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Ein Auftrag für Otto Kwant | Der Traum des Architekten | Jochen Schmidt | Buch | 347 S. | Deutsch
Bewertungen & Erfahrungen
4,4 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★3
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3 ★1
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion17.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist eine wahre Entdeckung und eine großartige Geschichte über Otto Kwant und seine Verbindung zum Stararchitekten, ich war absolut begeistert von der spannenden Erzählung. Ein Muss für alle Architekturfans!
Redaktion17.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses gebundene Buch ist ein wahres Highlight und ich bin absolut begeistert von der Geschichte von Otto Kwant und seiner Verbindung zum Stararchitekten. Die Darstellung ist sehr ansprechend und die Informationen sind hervorragend aufbereitet.
(Achtung Spoiler!)Otto Kwant, ein desillusionierter Architekturstudent gerät, ohne dass er ahnt, wie ihm geschieht, nach Urfustan, um dort dem Chef eines skrupellosen und populären Architekturbüros behilflich zu sein. Die Umstände seine Ankunft und die politischen und Verhaltensvorschriften sind so bizarr, wie man das eben von einer ehemaligen Sowjetrepublik erwartet. (Urfustan ist die phantastische Mischung aus Turkmenistan, Kasachstan, Kirgisien und Usbekistan mit einer kleinen Prise Nordkorea.) Doch die Zumutungen verschärfen sich: Erst kommt das Gepäck und dann der Chef abhanden. Kwant will nicht unhöflich wirken, und versucht, die Regeln einzuhalten, aber rasch wird ihm klar, er muss fliehen. Aber es gibt kein Entkommen. In der U-Bahn wird er verhaftet. Ein Taxi chauffiert ihn zu einer Untergrund-Organisation (die „Innere Exilregierung“ oder ist es der Geheimdienst?). Dieses seltsame Gefangensein erinnert an Kafkas „Schloss“. Allerdings ist Kwants Ziel nicht das Innere des „Schlosses“. (Denn selbst ein persönliches Treffen mit dem Diktator hilft nichts.) Sondern es gelingt ihm nicht zu entkommen, obwohl ihn kaum jemand wirklich daran hindert. Ein Flugzeug nach Moskau landet wieder am Ausgangspunkt in Urfustan. Später landet er in einem Gefängnis, dessen Türen offenstehen, was Kwant aber erst nach vielen Tagen bemerkt.Aber Kwant ist auch innerlich gefangen. Als Sohn einer Architektenfamilie bleibt er zur Untätigkeit verdammt. Man erwartet von ihm Großes. Aber die Bauten, die ihn umgeben, empfindet er als Zumutung. Wollte man demokratisch bauen, müsste man es diktatorisch angehen, so wie Urfustans Diktator, der sich „Architekt des Vaterlands“ nennen lässt. Und so träumt er von einem idealen Spielplatz. Und träumt und träumt. Und ahnt, dass sein Leben ein Alptraum wird, wenn er Architekt würde. Kwants Blick ist der eines Architekten. Selbst die Wohnung seines One-Night-Stands wird architektonisch vermessen und beurteilt. Jeder Fahrstuhl, die Piktogramme der Toiletten, der Park in der Hauptstadt Mangana… Kwants/Schmidts Perspektive ist die eines Käfers auf der Wiese. Wir sehen die Dinge, die uns umgeben, neu. Gerade auch wegen der irrwitzigen Übertreibungen.Und damit sind wir bei der Komik. Für mich ist es Schmidts lustigster Roman. Man könnte seine Übertreibungen hemmungslos nennen, aber sie sind letztlich nur eine Verschärfung der Realität: Deutsche Sportler, die wegen der idealen Trainings-Bedingungen in jede Diktatur reisen. Gerhard Schröder, der mit Diktatoren wie Nürsultan befreundet ist. Ein übriggebliebener DDR-Bauarbeiter. Eine fiktive deutsche Minderheit, die es sich in der Steppe eingerichtet hat und der Schmidt einen ausgedachten Dialekt verpasst. Dieses Kapitel wäre schon eine eigene Story wert. Und wie tröstlich wäre es für mich (und wahrscheinlich auch für Kwant) gewesen, wenn hier die Story enden würde. Aber wir treffen außerdem noch auf „Curiosus“-Reisende Deutsche, denen es aus versicherungstechnischen Gründen zu riskant ist, Kwant zu retten.Jochen Schmidt zieht sämtliche Register. Selbst für Slapstick ist er sich nicht zu schade. (Ein kleinwüchsiger Masseur hört nicht mit seiner Arbeit auf, als die Sachbearbeiterin von ihrem Bürostuhl aufsteht und sitzt nun wie der Kobold auf Sindbads Schulter.) Und natürlich spart er nicht an seiner vielgepriesenen feinsinnigen Sprachkomik, die sich aus den irrwitzigen Dialogen ergibt.
Am Anfang war ich von diesem Buch begeistert. Geschrieben in einem witzigen Stil, mit einer interessanten Hauptperson. Dem Architekturstudenten Otto Kwant geschehen seine Erlebnisse mehr als dass er sie selbst aktiv voran treibt und es macht einen dennoch (oder deshalb) neugierig, wie es für ihn weitergehen wird. Zudem kommen natürlich im Laufe des Romans einige Aspekte der Architektur(geschichte) vor und es macht Spaß, z.B. mal einen erwähnten Achitekten oder ein Gebäude zu googeln. Ungefähr ab der Hälfte des Buches, nachdem Otto in Urfistan angekommen ist, wird die Story aber immer abstruser und unglaubwürdiger. Eher Fantasy- weiterhin kurzweilig, aber mir hat es in der ersten Hälfte besser gefallen.
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Letzte Aktualisierung: 08.10.2026 18:25 Uhr.