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EAN 9783406800184
Elizabeth II.: Das Leben der Queen (Beck Paperback)
Elizabeth II. | Das Leben der Queen | Thomas Kielinger | Taschenbuch | Beck Paperback | broschiert
Bewertungen & Erfahrungen
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2 Bewertungen
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Redaktion19.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Eine sehr gut komponierte Biografie, die die Ereignisse um den Tod von Elisabeth II. anschaulich darstellt. Die Darstellung ist informativ, weist aber an einigen Stellen eine etwas zu detaillierte Ausführlichkeit auf.
Diese Forderung eines englischen Verfassungsrechtlers aus dem 19. Jahrhundert lässt sich im 21. Jahrhundert nicht mehr erfüllen. Im Gegenteil: Die englische Monarchie steht mehr oder weniger blank dar. Es gibt kaum noch Details, die nicht medial verarbeitet worden sind. Die Magie ist verschwunden. Oder doch nicht?Von außen mag es so aussehen, als ob es keine Magie mehr gibt. Doch die Firma hält Großbritannien zusammen. Mehr jedenfalls als irgendeine Figur, die in Hinterzimmern als Präsident ausgekungelt worden wäre. Bis jetzt jedenfalls erwies sich die Erbmonarchie als ein stabilisierender Faktor in Großbritannien. Liest man dieses Buch, dann kann man sich dieser simplen Wahrheit kaum entziehen. Was da als Biografie von Queen Elizabeth II daherkommt, ist in Wirklichkeit eine Geschichte der englischen Monarchie des 20. Jahrhunderts. Von Elizabeth II gibt es nicht viel zu berichten. Jedenfalls nicht mehr als auf zwei oder drei Seiten passen würde. Konfliktscheu, schüchtern und vor allem diszipliniert soll sie gewesen sein. Und diese ihrer Grundeigenschaften dekliniert der Autor in vielen wichtigen Ereignissen in ihrem Leben durch. Mehr als diese paar Informationen zum Wesen dieser fast schon mystischen Frau dringen nicht durch. Oder anders gesagt: Viel Tageslicht fällt nicht auf sie. Bei ihr hat es funktioniert.Ganz anders dagegen stellt sich die Situation für ihre Nachkommen dar. Vielleicht abgesehen von Prinz William trifft man auf einen Reigen von Peinlichkeiten und Indiskretionen, der nicht gerade geeignet scheint, einen Mythos zu erhalten. Durch die ganze Familiengeschichte der Windsors aus den letzten hundert Jahren zieht sich das Problem der Zweitgeborenen. Zunächst hat es Elizabeth Vater erwischt, der König werden musste, weil sein älterer Bruder eine Bürgerliche begehrte. Erst dadurch kam Elizabeth überhaupt in die erste Reihe der Thronfolger. Bereits an ihrer Schwester lässt sich das Drama der Zweitgeborenen ablesen. Und es wiederholt sich bei Elizabeths Kindern und erst recht bei dem völlig aus dem Ruder gelaufenen Harry. Ein großes Wunder dürfte das für Psychologen nicht sein, aber es ist die Kehrseite einer Erbmonarchie.Wie man sich in dieser Falle wenigstens begrenzt helfen kann, zeigte Prinz Philip. Elizabeths Mann war ihr sicher an Energie und Intelligenz nicht unterlegen. Seine überaus dämliche Rolle in dieser Firma auszuhalten, dürfte deshalb wirklich eine heftige Herausforderung gewesen sein. Er meisterte das ohne große Jammerorgien und behalf sich mit einer Art von Sarkasmus, die von geistig begrenzten Schreiberlingen zwar genutzt, aber nicht verstanden wurde. Im Gegensatz zu seinem Sohn Charles oder seinem Enkel Harry war Philip eben noch ein Kerl.Liest man dieses Buch als Biografie von Elizabeth, dann ist es sicher im Rahmen seiner Möglichkeiten informativ. Erkennt man dagegen die sich immer wiederholenden Strukturen in den Ereignissen, dann versteht man vielleicht tatsächlich etwas von dieser staatstragenden Monarchie, die nicht nur den ganzen Laden auf dieser seltsamen Insel zusammenhält, sondern auch einen großen Teil ablenkender Unterhaltung produziert, der die Untertanen bei Laune und von Aufruhr ab hält.In den Reigen der Lobpreisungen, die dieses Buch erhielt, kann ich mich nicht ganz einreihen. Ich fand es zum Teil schwer lesbar, weil sein Autor nicht gerade zu einer gradlinigen Sprache tendiert. Anfangs fiel es mir zudem schwer, mich bei den verschiedenen Figuren zurechtzufinden, weil sie im Buch manchmal mit ihrem offiziellen, dann wieder mit ihrem bürgerlichen und zu allem Überfluss auch noch mit Spitznamen tituliert werden. Der Stammbaum am Ende des Buches macht auch nicht viel her, weil ihm viele Äste vermutlich aus Platzgründen fehlen. So hatte Queen Victoria neun Kinder, es kommen aber hier nur drei vor.Kurz gesagt: Dieses Buch ist sicher sehr informativ, aber auch reichlich in die Breite gedrückt worden. Vom eigentlichen Leben der Queen erfährt man nämlich nur sehr wenig. Der Mythos halt. Sie hat ihn jedenfalls für sich konservieren können.
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Letzte Aktualisierung: 09.10.2026 18:23 Uhr.