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Jude Fawley, der Unbekannte | Thomas Hardy | Buch | Mit zwei Lesebänchen | 640 S. | Deutsch | 2018
Bewertungen & Erfahrungen
4,7 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★4
4 ★2
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1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen
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Redaktion02.07.2025
testmonster.de · Redaktion
Ich habe dieses Buch als Mitbringsel für jemanden gedacht. Die Gestaltung wirkt klassisch und die Papierqualität ist ansprechend. Die Art und Weise, wie es ankam, hat eine positive Reaktion hervorgerufen.
Redaktion02.12.2024
testmonster.de · Redaktion
Beim Lesen bei gedimmtem Licht ist die Lesbarkeit gegeben, der Zeilenabstand ist angenehm. Die Schriftgröße ist für mich gut lesbar und der Satzspiegel ist regelmäßig.
Redaktion26.10.2024
testmonster.de · Redaktion
Wir haben das Exemplar aus dem Buch in unserem Kreis besprochen. Die Art der Darstellung und die Papierqualität wirken in Ordnung. Die Art und Weise, wie die Seiten angeordnet sind, lässt sich gut erfassen. Die gesamte Aufmachung wirkt gepflegt.
Eines sollte dem geneigten Leser klar sein, der zu einem Klassiker greift. Die Sprache hat nicht unseren Sprachklang, ist demzufolge nicht ganz so einfach zu lesen. Ich habe einige Zeit gebraucht. Aber ich kann sagen es lohnt sich! Thomas Hardy war ein fortschrittlicher Geist seiner Zeit und hat hier ein Buch geschrieben, welches an den Grundfesten einer vergangenen Zeit rüttelt. Er hat mit diesem Buch einigen Aufruhr erzeugt! Einen Aufruhr, der den Autor schließlich dazu bringt keinen Roman mehr schreiben zu wollen. Wenn man das Buch liest/gelesen hat, versteht man auch warum dieser Aufruhr kam. Mit diesem Text greift der Autor feststehende Größen an, die sich natürlich wehren. Man kann sich natürlich auch fragen warum diese sich wehren. Wie heißt es so schön bei den getroffenen Hunden? Sie bellen!Zur Geschichte: Es geht um das Leben von Jude Fawley, aus einfachen Verhältnissen kommend, seine Eltern hatte er früh verloren, wächst er bei seiner Großtante Drusilla Fawley auf. Schon früh wächst in ihm ein Interesse am Lernen/am Lesen/an fremden Sprachen. Er wird erwachsen, arbeitet und trotz gegenläufiger Meinungen hält er an seinen Zielen fest. Er möchte nach Christminster ziehen und zum Studieren in das dortige College gehen. Dann läuft ihm die durchtriebene Arabella Donn über den Weg. Ähnlich wie Jude hat auch seine Cousine Sue Bridehead Ziele und Vorstellungen, die nicht mit den Zielen der Allgemeinheit gleichzusetzen wären. Auch sie verfolgt diese und ist nur vom Charakter her etwas wankelmütiger als Jude. Ihr läuft zum Unterstützen ihrer Ziele Judes ehemaliger Lehrer Richard Phillotson über den Weg. Alle vier bewegen sich fortan durch den Roman auf der Suche nach dem Glück und dieser Weg wirkt manchmal für manchen der Vier wie ein Albtraum.
Der Junge Jude Fawley, der als Waise bei seiner Tante in der Bäckerei im Norden von Wessex aufwuchs, verschwor sich der Bildung, als Mr. Phillotson, sein bewunderter Lehrer mit seinem Klavier aufbrach, um in Christminster als Gelehrter Großes zu erreichen. Seine ganze Jungend hindurch träumte er von Christminster, er organisierte sich Lehrbücher in Latein und Griechisch und lernte wie ein Besessener im Selbststudium. Als er schließlich reif genug war und sich nach Christminster aufmachte, wurde sein Weg von der drallen Arabella gekreuzt. Der junge Mann ließ sich von der dreisten Person um den Finger wickeln und als sie ihm unter Tränen von dem Kind in ihrem Leib erzählte, nahm er seine Verantwortung recht ernst und Arabella zur Frau.Doch das ging nicht lange gut und Arabella ging mit ihren Eltern auf ein Schiff nach Australien, woraufhin Jude neuerlich sein Ziel aufnahm und es bis nach Christminster schaffte. Der Zugang zur Universität war ihm jedoch verwehrt, so verdiente er sich sein Auskommen als Steinmetz und Kirchenrestaurator, als er eines Tages seiner Cousine Sue Bridehead begegnete und sich mit ihr anfreundete. Sue hat in der Zwischenzeit der ungleichen Heirat mit dem alte Mr. Phillotson zugestimmt, um in Christminster bleiben zu können. Eine lange Verlobungszeit, ein Zerwürfnis Sues im Lehrerinnenpensionat, eine plötzliche Heirat und eine immer größere Sehnsucht zwischen Sue und Jude, erweichte schließlich Phillotsons Herz und er gab Sue frei. Von da an lebten die beiden zusammen und freuten sich ihres Glücks. Allein der Gang zu Traualtar gelang ihnen nicht, zu mächtig war der Ehefluch über ihren beiden Familien."Sie wirken wie eine Person in zwei Hälften geteilt." S339Doch das Glück war nicht von Dauer. Die wilde Ehe ließ sich schwerlich verbergen und die beiden wurden immer weiter aus der Gesellschaft gedrängt und Jude verlor seine Anstellung. Als Arabella wieder auftauchte und schließlich den gemeinsamen Sohn, Väterchen Zeit, ein zurückgezogener, melancholischer Junge, in Judes und Sues Obhut gab, waren dem Unglück Tür und Tor geöffnet."Die Blumen würden mir schon sehr gefallen, wenn ich nicht immerzu daran denken müsste, dass sie alle in ein paar Tagen verwelkt sein werden." S626Der Roman ist großartig erzählt, unbeschreiblich flüssig und schafft eine große Nähe zu seinen Protagonisten. Arabella, die Sünderin, die Opportunistin ist wohl die Figur, die am meisten Spannung und Unbehagen in die Handlung bringt. Jude selbst ist ein integrer, junger Mann mit hohen Zielen, der sich trotz seinem unbändigen Optimismus, der Gewalt des Lebens fügen muss. Sue versucht selbst bestimmt durchs Leben zu gehen und ist zumal etwas überspannt."Der Hausfrauenstand hat dich noch nicht in seinem großen Maul zu einem Atom ohne eigene Persönlichkeit zermatscht und verdaut." S276Bildung ist nach wie vor ein Vorrecht des höheren Standes und da konnte auch Judes großes, schöngeistiges Interesse kein Erbarmen finden. Das außereheliche Zusammenleben, die Gründung einer Familie ohne ehelichem Stand, die Schmach einer Scheidung, die beide auf sich nehmen mussten, alles Bürden, die immer größer wurden in einer Gesellschaft die aus Bigotterie und engstirnigen Kleinkrämern bestand. Die Tragödie spitzt sich zu, als die Familie am Ende nach Christminster zurück kommt und keine rechte Unterkunft findet.Ich liebe diese Hanser Klassiker in ihren neuen Übersetzungen und wunderschönen Aufmachung in Leinen gebunden mit doppeltem Lesebändchen. Jude Fawley ist ein weiterer dieser Bände, die in keiner privaten, klassischen Bibliothek fehlen sollte. Ein großartiger, tragischer Roman.
"Drum prüfe, wer sich ewig bindet ..." – und genau das haben der Protagonist Jude Fawley und seine geliebte Cousine Susanna gründlich versäumt. Blauäugig, regelrecht naiv, geht Jude seine Lebensplanung an und scheitert auf ganzer Linie. Die Ehe ist im viktorianischen England eben eine heilige Institiution, gerade auf dem Lande. Und dort entfaltet Thomas Hardy seine Geschichte aus Intrigen, enttäuschten Hoffnungen und Verlogenheit.Obwohl sie bereits mit anderen Menschen verheiratet sind, beginnen Jude und Sue eine Beziehung – und fordern damit die Gesellschaft heraus. Dieser Lebensentwurf ist nicht der einzige moderne Ansatz. Jude ist zum Beispiel altsprachlich begabt und möchte gerne seinen Steinmetz-Beruf an den Nagel hängen, um zu studieren: ein Handwerker im England von 1880!Hardy nimmt uns mit in die Spelunken einer Universitätsstadt, auf die Jahrmärkte und Absteigen der einfachen Leute. Er zeichnet eine arme Gesellschaft, in der sich das vorgeblich gute Wertekonzept als bigottes Unterdrückungregime erweist. Dieses pralle Porträt eines Glückssuchers, der dadurch nur zum gesellschaftlichen Außenseiter wird, ist ironisch, letztlich voller Pessimismus und ganz klar ein Klassiker!
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Letzte Aktualisierung: 28.09.2026 14:11 Uhr.