Der Trend beruht auf den letzten 14 Tagen des Preisverlaufs und ist
keine Vorhersage. Gezeigt wird je Tag der niedrigste Preis aller bei uns
gelisteten Shops — Angebote, die wir nicht erfassen, sind nicht enthalten.
Browser-Benachrichtigung bei PreissenkungWir melden uns, sobald es günstiger wird als heute (14,90 €) — höchstens einmal am Tag. Ohne E-Mail, ohne Konto, jederzeit abbestellbar. Amazon-Angebote sind ausgenommen. Datenschutz
Hinweis: Amazon-Preise sind in der Preisverfolgung bzw. im
Preisverlaufsgraphen nicht enthalten. Wir versenden keine
Benachrichtigungen zu Produkten über Amazon.
Wieviel Globalisierung verträgt der Mensch? | Rüdiger Safranski | Taschenbuch | 118 S. | Deutsch
Bewertungen & Erfahrungen
5,0 von 5,0
4 Bewertungen
5 ★4
4 ★0
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen
und geprüfte Nutzerbewertungen von testmonster.de, um dir ein ehrliches Gesamtbild zu geben.
Redaktion27.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch bietet eine tiefgehende und faszinierende Reflexion darüber, wie die Globalisierung unser Denken und unsere Lebensgewohnheiten verändert, was mich absolut begeistert hat. Es ist eine wichtige Lektüre für jeden, der sich mit den aktuellen gesellschaftlichen Wandlungen auseinandersetzt.
Das Buch ist sehr interessant, gerade in der heutigen Zeit. Es regt an zum Nachdenken über die aktuelle Flüchtlingsproblematik.Kann diese Lektüre nur weiterempfehlen.M.F.
Rüdiger Safranski beschreibt in seinem Buch schon 2010 die damals und heute noch verstärkt aktuellen Probleme der Globalisierung, der ideologischen Entgrenzung, der globalen Reizüberflutung bis hin zur Behandlung globaler Strukturen und Konflikte, sehr sachlich, ausgewogen und auf hohem Niveau. Das Buch ist außerordentlich lesenswert, wenn man Sachlichkeit schätzt.Die globalisierte Welt ist komplex, und Handlungen in ihr haben deshalb meist andere Auswirkungen wie erwartet. Der Mainstream-Globalismus mit seinen „Patendrezepten“ (nach Paul Watzlawick) täuscht uns gern darüber hinweg. Bisher haben sich immer spezielle Eliten wie Priester, Philosophen und Politiker angemaßt, die komplexe Welt zu deuten.Der Individualismus ist eine wichtige Errungenschaft der Kultur Europas. Er setzt voraus, dass es Individuen gibt, und dass sie voneinander verschieden sind, also eine Individualität haben. Für jedes Individuum gibt es eine Reichweite der Sinne und eine Reichweite des von ihm verantwortbaren Handelns. Sinnesreize und Handlungen waren von der menschlichen Evolution her miteinander koordiniert. Für unwichtige Reize und Reize, auf die man nicht angemessen reagieren kann, wurde von den Individuen ein Filter entwickelt. Zum Individuum wird man, wenn man für sich selbst Grenzen zieht.Die reale Welt eines Menschen ist lokal und wir sind es von der Evolution her gewohnt und meist auch fähig, ihre Sinnesreize bei Bedarf in Handlungen umzusetzen. Die künstliche Welt des Fern-Sehens und anderer vernetzter Bildschirme ist aber global und überflutet die Menschen mit Information, die sie bestenfalls ertragen, aber nicht mehr in ihre begrenzten, lokal erworbenen Handlungsmöglichkeiten umsetzen können. (Ein Übergang zwischen beiden Welten ist die semi-reale, aber oft frei erfundene Welt der Bücher.) Der globalen Sinnesreize haben sich gänzlich vom lokalen Handlungsmöglichkeiten abgelöst. Diese Entfremdung wird noch verstärkt durch den gnadenlosen Kampf der Medien um Einschaltquoten und den damit verbundenen Trend zu immer stärkeren Sensationen. Dieser wiederum verstärkt die Sucht, die die Konsumenten inzwischen danach entwickelt haben, obwohl sie das alles eigentlich nichts angeht. Ein Teufelskreis, der „... latente Hysterie und Panikzustände“ begünstigt, und zu einer „Fern-Ethik“ führt, die durch das „Fern-Sehen“ verursacht wird. Als weiterer Teufelskreis kommt die „... Komplizenschaft von Terror und Medien“ hinzu: Der Terror liefert den Medien die Sensationen und die Medien liefern dem Terror die Aufmerksamkeit der Fern-Seh-Konsumenten.Als individuellen Lösungsansatz empfiehlt Safranski die Entwicklung persönlicher Souveränität. Diese erfordert „existenzielle Urteilskraft“. Wer diese „... im Dschungel des Sozialen und im Überwuchs globaler Kommunikation gewinnen will, wird nicht ohne lebenskluge Begrenzung auskommen können.“In Kap. 5 enthält das Buch eine sehr lesenswerte Kurzbeschreibung und Analyse von Immanuel Kants berühmter Abhandlung „Zum Ewigen Frieden“. Nach Safranski hat es seither nichts Besseres dazu gegeben, „... was Gedankenreichtum und Realismus betrifft“. Kant argumentiert gegen die vertikale Übermacht einer Weltregierung in einem Weltstaat und das damit verbundene Machtmonopol. Diesen „... hält er weder für möglich noch für wünschenswert“. Er bevorzugt einen horizontal ausgehandelten föderativen Weltstaatenbund auf der Basis von Gesetz und Recht, bei dem „... die Achtung fürs Recht höher geschätzt wird als die sogenannte Menschenliebe“, und das damit verbundene „... süße Gefühl des Wohltuns“. Kant hält die Pluralität der föderalen Staaten, ihr Eigeninteresse und den (zivilen) Wettbewerb zwischen ihnen für unverzichtbar. Heute können wir an den USA im Hinblick auf die angemaßte Weltregierung und an der EU im Hinblick auf die fehlende Achtung vor ihren Gesetzen (die allerdings auch nicht viel taugen) erkennen, wie weise sein Vorschlag war.Sicherheit und Schutz werden im Staatenbund durch die Achtung vor den gemeinsam ausgehandelten gesetzlichen Regelungen und notfalls durch den Druck einer Allianz der föderalen Staaten gewährleistet. „Statt Herrschaft einer Weltregierung die Herrschaft des Gesetzes.“ Das sei zwar auch kein absolut sicherer Grund, aber „... in menschlichen Angelegenheiten gibt es halt keine (Anm. absolute) Sicherheit.“Kant plädiert also für einen rigorosen Formalismus des globalen Rechts. Nur im Recht, nicht in wohlmeinenden politischen oder ideologischen Absichtserklärungen sieht er die Möglichkeit für einen dauerhaften Weltfrieden. Er sah die Chancen dafür 1. in der Entwicklung zur Demokratie, in der Bürger und nicht die Regierungen entscheiden, ob Krieg geführt werden soll. (Anm. Er hatte offensichtlich nicht erwartet, dass die heutigen Demokratien zu Parteidiktaturen entarten, die die Bürger fast vollständig entmündigt haben.) Er sah sie auch 2. in der zivilisierenden Attraktivität des Welthandels, der allen Beteiligten nützt. „Kant konnte aber noch nicht ahnen, wohin der ökonomisch, weltanschaulich und politisch angeheizte Imperialismus führen ... wird.“ Er sah sie 3. im Prinzip der Öffentlichkeit und in der Kraft des Publizierens. Kant konnte sich aber auch dabei offenbar nicht vorstellen, welchen Einfluss die Massenmedien für die Mobilisierung zum Krieg und generell für die Propaganda entfalten würden.
Deine Bewertung *
0/2000
Bewertungen werden nach Prüfung veröffentlicht. Bitte bleibe sachlich und fair.
* Alle Preise inkl. MwSt., ggf. zzgl. Versandkosten. Preise und Verfügbarkeit können sich seit der letzten Aktualisierung geändert haben.
Beim Klick auf „Zum Angebot" oder „Zum Shop" verlässt du testmonster.de und wirst zum jeweiligen Händler weitergeleitet.
testmonster.de erhält ggf. eine Provision — für dich entstehen keine Mehrkosten.
Letzte Aktualisierung: 02.10.2026 18:12 Uhr.