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Ihr macht uns die Kirche kaputt... | ... doch wir lassen das nicht zu! | Daniel Bogner | Buch | 2019
Bewertungen & Erfahrungen
4,4 von 5,0
5 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion21.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein unglaublich wichtiges und fesselndes Werk, das tief in die komplexen Strukturen der Kirche eintaucht und sehr beeindruckend ist. Ich empfehle es jedem, der sich für diese Themen interessiert.
Der Autor analysiert die strukturellen Probleme der römisch-katholischen Amtskirche punktgenau. Es geht also nicht um Glaubensfragen. Das Buch richtet sich in erster Linie an katholische Christen (Frauen und Männer), denen einerseits ihre Kirche nicht gleichgültig ist und die andererseits nicht zu jenen zählen, die alles "von oben", unter Abschalten ihres Verstandes, als angeblich "von Gott gewollt" und vom "Heiligen Geist inspiriert" kritiklos hinnehmen, sondern die sich ernsthaft Sorgen um die Zukunft der Gesamtkirche machen.Der Autor studierte Theologie, Philosophie sowie Politikwissenschaft und ist Professor für Moraltheologie. Im Gegensatz zu gängigen Vorurteilen gegenüber diesem Beruf ist der Schreibstil kurz und prägnant, verständlich und flüssig zu lesen, ohne dass man wegen latinisierter Fachbegriffe ständig zum Fremdwörterbuch greifen muss. Das liegt zum Teil auch daran, dass der Autor auf umfangreiche Fußnoten und Anmerkungen im Text verzichtet und sich in der Literaturempfehlung am Ende des Buches auf einige Quellenangaben beschränkt.Ich möchte nur zu einigen Gesichtspunkten, die ich für bemerkenswert halte, Stellung nehmen. Der vom Autor angestellte Vergleich zwischen der absolutistisch-autoritären Kirchenhierarchie und einem demokratischen Gemeinwesen wie der BRD, in dem alle Staatsgewalt vom Volk ausgeht, verdeutlicht den Zwiespalt, in dem sich ein Christ als Mitglied der Kirche einerseits und Staatsbürger andererseits befindet. Die katholische Amtskirche predigt zwar von Menschenwürde und Menschenrechten. Sie ist aber davon und von der neutestamentlichen Nächstenliebe weit entfernt, wenn es beispielsweise um die Akzeptanz einer Widerheirat geschiedener Katholiken, von katholischen gleichgeschlechtlichen Partnerschaften oder den Zölibat des Klerus geht. Gleichberechtigung von Frau und Mann ist in der patriarchalisch orientierten Amtskirche ein Fremdwort. Frauen dürfen sich zwar beruflich und ehrenamtlich engagieren. Der Zutritt zu den geistlichen Ämtern (ab Diakon aufwärts) ist ihnen aber verwehrt, im Gegensatz zu anderen christlichen Kirchen. Die Meinungsfreiheit ist nur dann geduldet, wenn sie nicht den Primat des Papstes in Glaubens-, Sitten- und Rechtsfragen kritisch in Frage stellt. Mitbestimmung in kirchlichen Angelegenheiten (z. B. Wahl der Bischöfe oder Diakone wie in den Anfängen der Kirche) oder Gewaltenteilung (Der Papst ist Legislative, Exekutive und Jurisdiktion in einer Person und keiner Kontrollinstanz unterworfen): absolute Fehlanzeige. Diese Problemfelder untersucht der Autor sachkundig und argumentativ überzeugend. Auch die Missbrauchsfälle im katholischen Klerus, das Verschweigen und Vertuschen durch die verantwortlichen "Hirten" (Päpste und Bischöfe), Fakten, die das Ansehen der katholischen Kirche und das Vertrauen in ihr zutiefst und vielleicht irreparabel erschüttert haben, werden vorbehaltlos erörtert. Der Autor skizziert schließlich Wege, die die Amtskirche beschreiten könnte, um aus dem von ihm thematisierten Dilemma herauszukommen. Allerdings ist Skepsis angebracht, dass die strukturell in Dogmen und Rechtsvorschriften verhaftete und geistig erstarrte Amtskirche diese oder ähnliche Wege in Zukunft gehen wird, obwohl sich immer mehr Mitglieder von ihr abwenden und die Zukunft für die Gesamtkirche besorgniserregend ist. Gleichwohl ist das Buch für diejenigen ein Gewinn, die der katholischen Kirche noch nicht enttäuscht den Rücken gekehrt haben und sich vergewissern möchten, dass es noch Christen gibt, die nicht kritiklos alles hinnehmen, was ihnen die Amtskirche vorschreibt.Ich habe die bisherigen Rezensionen zu diesem Buch gelesen, nachdem ich meine eigene verfasst hatte. Eine der Rezensionen mit der Überschrift "Oberflächlichkeit par excellence" provoziert zur Erwiderung. Das unbegründete, von keiner historischen oder kirchenrechtlich-theologischen Kenntnis getrübte Urteil des Rezensenten ist an "Oberflächlichkeit par excellence" nicht zu überbieten.H.-P. Kroll
Ja, es geht hier um altbekannte Themen. Ich bin dennoch sehr froh, dieses Buch gekauft und gelesen zu haben.Oft hat es Herr Bogner geschafft, meine diffusen Gefühle zur Kirchenhaltung in klar formulierten Sätzen einzufangen und auszudrücken. Sätze, die ich ins Gespräch mit anderen Menschen einbringen kann, weil sie es aus meiner Sicht auf den Punkt bringen.Mir war auch nie das Ausmaß bewusst, in welcher verzwickter Situation sich die Kirche durch ihre eigenen gemachten Strukturen befindet. Sie hat sich quasi selbst die Hände gebunden und macht Reformen geradezu unmöglich. Es bräuchte wohl, so wie ich das nun einschätze, Märtyrer-Bischöfe, die auch den Verlust ihres eigenen Status in der Kirche in Kauf nehmen würden, um Reformen einzufordern....dafür werde ich nun Beten.
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Letzte Aktualisierung: 22.10.2026 18:21 Uhr.