War nicht das, was ich erwartet habe. Ich dachte, es geht um einen Typen allein in Space. Aber dieses Buch ist so viel mehr. Es hat sogar eine Portion found family, was ich persönlich liebe.Tolle Charaktere, toller Erzählstil und echt mitreißend. Ich bin durch die Seiten geflogen, dabei bin ich sonst eine langesamere Leserin.Für alle die Sci-Fi und Witz mögen.
Dieses Buch war so unfassbar gut!Man merkt, dass der Marsianer und der Astronaut aus einer Feder stammen. Der Humor ist ähnlich (ironisch, sarkastisch, trocken, manchmal schwarz – kurz: genau mein Humor!!), es ist ähnlich naturwissenschaftlich und beide Bücher sind durchweg spannend.Andy Weir nimmt den Begriff „Science Fiction“ in „Der Astronaut“ sehr ernst und peitscht dem Leser (wie bereits im Marsianer) viele naturwissenschaftliche Informationen um die Ohren. Wer mit Biologie, Chemie und Physik nicht viel anfangen kann und befürchtet, das Buch könne trocken, langweilig oder unverständlich sein, dem sei versichert, das ist es nicht! Andy Weir bringt jedes Problem und jede Lösung nachvollziehbar, schnell und humorvoll auf den Punkt, sodass selbst ich (die mit Naturwissenschaften bisher nie so viel anfangen konnte) richtig viel Freude an den Zusammenhängen und Erkenntnissen hatte. Spielerisch, locker und leicht, hat Andy Weir mir neben einer tollen Geschichte auch gleich einige interessante Fakten präsentiert.Dabei kommt die zwischenmenschliche Ebene nicht zu kurz: Es gibt herrlich amüsante Dialoge und viele emotional ergreifende Momente. Sympathieträger war für mich ganz klar ein Nebencharakter, zu dem ich hier leider absolut nichts verraten kann, ohne zu spoilern. Nur so viel: Er hat mich SEHR überrascht, im positiven Sinne!Dass Grace sein Gedächtnis verloren hat und immer wieder Erinnerungen eingeblendet werden, sorgt für Abwechslung und ein zunehmendes Verständnis für seine Situation. Wie ein Puzzle setzt sich nach und nach alles zusammen. Die Erinnerungs-Sequenzen sorgen bei Grace für Erkenntnis, aber auch Traurigkeit, Ekel, Frustration und kurzzeitiger Verwirrung:Zitat:"Also bin ich ein Mann Mitte dreißig, der allein in einem kleinen Apartment lebt, ich habe keine Kinder, aber ich mag Kinder sehr. Mir gefällt nicht, wohin das führt…Lehrer! Jetzt erinnere ich mich!Gott sei Dank. Ich bin Lehrer."S.45Das Buch ist bis zuletzt komplett unvorhersehbar, was es wirklich bis zur letzten Seite spannend hält. Die letzten 150 Seiten waren solche Pageturner, dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte.5 Sterne für den Astronaut!
Der Astronaut ist ein Science-Fiction-Roman von Andy Weir.Der Protagonist Ryland Grace wacht ohne Erinnerungen an einem ihm unbekannten Ort auf, selbst seinen Namen weiß er anfangs nicht. Nach und nach findet er heraus, dass er sich auf einem Raumschiff mitten im Weltraum befindet, der einzige Überlebende der Crew ist und die Mission die einzige Chance ist, die drohende Vernichtung der Menschheit zu verhindern.Der Schreibstil ist sehr angenehm, flüssig und locker. Die komplette Handlung wird von einem Ich-Erzähler aus der Sicht von Grace und überwiegend im Präsens erzählt. Ausgenommen davon sind nur die im Präteritum geschriebenen Kapitelabschnitte und teils auch ganzen Kapitel mit Rückblicken. In diesen werden die Ereignisse in der Zeit von der Entdeckung der Bedrohung bis zum Beginn der Mission geschildert, während Grace sich nach und nach daran erinnert.Anfangs wusste ich nicht so recht, was ich davon halten soll, weil alle anderen Romane, Novellen und Kurzgeschichten, die ich bisher gelesen habe, vollständig im Präteritum geschrieben sind und einen personalen oder auktorialen Erzähler haben. Ich habe mich aber schnell daran gewöhnt und irgendwie hat es mir schließlich sogar gefallen.Manchmal durchbricht der Ich-Erzähler auch die vierte Wand (oder wie man das bei geschriebenen Geschichten nennt) und richtet Bemerkungen und Fragen an den Leser. Eine gute Portion Humor, die das eigentlich ja ernste Thema auflockert, gibt es auch und dazu einige popkulturelle Anspielungen. Dazu passend ist Der Astronaut John, Paul, George und Ringo, also den Beatles, gewidmet (und das hat auch einen Bezug zu einem Detail der Handlung).Den Hauptcharakter Grace fand ich gut charakteristiert und seine Gedanken und Gefühle insegsamt gut beschrieben. Dadurch konnte ich mich gut in ihn hineinversetzen und seine Handlungsweise daher auch gut nachvollziehen. Auch die anderen wiederkehrenden Charaktere sind meiner Meinung nach gut charakterisiert.Action gibt es nicht allzu viel. Im späteren Verlauf der Handlung gibt es aber ein paar dramatische Szenen, in denen etwas ziemlich schief geht und ich habe an diesen Stellen wirklich mit dem Protagonisten mitgefiebert und -gelitten und war gespannt, wie er da wieder herauskommt. Auch ansonsten fand ich die Handlung sehr spannend, da oft für mich unerwartete Dinge passieren. Ich wollte immer wissen, wie es weitergeht und wie Grace in diese Situation geraten ist. Langweilig war mir nie.Außerdem fand ich es interessant zu lesen, was die von der UNO Beauftragte so alles zu tun und in Kauf zu nehmen bereit ist, um den Untergang der Menschheit wenigstens noch ein paar Jahre hinauszuzögern, damit die hoffentlich gefundene Lösung noch rechtzeitig kommt. Ich frage mich wirklich, ob es in der Realität auch so laufen würde.Noch besser hätte ich es aber vor allem in den ersten drei Kapiteln gefunden, nicht schon durch den Klappentext zu wissen, was Grace da erst selbst herausfinden muss. Es wäre sicher möglich gewesen, einen Klappentext ohne diese Details zu schreiben, der trotzdem neugierig auf das Buch macht. Und das Bild des Raumschiffs hätte ich erst im vierten Kapitel engefügt anstatt schon vor Kapitel 1. Na ja, vielleicht ist das Jammern auf hohem Niveau, aber schade finde ich es trotzdem.Grace führt im Lauf der Handlung einige naturwissenschaftliche Experimente durch, anfangs, um herauszufinden, wo er ist, und später, um eine Lösung für das Problem der Menschheit zu finden. Außerdem werden eingebunden in die Handlung diverse naturwissenschaftliche Fakten genannt. Ein Interesse an Naturwissenschaft sollte man also am besten haben, wenn man Der Astronaut lesen möchte.Mir hat das jedenfalls gefallen, denn die naturwissenschaftlichen Erklärungen wirken gut durchdacht und machen meiner Meinung nach die beschriebenen Ereignisse glaubwürdiger. Die Ursache für die Bedrohung der Menschheit, die sich der Autor ausgedacht hat, und ein paar andere Dinge fand ich zudem sehr originell und die Lösung des Problems folgerichtig.Insgesamt empfehle ich den Roman allen, die im Weltraum spielende Science-Fiction mit Humor und popkulturellen Anspielungen mögen und nichts gegen die Erzählperspektive und Zeitform haben. Mir jedenfalls hat das Lesen viel Vergnügen bereitet.