und das Herzogtum für einige Jahre besetzt hielt, mit Federico verwechselt?Die Geschichte des Herzogtums Urbino scheint der Autorin generell nicht zu liegen - Cesare Borgia verliert mit dem Tod seines Vaters (Papst Alexander VI.) 1503 zwar die Macht dort, zurück kehrt aber zunächst der vorherige Herzog, Guidobaldo di Montefeltro. Sein von ihm adoptierter Neffe (Guidobaldo war kinderlos), Francesco Maria della Rovere, auch Neffe des neuen Papstes Julius II., wird erst 1508 nach dem Tod Guidobaldos Herzog von Urbino, nicht schon 1503, wie die Autorin andeutet.1511 gab es keinen „deutschen Kaiser“, der Begriff ist anachronistisch: es gab einen deutschen König und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches (genau genommen war Maximilian I. „nur“ König, nicht Kaiser - er wurde nie zum Kaiser gekrönt). Auch Karl V. war 1527 nicht Kaiser, schon gar nicht deutscher, er wurde erst 1530 in Bologna vom Papst zum Kaiser gekrönt.Ja, das sind, wie einige andere Ungereimtheiten, Nebensächlichkeiten in diesem Buch, aber wenn ich einen Autor/eine Autorin eines Sach- oder Fachbuchs auf Gebieten, auf denen ich mich gut auskenne, bei falschen oder allzu ungenauen Angaben ertappe, kommen mir Zweifel an dem ganzen Werk. Ich bin keine Kunsthistorikerin und habe weder Zeit noch Lust die Angaben zu Michelangelo und Raffael und deren Rivalität zu verifizieren und nicht alle Aussagen im Buch sind durch Quellen belegt. So bleibt an manchen Stellen die Frage: was ist Tatsache, was ist Spekulation? Interessieren würde mich auch eine Einordnung der Spannungen zwischen den beiden Künstlern in ihr gesamtes Leben und Werk - welchen Stellenwert hatte die Rivalität? Michelangelo hat Raffael um mehr als vier Jahrzehnte überlebt, beide waren teilweise auch in ganz unterschiedlichen Bereichen tätig (Raffael als Porträtmaler, Michelangelo als Bildhauer) - wie prägend war da dieses Jahrzehnt, das beide gleichzeitig in Rom verbrauchten?Das Buch ist gut lesbar und anschaulich geschrieben, von daher sind 4 Punkte gerechtfertigt, aber es bleiben zu viele Fragen und Zweifel, daher insgesamt nur 3 Punkte.
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Letzte Aktualisierung: 07.10.2026 18:22 Uhr.