Die rückständige Großmacht - Manfred Hildermeier Kartoniert (TB)
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Bücher EAN 9783406793530

Die rückständige Großmacht - Manfred Hildermeier Kartoniert (TB)

Hersteller: C.h. Beck  ·  MPN: 9783406793530
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Die rückständige Großmacht | Russland und der Westen | Manfred Hildermeier | Taschenbuch | 271 S.

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 21.07.2026 testmonster.de · Redaktion
Ich habe dieses Buch als Geschenk für meine Schwester ausgewählt, weil die Optik gut ist und es eine ordentliche Aufmachung hat. Sie hat es mit Freude angenommen und schaut sich die Gestaltung an. Es passt gut als etwas zum Nachlesen.
Hanseat 09.05.2024 amazon.de
Einordnung zu: Russland und der Westen, zur Ukraineproblematik nur eingeschränkt!
Dr. M. 09.05.2024 amazon.de
Das steht in einem verzweifelten Brief des russischen Intellektuellen Peter Tschaadajew, den er 1836 veröffentlichte. Der Zar höchstselbst erklärte Tschaadajew für verrückt und ließ die Zeitschrift, die diesen Brief abdruckte, schließen. Tragen die Russen also wirklich ein Anti-Fortschritts-Gen in sich? Natürlich nicht. Aber man kann nicht bestreiten, dass das Schicksal Russland nicht gerade bevorteilte. Leider geht der Autor darauf nicht umfassender ein. Vielmehr beschreibt er lediglich den Lauf der Geschichte Russlands unter dem Aspekt einer angeblichen historischen Kategorie "Rückständigkeit".Hildermeier war Professor für osteuropäische Geschichte an der Göttinger Universität, verfasste einige Standardwerke zur russischen Geschichte und versucht nun in diesem Buch den gegenwärtigen Krieg in der Ukraine aus der russischen Geschichte heraus zu erklären. Das ist ein inzwischen zur Standardmethode gewordener billiger Trick, der die ganze Vorgeschichte dieses Krieges und seine geopolitischen Hintergründe absichtsvoll gänzlich ignoriert. Leider wirft das auch kein gutes Licht auf den Autor.Und leider blendet er nicht nur an dieser Stelle Zusammenhänge aus, sondern vergisst auch Umstände in seinem Buch zu beleuchten, die Russland in seine rückständige Position erst brachten. Dass Russland technologisch nur auf einigen, aber gleichwohl wichtigen Gebieten eine Führungsposition besitzt, in anderen aber völlig neben der Spur steht, kann man gewiss nicht bestreiten. Wenn man etwas aus diesem Buch mitnehmen kann, dann sind es die über Jahrhunderte gehenden verzweifelten Versuche von Russlands Führungseliten, diese Situation zu verbessern.Soll der Versuch, Wissen, Können und Erfahrungen anderer zu importieren, erfolgreich sein, dann muss dieser Samen auf einen fruchtbaren Boden fallen. Soll heißen: Es braucht hinreichend viele Menschen, die mit solchen Importen auch etwas anfangen können. Anders als in Westeuropa bestand die russische Bevölkerung aber über Jahrhunderte nur aus Bauern und Adligen, die auf einer sehr dünn besiedelten, aber riesigen Fläche unter ungünstigen klimatischen Verhältnissen lebten. Für eine Industrialisierung bestand lange keine Notwendigkeit. Peter der Große und Jahrzehnte später Katharina die Große versuchten aus Westeuropa Strukturen des Staatswesens, Technologien und Wissen zu importieren, doch all diese Versuche brachten nicht den erhofften schnellen Fortschritt, weil es in Russland dafür einfach keine Traditionen gab, an die man anknüpfen konnte. Ein hinreichend großes Bürgertums hatte sich nicht herausgebildet. Vielmehr versuchten neben Peter und Katharina auch andere Zaren erst einmal ein solches Bürgertum mit allerlei aufgesetzten Methoden zu schaffen. Das aber funktionierte nur partiell, weil es keine ökonomische Entwicklungsgrundlage dafür gab. Man drehte sich gewissermaßen im Kreis.Erst Bedrohungen von außen und eigene Eroberungskriege zwangen die Russen, sich mit westlichen Technologien zu befassen. Man brauchte eine Rüstungsindustrie. Insbesondere nach der kommunistischen Oktoberrevolution sah sich das Land in einem permanenten Überlebenskampf, den es nur unter einem unvorstellbaren Blutzoll überstand. Und erst in dieser Zeit entwickelte sich in gewissem Maße eine wirklich leistungsfähige Industrie auf bestimmten Gebieten, vor allem aber im militärischen Bereich.Während es die Chinesen unter ihrer kommunistischen Führung aufgrund ihrer tausende Jahre alten Traditionen in den letzten drei Dekaden verstanden haben, äußerst clever westliche Technologien in ihrem Land zu etablieren und den Westen damit aus den von ihnen einstmals dominierten internationalen Märkten zu drängen, verpasste es die russische Führung nach dem Zerfall der Sowjetunion erneut, sich besser zu positionieren. Sie vertrauten dem ehemaligen Klassenfeind auf eine naive Weise, was fast zum kompletten Ausverkauf des Landes geführt hätte. Das alles vermag der Autor leider nicht zu beschreiben. Er bleibt in der Vorstellung gefangen, dass nur eine Kopie des westlichen Modells zum Erfolg führen würde.Mich hat dieses Buch gleichzeitig berührt und abgestoßen. Auf der einen Seite zeigt es die vielen verzweifelten Versuche Russlands, das technologische Niveau von Teilen Westeuropas zu erreichen. Auf der anderen Seite aber steht die Selbstverliebtheit des Autors, die sich in vielen Richtungen manifestiert, beispielsweise in einer lächerlichen intellektuellen Protz-Sprache oder in einer manchmal das Thema verwässernden Detailverliebtheit. Verblüffend fand ich auch, dass jemand, der sich beruflich mit russischer Geschichte befasst, nicht versteht, dass man dieses Land nicht nach westlichen Modellen regieren kann. Das würde zum Zerfall Russlands führen, was vom Westen allerdings sicher gewünscht ist, denn das Land ist reich an Bodenschätzen, die man gerne hätte.Kurz gesagt: Dies ist ein informatives, aber nicht immer leicht lesbares Buch, das darüber hinaus nicht von einem neutralen Standpunkt aus verfasst wurde.
Wolfgang >60 09.05.2024 amazon.de
Wenn Historiker sich mit Ursachen geschichtlicher Entwicklungen und deren Folgen, also: Zusammenhängen, beschäftigen, dürfen diese Analysen nicht nur auf sprachlich-begrifflicher Ebene stattfinden, sondern müssen Handlungen und materielle Folgen berücksichtigen, dürfen sich nicht allein auf statische Sachverhalte konzentrieren, müssen dynamische Prozesse und deren Wechselwirkungen erfassen. Das geschieht leider nicht immer!Sonst arbeiten Protagonisten ebenso wie Beobachter mit unzureichenden Vorstellungen von Rückständigkeit bzw. Fortschritt und dürfen sich nicht wundern, wenn sie sich als Teil eines Hase-Igel-Spiels wiederfinden, in dem Maßnahmen gegen die Rückständigkeit bei der Umsetzung nicht zum vergleichbaren Marktniveau führen, weil zwischenzeitlich erfolgte Produkt- und Leistungsverbesserungen den alten Abstand zu den neuen Wettbewerbern aufrecht erhalten. Bei den kulturellen Faktoren spielen die Ausprägungen der religiösen Traditionen bzw. Strukturen von Kirchen und Gesellschaft eine entscheidende Rolle.Die Aspekte des Gesamtsystems müssen berücksichtigt werden, um die erforderliche Flexibilität auf allen Ebenen der Produktentwicklung bis hin zum Vertrieb und Service sicherzustellen; das erfordert vernetzte Verbesserungen im System, die synergetisch verstärkend wirken; punktuelle Fortschritte wie z.B. im Bildungsbereich reichen nicht aus, wenn die gewonnenen Kreativität in den Einsatzbereichen durch veraltete Strukturen ausgebremst werden; die Modernisierung muss alle Bereiche erfassen und neue Entfaltungsmöglichkeiten eröffnen!Man hat den Eindruck, als wäre die „rückständige Großmacht“ allenfalls im militärischen Sektor in der Lage, auf dem international üblichen Niveau mitzuhalten, aber selbst dann ist dies nicht auf Grund eigener Potentiale, sondern auf Grund bestimmter singulärer Gegebenheiten und diktatorischer Direktiven von oben nach unten erreicht worden:Die sowjet-russische Luftfahrt-Industrie profitierte bis zum Beginn des zweiten Weltkrieges von der Zusammenarbeit mit der deutschen Luftwaffe, die nach Möglichkeiten suchte, die Restriktionen des Versailler Vertrages zu umgehen.Die sowjet-russische Nuklear-Waffenentwicklung nutzte nach der deutschen Niederlage deren Forschungs- und Entwicklungspotentiale, um – zusammen mit erfolgreicher Spionage bei den Alliierten – die Lücken bei der Entwicklung von Atom- und Wasserstoffbomben nicht nur in kurzer Zeit zu schließen, sondern um durch Entwicklung entsprechender Trägersysteme („Sputnik-Schock“) einen technologischen Vorsprung zu erreichen.Das sich daraus ergebende Sicherheitsgefühl der Bewohner dieses Staatssystems allein reichte aber ohne entsprechende Steigerung des Wohlstands der Allgemeinheit für die Sicherung der inneren Stabilität nicht aus, wie das Scheitern des „real existierenden Sozialismus“ zeigte, zumal der amerikanisch geführte Westen die sich andeutenden Schwächen gnadenlos zur Stärkung der eigenen Position nutzte.Aus dieser Position der „rückständigen Großmacht“ lassen sich Ursachen für verschiedene globale Konfliktsituationen – bis hin zu „neuen Kriegen“ - erklären. Wer diese Interessen missachtet, trägt selbst zur Eskalation bei.Leider werden diese Zusammenhänge mit Rücksicht auf die „herrschende Meinung“ nur selten so deutlich ausgedrückt!
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