Der Hof des Kalifen: Córdoba als Zentrum der islamischen Hochkultur
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EAN 9783451033186

Der Hof des Kalifen: Córdoba als Zentrum der islamischen Hochkultur

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Produktbeschreibung

Der Hof des Kalifen | Córdoba als Zentrum der islamischen Hochkultur | Eduardo Manzano Moreno | Buch

Bewertungen & Erfahrungen

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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 28.04.2026 testmonster.de · Redaktion
Die Papierqualität ist solide und das Druckbild ist klar. Die Bindung hält das Buch in Ordnung, aber das Cover wirkt etwas abgenutzt. Das Gewicht ist merklich, wenn man es in der Hand hält.
Redaktion 06.11.2025 testmonster.de · Redaktion
Der Austausch des ersten Exemplars war nötig, aber das zweite Buch ist in einem guten Zustand angekommen. Die Druckqualität ist gut und die Buchbindung hält den Inhalt fest. Die Lesbarkeit der Texte ist ohne Probleme gegeben.
Redaktion 18.01.2025 testmonster.de · Redaktion
Ich habe dieses Buch als Mitbringsel für eine Kollegin ausgewählt. Die Papierqualität wirkt solide und die Bindung hält das Buch gut zusammen. Die Darstellung der historischen Darstellung ist klar und gut lesbar. Die Lieferung erfolgte ohne Probleme.
Frank Stefan Becker 22.06.2023 amazon.de
Kurz und knapp:• Fokussiert auf die Herrschaftsmechanismen und -strukturen zur Zeit der Kalifen Abd ar-Rahman III und al-Hakam II• Behandelt die für den Untergang des Kalifats maßgebliche Machtübernahme des kriegerisch erfolgreichen Emporkömmlings Al-Mansurs nur noch am Rande• Die stete Doppelung (westlich/islamisch) von Bezeichnungen, Titeln und Datumsangaben erschwert den LeseflussDie rund ein Vierteljahrtausend währende spanische Herrschaft der 750 aus Damaskus blutig vertriebenen Omayadendynastie kulminierte in der Zeitspanne von 912-976, als zwei fähige Herrscher den Staat zu später nie wieder erreichter Machtentfaltung und kultureller Blüte führten. Manzano Moreno analysiert an Hand von Originaldokumenten die damaligen politischen Verhältnisse und Mechanismen, die Cordoba für einige Jahrzehnte zum Zentrum eines ausgeklügelten Machtapparates machten, dem es gelang, durch effiziente Besteuerung die Ressourcen des islamischen Spaniens (Al-Andalus) in der Hauptstadt zu bündeln.Besonders stützt sich der Autor dabei auf ein Stück der „Höfischen Annalen“ („Muqtabis VII“), die Isa ar-Razi, ein Zeitzeuge, für den Kalifenhof verfasste, und die den Zeitraum 971-96 umspannen. Zu Beginn des Buches schildert Manzano Moreno, welch dünner Faden zufälliger Überlieferung dazu führte, dass 1888 eine einzige Abschrift in einer algerischen Privatbibliothek entdeckt und kopiert werden konnte – nur 4 Jahre, bevor diese Bibliothek aufgelöst und ihr Inhalt nach Gewicht verramscht wurde! Auch das weitere Schicksal der Textedition bis hin zur Publikation des Autors ist ein abenteuerlicher Hindernislauf, dessen Nachzeichnung verdeutlicht, warum wohl noch viele weitere Manuskripte ihrer Auswertung harren.Auf S. 39 beginnt die eigentliche Darstellung des Kalifats mit interessanten Ausführungen über die Rolle des Wetters (und diesbezüglicher Aufzeichnungen) im Machtapparat, später werden die „Ressourcen und Reichtümer“ behandelt und dargestellt, wofür sie verwendet wurden – vor allem für Militär, Bauten, die repräsentative Hofhaltung und Politik vermittels großzügiger Geschenke. Weiterhin wird die Rolle der Macht, die Herrschaftslegitimation (vor allem in Konkurrenz zum abbasidischen Kalifat in Bagdad und dem fatimidischen in Tunesien bzw. später Kairo) analysiert. In diesem Zusammenhang muss auch das jahrelange, Ressourcen verschlingende Ringen um die Vorherrschaft über die Berberfürsten im westlichen Maghreb (Marokko) gesehen werden, das ab S. 179 geschildert wird.Hier erliegt allerdings Manzano Morena meinem Empfinden nach der Versuchung, vor der er selber auf S. 33 gewarnt hatte, dass nämlich die dem Buch „zugrundeliegende Quelle in ihrer Detailverliebtheit dazu verführt, die historische Darstellung derart weitschweifig anzulegen, dass die eigentliche Erzählung hinter zahllosen nicht immer relevanten Kleinigkeiten verloren geht …“ Dazu gehören für mich z.B. die auf den Seiten 194-199 aufgeführten Tabellen mit der Übersicht über die mit Tag und Namen des Empfängers aufgeführten Geldsendungen an Beamte in Nordafrika, die arabischen Bezeichnungen der Münzen und Wertgegenstände, sowie die Liste der empfangenden lokalen Notabeln samt der Ihnen zugeteilten Geschenke (z.B. Schwerter, ungefütterte Stoffe, Turbane). Zusammen mit der Tatsache, dass alle Datumsangaben, Gegenstände, Bauten und Ränge von Höflingen stets in europäisch-islamischer Doppelbezeichnung aufgeführt werden, ergibt sich manchmal ein unnötig zäher Lesefluss.Vergleichsweise knapp fallen die Beschreibungen von Cordoba (ein Stadtplan des 10. Jh. fehlt) sowie der ab 940 errichteten Palaststadt Medinat az-Zahra aus, die für den letzten, schwachen Kalifensohn Hischam II zum goldenen Käfig werden sollte, bevor sie ab 1010 vom lokalen Pöbel geplündert und zerstört wurde.Außerhalb der auf Strukturen gerichteten Betrachtungen des Autors verbleiben praktische alle zwischenmenschlichen Aspekte der Mächtigen. Zu den wenigen Ausnahmen gehören die Geschichte, wie eine Konkubine von Abd ar-Rahman III durch eine großzügige „Spende“ der rechtmäßigen Gattin eine Nacht mit dem Fürsten abgekauft haben soll – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Thronfolge! Der damals gezeugte al-Hakam II konnte dann aber erst mit 46 Jahren das Kalifenamt antreten, wobei er bis dahin seltsamerweise die Gesellschaft von Frauen meiden musste (S. 263). Ein arabischer Autor schrieb dazu, dass er geduldig diese Bürde getragen habe, die ihn „aufgrund der Langlebigkeit seines Vaters seiner besten Jahre beraubte und ihm die intimen Freuden des Lebens vorenthielt; das alles um des Erbes des Kalifats willen, das er erst im fortgeschrittenen Alter und mit nachlassender Libido antrat. … Indem er sich in Gehorsam übte und auf den größten Genuss des Menschen - das Ausleben der Sexualität – verzichtete, ertrug er seinem Vater zuliebe eine Last, die viele überfordert hätte …“ Dass al-Hakam in Folge dieser Beschränkung bei seinem Tod nur den noch unmündigen Sohn Hischam II hinterließ, der für das Kalifenamt zu jung war, hatte zur Folge, dass Höflinge wie Al-Mansur die faktische Macht übernehmen und die Omayadendynastie untergehen würde. Die spannende Geschichte des Emporkömmlings Al-Mansur, der Cordoba ein letztes Mal zum glanzvollen Zentrum seiner Militärdiktatur machen sollte, ist leider nicht mehr Thema des Buches. (Hier sei z.B. auf das von mir rezensierte Werk von B.A. Catlos „al Andalus“ verwiesen).Am Schluss des Buches findet sich – neben den Anmerkungen zu den einzelnen Kapiteln – ein 32-seitiges Quellenverzeichnis und skurrilerweise eine 4-seitige Tabelle über die Jahreszyklen des Anbaus diverser Früchte, Gemüse, Weizen. Nüsse etc. Die wenigen s/w Fotos im Buch spielen dagegen nur eine Randrolle und tragen kaum zur Vertiefung bei.Insgesamt bietet Manzano Morenos Buch genau das, was es verspricht: Eine überaus fundierte Analyse der Kalifenherrschaft im 10. Jh., nach deren Lektüre man mit anderem Blick durch die noch heute wunderschöne Altstadt von Cordoba spazieren wird!
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