Mutter: Chronik eines Abschieds
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Bücher EAN 9783442772223

Mutter: Chronik eines Abschieds

Hersteller: Btb  ·  MPN: 1056649
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Produktfakten auf einen Blick

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9783442772223
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Kategorie
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Produktbeschreibung

Mutter | Chronik eines Abschieds | Melitta Breznik | Taschenbuch | 160 S. | Deutsch | 2022

Bewertungen & Erfahrungen

4,5 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★ 3
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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein sehr bewegendes und literarisch ansprechendes Dokument über das Thema Mutter, das man unbedingt lesen sollte. Es vermittelt eine tiefgehende und berührende Perspektive, weist aber durch die Fokussierung eine gewisse emotionale Intensität auf.
Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein sehr berührendes und tiefgründiges literarisches Dokument über die Beziehung zur Mutter. Obwohl es emotional sehr ansprechend ist, gibt es einige Stellen, die man persönlich als etwas weniger detailliert empfunden hat.
Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Tief berührend
Denia 02.04.2024 amazon.de
Ich habe das Buch in einem Zug aufgesaugt.Es hat mich zutiefst berührt, nicht nur, weil ich Ähnliches erlebt habe. Die Autorin findet Worte für Unaussprechliches und gibt Hoffnung und Mut mit ihrer Erzählung.Schreibstil und Intensität der Sprache sind einfach umwerfend. Die Mischung aus Lebensweisheit, ehrlicher Angst, medizinischem Wissen und töchterlicher Liebe gehen tief ins Herz.
Literaturhexle 02.04.2024 amazon.de
Melitta Breznik ist Ärztin in einem Schweizer Krankenhaus, vom Elternhaus lebt sie weit entfernt. Für ein Buchprojekt hat sie sich eine Weile vom Dienst freistellen lassen, doch dann kommt der Anruf ihrer 91-jährigen Mutter, die bislang noch weitgehend selbständig hat leben können, nun aber Hilfe braucht. Die Mutter klagt über schlimme, anhaltende Bauchschmerzen. Die Tochter reist an und sorgt für gründliche Untersuchungen im Krankenhaus. Die Diagnose ist niederschmetternd: Ein stark metastasierender Bauchspeicheldrüsenkrebs, unheilbar. Schon in Kürze wird keine Nahrungsaufnahme mehr möglich sein. Die Mutter wird zum Pflegefall.Die Tochter beschließt, zur Mutter zu ziehen, sie zu pflegen und beim unabwendbaren Sterbeprozess zu begleiten. Dieses kleine Buch ist ein intimes Memoir über die letzten Wochen einer Mutter-Tochter-Beziehung. Die Autorin legt sehr persönlich ihre eigene Geschichte und die ihrer Eltern offen, erzählt von der Kindheit, von der Ehe der Eltern, von den beiden Brüdern, von denen einer schon im Alter von18 Jahren verstorben ist.Sie analysiert das eigene Verhältnis zur Mutter, das nicht immer unbeschwert war. Als Baby war das Mädchen unerwünscht, schließlich war die Mutter bereits 41 Jahre alt und der Vater unzuverlässig. Darüber hinaus gibt es einen erlittenen Verlust, über den sie gern noch mit der alten Frau sprechen möchte.Daneben beschreibt das Buch die Krankheit, die Schmerztherapie, die langsamen Veränderungen des Körpers, die Höhen und Tiefen im Alltag mit einem schwerkranken Menschen. Wachphasen wechseln mit Schlafphasen ab. Letztere werden länger, die Mutter zieht sich aus dem Leben zurück. „Der Tod braucht Zeit, er duldet keine Eile, er duldet nichts anderes neben sich.“ (Epub S. 64)Auch für die Tochter bedeutet der Dienst rund um die Uhr eine große Belastung. Anfangs wird sie noch stundenweise vom Bruder oder einer Nachbarin vertreten, später möchte die Kranke nur noch die Tochter in der Nähe haben, wehrt sich gegen eine entlastende Pflegerin. Diese Situation macht dünnhäutig und fordert enorm. Die Tochter ist nächste Angehörige, Pflegerin und Ärztin in einer Person – es ist bewundernswert, wie sie die Herausforderung annimmt, lediglich telefonisch assistiert von der Hausärztin und befreundeten Studienkollegen. „Die Minuten dehnen sich und doch erscheinen die vergehenden Stunden kurz, eine Zeit, die nirgends beginnt und nirgends endet. Ich kann dann einfach eine Weile dasitzen und nichts tun, fühle eine Gelassenheit dem Leben gegenüber und bin dankbar.“ (Epub S. 74)Dieses Buch ist in einer warmherzigen, sensiblen Sprache verfasst, die die wechselhaften Emotionen und Erinnerungen stets auf den Punkt bringen. Die beiden Frauen teilen noch manch schönen Moment miteinander, sie freuen sich an der Natur, an Musik und alten Geschichten. Sie können sich verabschieden. Der Tochter wird klar, dass sie mit der Mutter den bedingungslosen Rückhalt der Herkunftsfamilie verlieren wird. „Wer wird an meinem Bett sitzen?“, fragt sie sich, gerade weil sie selbst keine Kinder hat.Melitta Breznik gelingt es, ihrer Mutter den Tod in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Dafür hat sie ihr eigenes Leben rund zwei Monate völlig hintenan gestellt. Sie konnte der Mutter einen letzten Liebesdienst erweisen, sie hat das Sterben aushalten können. Das ist heute nicht selbstverständlich in einer Welt, die das Lebensende gerne wegschiebt und ausklammert.Diese Chronik des Abschieds ist ein wichtiges, ein sehr zeitloses Buch. Viel wird über Geburt und Leben geschrieben, über den Tod nur selten. Melitta Breznik hat hier ein Buch verfasst, das Hilfestellung geben und trösten kann. Die Bilder bei jedem Krebstod ähneln sich. Es ist ein Buch der leisen Töne. Die Sätze sind feinfühlig, intensiv, harmonisch, jedoch ohne Pathos und Gefühlsduselei. Es ist kein trauriges Buch, aber es macht nachdenklich. Der Erzählstil hat mich begeistert. Die Autorin hat sehr viel von ihren eigenen Erfahrungen preisgegeben und öffentlich gemacht. Dafür ist ihr zu danken.„Mutter. Chronik eines Abschieds“ ist ein sehr liebevolles, intimes Portrait vom Abschiednehmen zweier Menschen, die bei aller Nähe und Verbundenheit auch schwierige Zeiten miteinander erlebt haben. Es ist absolut ehrlich und ungeschönt. Es steht berechtigt auf der Longlist zum österreichischen Buchpreis 2020. Unbedingt lesen!
Moon 02.04.2024 amazon.de
Melitta Breznik hat als Ärztin eine eher professionelle Einstellung zum Tod. Aber als es um das Sterben ihrer eigenen Mutter geht, kommt sie psychisch und physisch an ihre Grenzen. Ihre Erfahrungen mit dem Leiden und Sterben hat sie in ihrem Buch „Mutter. Chronik eines Abschieds“ aufgeschrieben und damit ein unglaublich emotionales und zutiefst berührendes Werk geschaffen. Schon Jahre zuvor hatte sie in einem Gespräch mit ihrer Mutter klargemacht, dass sie Sterbehilfe ablehnt. Daher weiß die 90-Jährige, als sie die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs im Endstadium erhält, dass sie ihren Weg bis zum Ende gehen muss. Allerdings hatte sie sich den Weg leichter vorgestellt, als er dann im Endeffekt wird. Mit ihrer Tochter an ihrer Seite und dem Sohn in der Nähe kämpft die alte Dame sich mit bewundernswerter Kraft durch die ihr verbliebene Zeit. Sie kann keine Nahrung mehr bei sich behalten, nur noch wenig Flüssigkeit aufnehmen und nach und nach nehmen auch die Schmerzen zu. Melitta Breznik übernimmt zunehmend die Mutter-Rolle für ihre Mutter, wäscht, pflegt und versorgt sie liebevoll.Und auch für sie beginnt ein Weg. Sie muss sich mit sich selbst und ihrem Leben auseinandersetzen, nicht zuletzt stellt sie fest, dass sie nach dem Tod der Mutter nicht mehr „Kind“ von jemandem ist, und muss sich (nach dem Tod des Vaters erneut) der Tatsache stellen, dass auch ihr Leben endlich ist. Und es beginnt eine Zeit, in der sie sich intensiv um ihre Mutter kümmert und sich mit ihr und deren Leben auseinandersetzt, eine Zeit des Annäherns, des Verstehens und Verzeihens. So erfährt der Leser, dass die Mutter den Nachzügler eigentlich nicht wollte, schließlich war sie bei der Geburt ihrer Tochter schon 41, ergraute kurz danach und wurde oft für die Großmutter gehalten. Der älteste Sohn der Familie verstarb mit 18 Jahren, die Ehe der Eltern zerbrach unter anderem am Alkoholismus des Vaters (Quartalstrinker), die beiden versöhnten sich aber kurz vor seinem Tod. Und auch das vermutlich dunkelste Kapitel der Mutter-Tochter-Beziehung kommt zur Sprache: die Mutter zwang die damals 17jährige Melitta zu einer Abtreibung. Sie bedauerte das wohl später, weil sie es ja doch vermutlich irgendwie geschafft hätten mit dem Kind, aber die Entschuldigung, die Melitta Breznik so dringend von ihrer Mutter hätte hören wollen, bleibt aus, dennoch kann sie sich mit ihr aussöhnen.Sprachlich fand ich das Buch trotz des eher nüchternen und distanzierten Schreibstils, sehr sensibel geschrieben. Die Autorin schafft einen Spagat zwischen Melancholie und Traurigkeit und der Beschreibung eines gewissen inneren Friedens, was mich zutiefst berührte, ebenso wie der persönliche Zwiespalt, in dem sie sich als Tochter und Ärztin befand. Nur zu gern hätte sie ihrer Mutter vermutlich alle Schmerzen genommen, entschied sich aber dagegen, weil sie sonst auch ihr Wesen „wegsediert“ hätte.Der Abschied und seine Endgültigkeit schweben über allem, sind aber nie zu bedrückend. Dafür teilen die beiden Frauen bis kurz vor dem Ende schöne Erlebnisse und gemeinsame Erinnerungen an solche. So traurig das Thema an sich ist, so schön fand ich, dass die beiden Frauen die ihnen verbleibende gemeinsame Zeit zur Aussöhnung nutzen konnten, dass es der Mutter möglich war, bis zuletzt zu Hause zu bleiben und dass zwischen ihnen zum Schluss wohl alles Wichtige gesagt war. Trotz der Krankheit und der Schmerzen war der Tod von Melitta Brezniks Mutter menschenwürdig und das würde ich jedem Menschen, nicht zuletzt mir selbst wünschen. Für mich eines der bewegendsten Bücher des Jahres und eine klare Lese-Empfehlung. 5 Sterne.
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