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David Copperfield | Roman | Charles Dickens | Taschenbuch | 1136 S. | Deutsch | 2009
Bewertungen & Erfahrungen
4,8 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★3
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1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion13.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ich habe dieses Buch vor einer ruhigen Zeit gekauft und es liegt nun auf meinem Regal. Das Papier fühlt sich weich an und die Druckqualität ist gleichmäßig. Die Bindung hält den Umfang des Buches gut und die Seiten lassen sich ohne Probleme umblättern. Die Lesbarkeit ist durch die klare Darstellung der Texte gut gegeben.
Bisher kannte ich von Charles Dickens nur die Weihnachtsgeschichte, und nachdem ich Demon Copperhead gelesen habe, hatte ich große Lust David Copperfield, auf dem der Roman von Barbara Kingsolver basiert, direkt hinten dran zu hängen. Und was soll ich sagen: Ich bereue das nicht! Ein Wahnsinnsgesamtpaket habe ich jetzt erhalten und damit eins der intensivsten Literaturerlebnisse, die ich je hatte. Es gibt so viele Parallelen in den Büchern, dass es manchmal wirkt wie ein Suchbild mit dem Auftrag zu vergleichen und die Unterschiede zu entdecken.David Copperfield wird in bescheidene Verhältnisse geboren. Der Vater ist früh gestorben, und seine Mutter und die Kinderfrau Pegotty lieben ihn abgöttisch und lassen ihm alles zukommen, was er braucht, um glücklich zu sein. Doch seine Mutter heiratet neu, und bigotte Mr. Murdstone und seine Schwester sind nicht besonders nett zum kleinen David. Er muss auf eine Schule weit weg von zu Hause. Nach dem Tod der Mutter ist er fast auf sich allein gestellt und lernt seine Tante Betsey kennen, die im gesamten Buch ihm eine gute Stütze sein wird.Wir erleben auf über 1000 Seiten, die Lebensgeschichte von David Copperfield. Wir lernen viele unterschiedliche Charaktere kennen deren Wege sich kreuzen, wieder trennen und wieder zueinander finden. Ein wirklich großes Talent von Charles Dickens ist es eine Vielfalt an Persönlichkeiten zu schaffen. Er bedient keine Klischees oder Eintönigkeit in der Präsentation seiner Figuren und auch die Frauen in dem Roman haben unterschiedliche Wesenszüge, von klein, unschuldig und abhängig bis zu autonom, gemein und raumgreifend. Alles ist dabei!Die unterschiedlichen Seitenstränge sind abwechslungsreich. Ich hab mich jedes Mal gefreut, wenn Familie Peagotty und insbesondere Ham und Daniel auftauchten mit ihrem besonderen Dialekt und ihrer großen Herzensgüte. Aber auch Tante Betsey, hab ich gefeiert. Jeder hat sein Päckchen zu tragen und jeder trägt dazu, bei den Plot voranzutreiben. Und selten ist jemand nur gut oder nur böse.Skurril ist die Familie Micawber, die mir nach und nach ans Herz wuchs, gerade weil sie so anders und so leichtsinnig sind.David ist immer präsent, aber nicht immer der Mittelpunkt der Erzählung und auch seine Liebesgeschichten nehmen Raum ein, aber nicht zu viel.Der Ton ist sehr einnehmend und auch für heutige Literaturfreund*innen gut lesbar. Es gab auch schon mal Kapitel, die mich weniger interessierten. Das tat meiner Lesefreude aber keinen Abbruch.Charles Dickens ist ein großer Erzähler, der mit seinen Ideen auch heute noch jung und alt in seinen Bann schlagen kann
Mit seinem wohl berühmtesten Roman schildert der große Geschichtenerzähler Charles Dickens die autobiographisch angelegten Kinder- und Jugendjahre seines Alter Egos David Copperfield. In seinem Bildungsroman der zuerst in Fortsetzungen erschienen war, begegnen wir klassischen Dickens’schen Figure. Seine Charaktere symbolisieren Klassen und Typen im breiten Panorama des viktorianischen Zeitalters.(ab hier wird der Inhalt teilweise wiedergegeben)Master Davy war seinem Vater nachgeboren, der bereits einige Monate vor Davids Geburt verstorben war. Die junge und unbeholfene Mrs. Copperfield zieht ihren Sohn gemeinsam mit der unverwüstlichen Peggotty alleine auf bis Mr. Murdstone mit wenig wohlwollenden, überaus puritanischen Absichten ins Leben der Copperfield tritt und schon bald die Gunst der Mrs. Copperfield gewinnt, ohne dabei dem Jungen viel Zuneigung zu schenken. Mit seiner Schwester Miss Murdstone hat er eine Kerkermeisterin ins Haus geholt und Davy schon bald nach Salemhaus in eine Kostschule zur Erziehung geschickt, um ihn aus dem Haus zu haben."Ich hatte bis dahin noch nie eine so durch und durch metallische Dame gesehen wie Miss Murdstone." Pos.863In Salemhaus lernt David zwei wichtige Freunde seines Lebens kennen, den tollpatschigen Tommy Traddles und den reichen, bewundernswerten Steerforth. Und doch war das Schicksal nicht gut zu ihm, denn schon bald stirbt auch seine Mutter und Mr. Murdstone schickt ihn nach London, um als Laufbursche in seinem Weinhandel für einen Hungerslohn zu schuften. Dort macht er Bekanntschaft mit den Micawbers, die ihn noch einen weiten Lebensweg begleiten sollen. Als er keinen Ausweg mehr weiß, macht er sich auf den Weg nach Dover, um seine Tante Mrs. Trotwood zu suchen, die einzige lebende Verwandte. Von nun an sollte sich vieles für David verbessern. Er kommt auf die Schule von Canterbury, lebt bei Mr. Wickfield und seiner Tochter Agnes, die er bald seine Schwester zu nenne pflegt und beginnt nach der Schule in London die juristische Ausbildung zum Proktor. Er verliebt sich in die Tochter seines Arbeitgebers Dora Spenlow und lässt die Juristerei, um zu Schreiben und verdient sein Geld als Gerichtsstenograph."Jeder Strich in dem System war eine knorrige Eiche im Walde der Schwierigkeiten, und ich hieb eine nach der anderen mit solcher Kraft um." Pos.9544Neben der etwas schrulligen und durchsetzungsstarken Mrs. Trotwood bestechen vor allem noch Peggotty, Davys Kinderfrau und ihr Bruder Mr. Peggotty, der Seemann in ihrer Einfachheit und Vertrauenswürdigkeit. Der Abenteurer und Oxfordstudent Steerforth wird seinem Ansehen durch die Verführung einer jungen Frau niedrigerer Klasse großen Schaden zufügen. Der Bösewicht hier ist Uriah Heep mit seinen fischigen, schweißnassen Händen und seinem demütigen, kriecherischen Auftreten, mit dem er sich langsam und schleichend zu einer anderen Klasse zutritt verschafft und schließlich Betrug und Veruntreuung im großen Stile überführt wird und das von niemand geringerem als Nichtsnutz Mr. Micawber."Wir müssen Schicksalsschläge kühn ins Gesicht sehen und dürfen uns nicht einschüchtern lassen, Liebling. Wir müssen lernen, die Komödie zu Ende zu spielen. Wir müssen das Unglück müde machen, Trot." Pos.8704Die Erzählung wird mit zunehmendem Alter David Copperfields ebenfalls reifer. Bis zur Hälfte des Romans werden alle Charaktere in etwa jeweils drei Kapiteln eingeführt, um ihre Handlungsstränge nach und nach zu verschränken. Am Ende der Handlung schließen sich die weitgezogenen Spannungsbögen allesamt und keiner der unzähligen, fabelhaften Charaktere bleibt unbesprochen zurück und jedes Schicksal klärt sich am Ende wohlwollend auf.Ohne Zweifel Weltliteratur!
Selbst nach so vielen Jahren hat dieses Buch nichts von seiner Kraft verloren, zu fesseln. Auch der Leser des 21. Jahrhunderts erlebt und erleidet das Schicksal des David Copperfields mit. Auch der expressionistische Stil Dickens, der mit Emphase gerne das Gute hervorheben will, macht die gerade die Tiefen im Leben seines Protagonisten besonders eindrücklich. Die Szenen, die von seiner Jugend handeln, in denen er absolute Machtlosigkeit, große körperliche Gewalt und psychische Demütigung erlebt, sind kaum zu ertragen. Daher nicht jeden Satz lesen, sondern großzügig darüber quer lesen, sonst hält man es einfach nicht aus. Denn man weiß, daß diese biographisch nahen Beschreibungen des Autors in dieser Zeit kein außergewöhnliches Schicksal waren sondern in der victorianischen Gesellschaft gang und gäbe waren. Hinter der zur Schau gestellten Welt des "Gesellschaftssalons" spielte sich eine raue und brutale Welt ab.
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Letzte Aktualisierung: 09.10.2026 10:25 Uhr.