Nachdem ich die beiden anderen Bücher dieser Trilogie schon gelesen hatte, bin ich nun beim ersten Band gelandet. Ich habe die Trilogie von hinten nach vorne gelesen, macht aber nichts, da man wirklich jeden Band für sich allein lesen kann. Es ist ja kein Fortsetzungsroman in dem Sinne, dass man, um den 2. oder 3.Teil zu verstehen, erst den ersten Teil gelesen haben muß. Jeder Band für sich spielt in einer bestimmten Zeit, jeweils mit 10 bis 15 Jahren Pause dazwischen.Teil 1 nun spielt in der Zeit des Kriegsendes 1918/1919 in Berlin und hat mir wieder Dinge näher gebracht, die ich nicht wusste, nämlich dass zum Kriegsende in Berlin eine Art Bürgerkrieg herrschte, zwischen Regierungstreuen und Spartakisten ( Kommunisten) und dieser Bürgerkrieg nach Kriegsende viele,weitere Tote forderte. Sicher kannte ich die Namen Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, allein mein Interesse mehr zu wissen, war bisher nicht sehr groß. Klaus Kordon versteht es allerdings Geschichtsunterricht zu erteilen, der so spannend ist, dass man einfach mehr darüber erfahren will. Und zwar erfährt man nicht nur die politischen Begebenheiten, sondern auch anhand der Personen in der Berliner Ackerstraße, wie diese Dinge sich auf die Menschen auswirkten, auf ihr tägliches Leben, ihre Ängste, ihre Freuden.Warum ich dann doch nur vier Sterne vergebe? Weil es mir dann doch im letzten Viertel einfach zu langatmig wurde und zuviel politisiert wurde ( mich interessiert der politische Hintergrund schon, aber mich interessieren mehr die Menschen). Aber sonst wirklich wieder ein tolles Buch!