Die Geschichte über Bekanntschaft zwischen Fotografin Nico und der Schauspielerin Ellen ist unglaublich tief und schön. Wie auch in den vorigen Romanen hat Melanie einen Erzählstil, der mich jedes Mal von Beginn bis zum Ende mitnimmt und berührt. Eine klare Empfehlung!!
Ein Wohlfühlbuch, dachte ich im ersten Drittel, weil die Geschichte so angenehm, fast zurückhaltend und in einer interessanten, modernen Sprache erzählt wird. Beide Protagonistinnen wuchsen mir einfach ans Herz und Melanie Raabe versteht es virtuos eine Stimmung zu erzeugen, sodass ich das Buch nur ungern beiseitelegte. Und in dem Moment, in dem ich glaubte, die beiden durchschaut zu haben, und wohin der Plot geht, belehrte sie mich eines Besseren.Nico, die mäßig erfolgreiche Fotografin Anfang dreißig, wünscht sich „mehr Magie in ihr Leben, und mehr Leben in ihre Bilder“ zu bekommen, und notiert die Antworten aller Leute aus ihrem Bekanntenkreis auf ihre Frage, was der Sinn des Lebens sei. Und sie sucht auch Antworten auf Fragen zum Tod ihrer Mutter, die bei einem Fährunglück starb, welches sie selbst als einzige Passagierin überlebte. Und sie fragt sich, warum die berühmte Schauspielerin Ellen, die ihr zufällig begegnete, immer wieder ihre Nähe zu suchen scheint.Als Ellen dann bald spurlos verschwindet, erhält Nico einen klaren Hinweis, dass diese Fragen zusammenhängen, und sie Ellen finden müsse.Es geht also um das Leben, aber auch um Verlust und einige fast beiläufig angerissene aktuelle Ideen und Themen (vielleicht zu viele?), die das Buch in die Jetztzeit einbetten.„Das Leben ist ein Rätsel“ und ich ließ mich einfach in die wunderschön erzählte Geschichte fallen. Am Ende angelangt war ich traurig, dass ich „Nico verlassen“ musste. Dass ich erst einmal dreihundert Seiten lesen musste, bis ich eine ungefähre Ahnung hatte, wie sich der Plot auflösen könnte, zeigt, wie genial die Autorin Spannungsbögen aufbauen kann. Empfehlenswert.