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EAN 9783446258754
Abgefahren: Nominiert für den Deutschen Jugendliteraturpreis, Kategorie Jugendbuch
Abgefahren | Dirk Pope | Taschenbuch | 236 S. | Deutsch | 2018 | Carl Hanser Verlag
Bewertungen & Erfahrungen
4,2 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★1
4 ★5
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen
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Redaktion26.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Die Geschichte ist sehr packend und die emotionale Tiefe ist beeindruckend, allerdings finde ich den Anfang etwas langsam.
Redaktion23.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ich habe das als Mitbringsel für eine Feier ausgewählt. Die Gestaltung ist in Ordnung und die Buchqualität ist angemessen. Die Bindung hält das Buch beim Transport gut.
Redaktion12.03.2025
testmonster.de · Redaktion
Ich habe dieses Buch für jemanden gesucht, der eine Geschichte über Trauer lesen soll. Die Aufmachung ist in Ordnung und es ist gut gebunden. Es passt gut als Geschenk für jemanden, der solche Themen mag. Für alle, die etwas zum Nachdenken suchen, kann es eine Option sein.
I want you to believe...to believe in things that you cannot.”(Bram Stoker)Auch in der Gegenwart hat dieses berühmte Zitat aus dem Roman "Dracula" von Bram Stoker nichts an seiner Bedeutung verloren. Dirk Pope greift in seinem Buch "Abgefahren" viele Motive des Klassikers auf und transportiert sie in die heutige Zeit. Hier geht es um Viorel, einen dicken und lustlosen Teenager. Als seine Mutter eines Tages tot am Küchentisch sitzt, ist er starr vor Trauer. Wollte sie nicht in ihrer Heimat am Schwarzen Meer bestattet werden? Wie soll er das hinkriegen, ohne Geld, Totenschein oder Sarg? Notgedrungen wickelt Viorel die tote Mutter in einen Schlafsack und übernimmt selbst den Transport gen Osten. Ein Anhalter erzählt ihm von den Vampirmythen Transsylvaniens, kurz darauf kommt der Mann bei einem tragischen Unfall ums Leben. Mit nun zwei Leichen im Gepäck reist Viorel weiter Richtung Rumänien. Er will seine Mutter beerdigen. Und das wird er schaffen!Bereits das Cover fällt aus dem Rahmen des Üblichen. Denn es ist gut auf den Inhalt des Buches abgestimmt worden. Auf den ersten Blick konzentriert man sich auf einen dicklichen (alterslosen) Mann, der gemeinsam mit einem großen Hund auf einem Auto sitzt. Man kann sie nicht klar erkennen, sie wenden uns den Rücken zu und verweigern sich einer genauen Betrachtung. Auf den zweiten Blick erkennt man viele Motive, die eine eher bedrohliche Stimmung vermitteln. Vor allem die Fledermaus, die mit ihren ausgebreiteten Schwingen die gesamte in einem satten Orangeton glühende Erdkugel zu umfassen scheint, greift das Motiv des berühmten Untoten Graf Dracula auf, in dessen Heimat Transsilvanien wir den Protagonisten Viorel begleiten. Aber auch der Totenkopf, der auffällig auf dem Kofferaum des Wagens platziert ist, und der Kopf eines Papageis, den man leicht mit einer hügeligen Landschaft verwechseln könnte, läßt uns stutzen. Insgesamt wirkt das Cover etwas skurril, retro und schräg. Mal was ganz Anderes, genauso wie der kurze und knackige Titel des Buches.Der Plot des Buches ist originell, und das Setting für diesen Höllentrip perfekt. Wenn wir das Buch aufschlagen, dürfen wir uns über eine Landkarte freuen, mit deren Hilfe wir die ausgefallene Route von Viorel verfolgen können. Die Einteilung der Kapitel erfolgt mit einer genauen Angabe der Kilometer, die der Held dieses Buches in seinem alterrschwachen Fahrzeug zurückgelegt hat.Viorel ist definitiv kein Protagonist, mit dem sich der Leser dieses Buches identifizieren kann. Man begleitet ihn auf einem Höllentrip, aber er bleibt uns fremd. Das Geschehen wird ausschließlich aus seiner Perspektive vermittelt. Auch sprachlich gesehen wirkt dieses Buch eher rauh und ungeschliffen, was aber gut zu dem heranwachsenden Teenager passt, der auf der Suche nach sich selbst ist und seine Phantasie mitunter von der langen Leine läßt.Ja, was soll ich sagen? Viorel ist ein übergewichtiger Teenager, der aus dem Bauch heraus handelt, seine tote Mutter im Kofferraum verstaut und sich hinter das Steuer klemmt, um sie in ihre Heimat zu transportieren, ohne einen Führerschein zu besitzen. Ohne Papiere, ohne Geld, aber mit Leichengeruch im Auto und einem mysteriösen Anhalter mit spitzen Eckzähnen, der ihn mit Schauergeschichten von Toten und Untoten wachhält und sich nicht an einer Leiche im Kofferraum stört, bevor er selbst einem Unfall zum Opfer fällt und im wahrsten Sinne des Wortes gepfählt wird. Bevor Viorel sein eigentliches Ziel erreicht, wird er noch viele seltsame Begegnungen mit Menschen und Tieren hinter sich bringen müssen, die nicht nur ihm, sondern auch dem Leser die Haare zu Berge stehen lassen. Interessanterweise erscheint Viorel nach seiner Begegnung mit Toten und Untoten lebendiger als jemals zuvor.Dirk Pope nimmt seine Leser mit auf eine Reise in den „Wilden Osten Europas". Er versteht sein Werk als ein Roadmovie voller Skurrilitäten, und in der Tat entzieht es sich einer klaren Deutung. Man stolpert immer wieder über seltsame Andeutungen, die sich aber niemals konkret fassen lassen. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, auch wenn ich es nicht als Lektüre für Jugendliche sehen würde. Gern vergebe ich 4 Sterne für eine richtig schräge, mitunter makabre und pietätlose Geschichte, die zahllose Motive aus dem Roman "Graf Dracula" von Bram Stoker aufgreift und aus dem Rahmen des Üblichen fällt.
Der Titel ist so plakativ zweideutig, dass man sich über den Verlauf dieses etwas verqueren Roadtrips von Viorel am Ende gar nicht mehr wundert. Denn den stark übergewichtigen Jungen ereilt ein unerwarteter Schicksalsschlag, zusätzlich zu den Gemeinheiten, die das alltägliche Leben für dicke Menschen so bietet: er ist in der Schule ein Versager, sein Sozialleben beschränkt sich auf das Zusammensein mit seiner Mutter in der kleinen Wohnung in Essen und das Essen selbst ist sein einziger Zeitvertreib, dementsprechend seine Körperfülle. Nun aber stirbt die Mutter über Nacht und Viorel ist mit der Situation verständlicherweise überfordert. Die Mutter ist rumänischer Abstammung und er erinnert sich vage, dass sie sich gewünscht hat, in ihrer Heimat begraben zu werden. Also packt er die Leiche in den alten Corsa der Mutter, schnappt sich noch ihren Pass und ein paar Euro Ersparnisse und braust los Richtung Osten, obwohl er nicht einmal einen Führerschein hat. Schon ab hier wird die Geschichte etwas absonderlich, denn von hier an wird Viorel mehrere Tage ohne Schlaf auskommen und noch dazu nahezu ohne Fahrerfahrung hinter dem Steuer gen Rumänien fahren. Er nimmt unterwegs einen merkwürdigen Anhalter mit, bei dem schon die Anzeichen in Richtung draculesker Ereignisse vorgezeichnet sind. Mehrere Landesgrenzen passiert er ohne Hindernis, in Ungarn lädt er sich unversehens die zweite Leiche ins Auto und in Rumänien wird er dann Opfer einer merkwürdigen Attacke auf sein Fahrzeug, an deren Ende er sowohl das Auto als auch die zweite Leiche verliert. Offenbar temperatrurresistent (immerhin ist es kurz vor Weihnachten mit Schnee und Minusgraden in Rumänien) macht sich Viorel dann zu Fuß auf den Weiterweg und kommt überraschend wieder in den Besitz seines Corsas, allerdings ohne noch den Zündschlüssel zu haben. Doch am Ende wird ihm auch hier geholfen, sodass er an seinem vermeintlichen Ziel angelangt: der Wohnung seines Onkels, der ihm mit der Bestattung der Mutter behilflich sein soll. Ab dann aber, man erahnt es angesichts des noch offen stehenden Buchrests, wird es noch kurioser: der Onkel war gar nicht der Bruder der Mutter, sondern des längst verstorbenen Vaters. Stattdessen lernt er auf einmal die Nachbarschaft kennen und wird erstaunlich freundlich empfangen. Dass er ebendort mehrere Gläser Pflaumenschnaps trinkt und verträgt und danach weiter Auto fahren kann? – geschenkt. Jedenfalls beginnt ab dann der schöne Teil der Geschichte, denn seine Körperfülle ist auf einmal kein Hindernis mehr, die Menschen, die er kennen lernt sind warmherzig und hilfsbereit und wie nie zuvor fühlt er auf einmal Zuversicht, selbst wenn er die Leiche der Mutter noch bis zum Donaudelta kutschieren muss, wo ihre eigentliche Heimat war. Dort angekommen muss er aber wieder improvisieren, denn ohne Papiere geht nur etwas gegen Geld und davon hat er nichts mehr. Wie Viorel das Problem der Bestattung löst, ist dann durchaus abenteuerlich, und auch der fast schon romantische Ausgang der Geschichte bietet einen versöhnlichen Abschluss mit den Dracula-Elementen zuvor.Man hat das Buch recht schnell durchgelesen, zwischendurch ergeben sich immer wieder Lacher, wenn Viorel seine Vorurteile mit der Realität ringen lassen muss. Man hat aber auch tiefstes Mitleid mit diesem verunsicherten Fettsack, dessen amateurhaftes Ringen um eine Lösung für seine tote Mutter und sich selbst einem Kampf gegen Windmühlen gleicht. Die Mischung zwischen Fiktion und Realität ist ein wenig arg konstruiert, aber es schadet der Geschichte am Ende nicht. In einem muss man Viorel aber zustimmen: man weiß viel zu wenig über Osteuropa und sollte sich wie er durchaus positiv überraschen lassen. Insgesamt ein nettes Buch, bei dem man ab und zu beide Augen zudrücken muss, wenn es ins Fantasyhafte übergeht, aber durch das große Maß an Menschlichkeit entschädigt wird.
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Letzte Aktualisierung: 08.10.2026 18:25 Uhr.