Blom, Philipp: Die Unterwerfung
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EAN 9783446274211

Blom, Philipp: Die Unterwerfung

Hersteller: Blom, Philipp  ·  MPN: 795174
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Produktfakten auf einen Blick

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Blom, Philipp
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9783446274211
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795174
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Produktbeschreibung

Die Unterwerfung | Anfang und Ende der menschlichen Herrschaft über die Natur | Philipp Blom | Buch

Bewertungen & Erfahrungen

4,8 von 5,0
6 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein faszinierendes und tiefgründiges Werk, das mich absolut begeistert und mir viel zum Nachdenken über die Geschichte der Erde bietet. Philipp Bloms Darstellung ist unglaublich packend und die Geschichte der Unterwerfung der Natur ist wunderbar aufbereitet.
Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein faszinierendes und tiefgründiges Werk, das mich absolut begeistert hat und mir viel über die Geschichte der Unterwerfung der Natur vermittelt. Die Darstellung ist unglaublich spannend und reich an Wissen.
Redaktion 15.06.2026 testmonster.de · Redaktion
Ich habe die Ausgabe erhalten und der Zustand ist akzeptabel für ein gebrauchtes Buch. Das Papier wirkt etwas dünn, aber die Seiten sind nicht gerissen. Die Aufmachung ist einfach gehalten.
Amazon Kunde 17.05.2024 amazon.de
Der Autor geht in seinem Buch der Frage nach, wie es kam, dass sich homo sapiens in eine derart prekäre Lage manövrieren konnte.Die Suche nach einer Antwort führt ihn weit zurück ins Zweistromland. Hier tauchen sie auf: Gilgamesch von Uruk, die Assyrer, die Babylonier, um nur einige Namen zu nennen. Es ist damit der Raum betreten, der die Heimat der Bibel darstellt. Dieses Buch fiel natürlich nicht vom Himmel herab. Mannigfaltig sind die Einflüsse der Umwelt (z. B. Sintflutgeschichte). Gleich im ersten bibl. Buch erhält der Mensch den Auftrag, sich die Erde "untertan zu machen" ( im Original: sie niederzwingen! Gen 1, 27 ). Der Befehl von höster Stelle erteilt verfehlt seine Wirkung nicht. Bis in unsere Gegenwart hinein prägt er Denken und Handeln. Philosophen steuerten entsprechende Argumentationshilfen bei (vgl. Fr. Bacon, R. Descartes).Wie ein Wurzelwerk sich tief ins Erdreich verzweigt, so auch dieses Denken: Sklaverei, Kolonialismus, Unterdrückung der Frau... Die Liste kann verlängert werden. Weil ein solches Denken uns in Fleisch und Blut übergegangen ist, ist es uns häufig nicht mehr bewusst. Ein neues aufgeklärtes Denken muss her. Das Stück ist vorbei. Die theologischen Kulissen sind abzubauen.Das Buch enthält eine klare Diagnose. Eine entsprechende Therapie sollte nicht allzu lange auf sich warten lassen.
Matthias Luhn 17.05.2024 amazon.de
Gerne Wieder
Knöppler, Andreas 17.05.2024 amazon.de
Die vorliegende Monographie untersucht die ideengeschichtlichen Wurzeln der globalen Ökokata-strophe. Dazu werden wirkmächtige historische Texte mit der gesellschaftlichen Entwicklung verglichen und ihre Prämissen, Implikate und Konsequenzen im Lichte neuerer psychologischer, sozial- und kulturwissenschaftlicher sowie anthropologischer Erträge evaluiert. Der Ansatz ist global.Blom zeigt auf, wie eine ältere, sanftere matriarchale Kultur allmählich durch die komplexere "hy-draulische", auf Bewässerung beruhende Kultur Mesopotamiens verdrängt wurde. Dort wurde erstmals die Landschaft transformiert, gezähmt, unterworfen, mit Getreideanbau, Besteuerung, Bevölkerungswachstum, Arbeitsteilung, Hierarchisierung, Eigentum, Armeen, Tempeln, Palästen, Märkten und Bibliotheken in der Folge. Niedergeschrieben sind Unterwerfungssehnsucht und menschliche Hybris erstmals im GilgameschmythosÜber das babylonische Exil der Judäer gelangte der Unterwerfungsauftrag in die Bibel (Genesis 1:28) und sprang von dort über auf das Christentum. Detailreich werden die innerchristlichen Widersprüche infolge der Aufnahme griechischer Systematik, platonischer Lustfeindlichkeit und manichäischer Paranoia beschrieben, ebenso die Probleme, die entstehen, wenn eine chiliastische Endzeitsekte in eine machtvolle Staatskirche transformiert wird.Kenntnisreich erforscht der Autor die Gründe, warum ausgerechnet Europa und nicht etwa China oder das Osmanische Reich zur Weltmacht wurde. Reformationszeit, Religionskriege und die "kleine Eiszeit" zwischen 1560 und 1685 setzten Europa unter Innovations- und die christliche Monopoltradition unter Rechtfertigungsdruck. Die Aufklärung trat ihren Siegeszug an mit dem Versprechen, daß Hunger, Krankheit und Krieg und alle Übel dieser Welt bald besiegt sein würden"Die Aufklärung" war allerdings keine einheitliche Denkschule, sondern regional sehr unterschiedlich ausgeprägt und (entsprechend der Sozialisierung der Aufklärer) christlich-theologisch aufgeladen. Folglich nahm sie theologische Kernideen in sich auf: (1) Fortschritt (Heilsgeschichte); (2) Stellung des Menschen außerhalb und über der Natur und deren Unterwerfung (Genesis); (3) Erlösung durch die Vernunft (religiös: Seele). Blom erörtert die Standpunkte der gemäßigten wie der radikalen Aufklärung, stellt kritisch die Positionen von Descartes, Rousseau, Voltaire, Kant, d’Holbach vor, aber auch die von Montaigne, Bacon, Bernadino Telesio und Baruch des Spinoza, welche Perspektiven jenseits der Logik von Herren und Sklaven suchten.Beschrieben werden die Verheerungen und Folgekosten, welche der fortschrittsoptimistische Un-terwerfungsauftrag auch in einer "aufgeklärten" Welt mit Kolonialismus, Kapitalismus und Sozialismus angerichtet hat: abgeholzte Wälder, ausgelaugte Böden, überfischte Meere, ausgerottete Tiere, zerstörte Lebensräume, vernichtete menschliche Lebensweisen und Identitäten, Verarmung, Pogrome, Kriege. Allmählich wurde nicht mehr die Natur, sondern der Mensch als Bedrohung wahrgenommen, was Gegenbewegungen wie die Romantik ins Leben rief, in denen der Mensch ein Teil der Natur blieb.Abschließend stellt der Autor den neuzeitlichen Paradigmenwechsel vor. Ausgehend von den Erträgen der Relativitätstheorie, der Quantenphysik, der Mykologie (Pilzkunde), der Entdeckung des menschlichen Mikrobioms und der Epigenetik entstanden neue Disziplinen: Kybernetik, Komplexitätsforschung, Klimaphysik, Anthropologie, Spieltheorie, Verhaltensbiologie, Mikrobenforschung usw. Die alte Metapher von der Welt als Maschine, als Uhrwerk, war nicht länger haltbar. An ihre Stelle trat das Bild des Menschen als zutiefst symbiotischer Organismus und als Produkt ungeahnter Kommunikationsprozesse zwischen zahllosen Lebensformen, die Einsicht, daß Menschen und ganze Gesellschaften in einem radikalen Abhängigkeitsverhältnis zu natürlichen Prozessen stehen.Blom ist sich bewußt, daß der Mensch ohne seine theologischen Ideen nichts weiter ist als ein Primat, der über sich selbst beleidigt ist, weil er eine Idee von sich selbst hat, die er nicht einlösen kann. (S. 335/336) Er weiß, daß der Mensch, wie alle anderen Arten auch, sterblich ist und untergehen wird, vermutlich ohne spektakuläres Finale. Dennoch stellt er in Aussicht, die Welt philosophisch, durch Zeichnen einer "besseren Landkarte", in der "Natur" und "Kultur" keine Kategorien der Differenz mehr sind, wieder bewohnbar zu machen.Dieses Schlußwort scheint mir zu optimistisch. Es berücksichtigt nicht Dominanzhierarchien, Territo-rialität und Gruppenegozentrizität, das unkontrollierte Bevölkerungswachstum, die Weiterverbreitung von Massenvernichtungswaffen und den eskalierenden Kampf um schrumpfende Ressourcen, ebensowenig die kognitiven und emotionalen Beschränkungen des Menschen, welche eine Lösung dieser Probleme unwahrscheinlich machen.Abgesehen von diesen bedauerlichen Auslassungen, stellt das Werk doch einen wertvollen Beitrag zur Selbstaufklärung des Menschen dar und bleibt daher empfehlenswert.Weiterführend und ergänzend: HEADRICK, Daniel R.: "Macht euch die Erde untertan. Die Umwelt-geschichte des Anthropozäns" (2021) sowie RIEDL, Rupert: "Strukturen der Komplexität. Eine Mor-phologie des Erkennens und Erklärens" (2000).
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