Emma Adbåge, vielfach ausgezeichnete schwedische Autor:in und Illustrator:in, zeichnet und malt mit hohem Wiedererkennungswert. Aus der Perspektive des größeren Geschwisterkindes wird sehr detailliert ein Ausflug ans Meer erzählt, der von vielen kindlich-lebensweltlichen Höhe- und Tiefpunkten geprägt ist.Das „Ich“ und der kleine Bruder Bert können es kaum erwarten, endlich ins Wasser zu springen, wäre da nicht noch der tote Igel, den sie auf dem Parkplatz vorfinden. Später am Strand begegnen sie dann einem pelzigen kleinen Käfer, den sie Krümelbert taufen. Die beiden Kinder legen sich mächtig ins Zeug, um ihm das Leben in der Hitze ein bisschen erträglicher zu machen. Als er dann aber endlich in sein neues Zuhause, eine Sandburg, einziehen soll, rührt er sich nicht mehr... Die Geschichte nimmt die kleinen und großen Leser:innen mit zu einem Tag ans Meer oder aber – wie in meinem Fall geschehen – zu einem kurzen Ausflug in die eigene Kindheit, in der so ein Tag am Strand ein großes, gefühlsintensives Abenteuer war.Von der ersten Seite an gibt es auf den farbig aquarellierten Doppelseiten viel zu entdecken. Feine Linien begrenzen die unscharfen, in warmen, natürlichen Tönen gemalten Flächen und markieren die Details. Besonders gut gefallen mir auf der ersten Seite die feinen, skizzierten Beinhaare der Mutter. Im Kontrast zu den vielen feinen Strukturen/Haaren/Gräsern etc. ziehen sich durch das ganze Buch aber auch fette schwarze Grafikelemente, die mit Tusche oder Edding gezeichnet worden sein könnten. So lässt sich z. B. auf fast jeder Seite der dicke schwarze Schwimmring wiederfinden, der sich auch auf dem zweiten „a“ im Nachnamen der Autorin entdecken lässt, ebenso stechen immer wieder schwarze Tannen und ein schwarzer Badeanzug grafisch hervor. Die flächigen schwarzen Elemente geben den vielen feinen Zeichnungen „Halt“ im Bild, auch mit Weißraum weiß die Autor:in umzugehen.Die Sätze sind kurz, die Sprache angenehm klar und einfach, sodass ich mir vorstellen kann, dass sich das Buch auch besonders gut für Leseanfänger:innen eignet.Sowohl inhaltlich, als auch visuell ein absolut ästhetisches, fast schon philosophisches Werk, traurig und schön, ernst und leicht zugleich.Weitere Rezensionen auf ajum.de