Der Trend beruht auf den letzten 14 Tagen des Preisverlaufs und ist
keine Vorhersage. Gezeigt wird je Tag der niedrigste Preis aller bei uns
gelisteten Shops — Angebote, die wir nicht erfassen, sind nicht enthalten.
Browser-Benachrichtigung bei PreissenkungWir melden uns, sobald es günstiger wird als heute (18,00 €) — höchstens einmal am Tag. Ohne E-Mail, ohne Konto, jederzeit abbestellbar. Amazon-Angebote sind ausgenommen. Datenschutz
Hinweis: Amazon-Preise sind in der Preisverfolgung bzw. im
Preisverlaufsgraphen nicht enthalten. Wir versenden keine
Benachrichtigungen zu Produkten über Amazon.
EAN 9783423148177
Dostojewski, Fjodor: Aufzeichnungen aus einem toten Haus
Dies ist neben dem Erstling "Arme Leute" sicherlich das berührendste und atmosphärisch dichteste der "frühen" Werke von Dostojewski. Dabei spielt sicher eine Rolle, dass in beiden Geschichten eigene Erfahrungen bzw. solche nahe stehender Personen verarbeitet wurden; dies hebt das Buch von den anderen mal mehr mal weniger geglückten Experimenten dieser Zeit ab. Beide Werke packen den Leser schon mit den ersten Seiten und entwickeln ein unerhörtes mitreißendes Tempo, das zum Weiterlesen zwingt, bis die Geschichte - relativ schnörkellos - zu ihrem Ende kommt. Es scheint wie im Fieberwahn geschrieben und kann durchaus auch in einem solchen gelesen werden; eignet sich bestimmt für den einen oder anderen grippalen Infekt.Es fehlt noch der raffinierte Aufbau und die langsame Entwicklung der Personen- und Ereigniskonstellationen der späten Werke, aber auch der gelegentliche ideologische, zeitweise belehrende Unterton in diesen, der - etwas nervt wäre falsch ausgedrückt- ... den man dort mitgeliefert bekommt ohne ihn eigentlich bestellt zu haben.Fazit: Auch wenn jemand nur (ja, nur!) fünf oder sechs Werke von Dostojewski lesen möchte, dieses sollte dabei sein.
Mit "Aufzeichnungen aus einem toten Hause" aus dem Jahre 1860 verarbeitete Dostojewski seine während seiner Verbannung und Gefangenschaft in Sibirien (1850-1854/59) gemachten Erfahrungen mit dem zaristischen Straflagersystem in Sibirien.Beschrieben wird das triste Alltagsleben der Arrestanten aus der Sicht eines adligen Sträflings und Ich-Erzählers also nicht von Dostojewski direkt. Andere Strafgefangene, ihr Charakter, ihre Verbrechen und ihr Leben in der Zuchthausgemeinschaft werden ebenso beschrieben wie die tägliche Zwangsarbeit.Insgesamt vermag Dostojewski auf 352 Seiten ein interessantes und lebendiges Bild einer sibirischen Strafanstalt zu Mitte des 19. Jahrhunderts zu zeichnen, wobei allerdings die Schilderung mancher Härten möglicherweise ausgelassen wurden um der damaligen Zensur entgegen zu kommen.Die vorliegende Kindle-Edition weist etliche Druckfehler auf was jedoch den Lesefluss nicht sonderlich stört und aufgrund der Kostenfreiheit vernachlässigbar ist und daher auch zu keinem Sternabzug meinerseits führt.
In diesem früheren Roman hat Dostojewski seine Zeit und Erfahrung im Zuchthaus verarbeitet und dafür den fiktiven Sträfling Alexander Petrowitsch Gorjantschikow geschaffen. Sein Ich-Erzähler hat mit seinem Ableben einen ganzen Korb von Papieren und Aufzeichnungen aus der Katorga hinterlassen, der uns nun Einblick in das Leben der zweiten Kategorie von Strafgefangenschaft gibt."Wir kamen ans Ufer. Unten auf dem Flusse lag die im Wasser eingefrorene alte Barke, die man abbrechen musste. Jenseits des Flusses blaute die Steppe; der Anblick war düster und öde." Pos. 1684Gorjantschikow ist ein Adeliger, der all seine Ansprüche durch die Verurteilung wegen Mordes an seiner Frau verloren hat und nach Sibirien ins Städtchen K. am Ufer des Irtysch geschickt wird. In der Katorga muss er sich zuerst einmal zurechtfinden. Deutlich höher gebildet und intellektueller fällt er und landen auf der untersten Stufe der Gesellschaft. Zu Beginn seiner Aufzeichnung wundert er sich in Erzählungen über Vorkommnisse und seine Mithäftlinge nur, ohne das System zu verstehen. Je länger er jedoch tagsüber hart arbeitet und nachts in den Kasernen weggesperrt wird, umso mehr wird er zu einem Teil dieser Katorga."Mir kam einmal dieser Gedanke: wenn man einen Menschen vollkommen erdrücken und vernichten, einer so entsetzlichen Strafe unterziehen will, dass vor ihr selbst der grausamste Mörder erbebte und sie schon im Voraus fürchteten, so braucht man nur seiner Arbeit den Charakter vollkommener Zwecklosigkeit und Sinnlosigkeit zu verleihen." Pos. 370Wir treffen auf viele verschiedene Verbrecher aller Volksgruppen und Religionen des Russischen Zarenreichs. Und auch wenn sie alle Mörder aus Zufall oder Vorsatz, Räuber, Betrüger, Gauner und Vagabunde sind, erinnert Gorjantschikow an sie von einer sehr menschlichen Seite. Sie alle gehen einem Handwerk nach, manche schmuggeln Branntwein und agierten als Pfandleiher. Andere tauschten sogar ihre Identitäten und wieder andere lernten Lesen und Schreiben in der Katorga."Lutschka hatte zwar sechs Menschen ermordet, aber im Zuchthaus fürchtete ihn niemand, obwohl er vielleicht vom ganzen Herzen wünschte, als ein schrecklicher Mensch zu gelten." Pos. 2148Gorjantschikow erzählt von Weihnachtsfeiern, von selbst inszenierten Theaterstücken ebenso wie vom gemeinsamen Gang zum Bad und dem Entkleiden mit Fußfesseln oder von den Tieren, die zeitweilig mit ihnen in der Katorga gelebt haben. Besonderes Augenmerk legt er auf seine Erlebnisse im Hospital, dem Röcheln, Aushusten, Sterben und den Farben und Gerüchen, die all das in der Luft und den Textilien hinterließen.Die Erzählungen sind nicht chronologisch und auch nicht zusammenhängend, sondern geben ein Bild vom Leben in der Katorga beispielhaft wieder, ohne eine Gesamthandlung aufzubauen. Machen Charaktere wiederholen sich, andere finden nur kurze Erwähnung. Dostojewski war in seiner Wortwahl sehr vorsichtig, um die Zensur zu umgehen. Die Folter wird immer wieder in Tausenden gehandelt, gemeint waren Peitschenhiebe oder vom Spießrutenlauf erzählt. Ein Recht auf Rückkehr ins Leben nach der Haft wird nicht gewährt."Der Tote sollte von seinen Fesseln befreit werden ..." Pos. 3376
Deine Bewertung *
0/2000
Bewertungen werden nach Prüfung veröffentlicht. Bitte bleibe sachlich und fair.
* Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben.
Beim Klick auf „Zum Angebot" oder „Zum Shop" verlässt du testmonster.de und wirst zum jeweiligen Händler weitergeleitet.
testmonster.de erhält ggf. eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten.
Letzte Aktualisierung: 15.10.2026 18:19 Uhr.