Jetzt war es soweit. 6 Bände und fast 4000 Seiten hinter mich gebracht und nur noch die letzte Etappe vor mir. "Der Turm" hat mir schon bevor ich es anfing zu lesen puren Respekt eingeflöst. Das ist es also? Die letzten 1000 Seiten auf dem Weg zum Turm? Die letzten 1000 Seiten um Roland und sein Ka-tet? Aye, so ist es.King teil sein Werk in 5 Teile ein, eine Vorgehensweise, die besonders bei Band 7 Sinn macht. Die Frage war groß, wie King seine Geschichte beenden würde, eine Geschichte, in der eigentlich noch so viel offen war. King musste einen unheimlichen Druck auf seinen Schultern gespürt haben und trotzdem strahlt Band 7 eine unglaubliche Ruhe aus.Der Roman beginnt natürlich da, wo "Susannah" noch so unbefriedigend endete. Im ersten Teil seiner letzten Reise bringt King erstmal das "Baby" zur Welt und das Ka-tet wieder zusammen, bevor es sich dann seiner letzten Aufgaben (die Rettung der Balken) annehmen kann. Trotz all dieser Ereignisse, einem neuen Bösewicht und einer etwas in die Länge gezogenen Wiedervereinigung bricht Kings Roman nie in große Hektik aus. Nein, die ersten 150 Seiten sind zwar teilweise enorm spannend, teilweise aber auch sehr ruhig. Und so geht es auch weiter. Roland und sein Ka-tet hetzen nicht von einem Ort zum anderen. Sie kriegen auch Zeit für Vorbereitungen und (natürlich) für jede Menge Palaver.Ich persönlich finde das sehr gut, King macht es in Band 7 ordentlich spannend ("Der Turm" ist wohl das ereignisreichste Buch der Reihe), lässt sich aber auch viel Raum für die Figuren.Vor allem im vierten Teil des Buches (den viele sicher als langatmig empfinden könnten) besinnt sich King noch einmal zurück auf Band 1, lässt wandern und einfach leben. Man geht durch dick und dünn, durch spannend, anstregend und langatmig, all das mit den Figuren, die einem tatsächlich sehr ans Herz gewachsen sind (das war bei mir bis Band 4 nicht der Fall).Viel verraten darf man natürlich nicht. Band 7 ist eine weite Reise, man denke nur daran wie viele Pausen King auf dem Weg zum Turm eingelegt hat (Band 2, 4, 5 und 6), der Weg ist noch lang und auf diesem Weg gibt es noch viel zu tun. Und King macht es sich keineswegs so einfach die langatmigen Teile der Wege einfach zu überspringen, nein, er kostet sie aus. Das alles bringt, trotz den nicht wenigen langatmigen Passagen, eine wahnsinnige Atmospähre. Das Ende ist jederzeit spürbar, ebenso wie der Weg und die Last. Solch eine Atmospähre habe ich selten in einem Roman erlebt, aber das hängt natürlich auch mit den vorherigen Büchern zusammen.War Band 1 noch der Prolog für die ganze Reihe, Band 2 der langatmigste, Band 3 der rasanteste, Band 4 der atmospährischste und Band 5 der sympatischste und bis dato spannendste Roman, war Band 6 nur eine zu etwas zu langgeratene Einführung für Band 7, der nun all die eben angesprochenen Bezeichnungen in sich vereint. Er kümmert sich um seine Figuren, ist rasant und spannend, jeodch sicher auch zum Teil langatmig. Gegen Ende kommt wieder Band 1-Feeling auf, King schafft es seinen "Turm" spürbar als Höhepunkt und allumfassenden Roman der Reihe darzustellen. Allein von der Atmospähre.Doch natürlich ist "Der Turm" nicht frei von Schwächen. Die ganze Turm-Reihe hindurch zogen sich immer die gleichen Schwächen und diese sind auch hier wieder spürbar. Die angesprochende Langatmigkeit mancher Passagen gehört dazu. Weiterhin auch das Fehlen von .. nennen wir es mal würdigen Abschlüssen für manche Storylines. Dies ist auch gleichzeitig wohl der größte und auffälligste Schwachpunkt von Band 7. King hat einfach noch so viel vor sich, dass er viele Dinge relativ schnell beendet. Manche werden wissen, was ich meine. Mehr als einmal schlich sich bei mir das Gefühl von Unzufriedenheit ein, was manche Enden betraf.Doch das Ka ist ein Rad und es dreht sich immer weiter. Seit ich Band 5 beendet habe, bin ich Gefangener des Turm-Universums und selbst wenn "Der Turm" unübersehbare Schwächen hat, kann ich einfach nicht weniger als die volle Punktzahl geben. Rückblickend konnte ich keinem "Turm"-Buch 5/5 Sternen geben, obwohl es Band 4 und 5 sicher vedient gehabt hätten. Und trotzdem. Band 7 stellt einfach DEN Abschluss dar, das Gefühl von größe ist jederzeit spürbar, Kings Abschluss ist rasant und öfters spannend, als es noch die anderen Bände waren. "Der Turm" ist atmospährisch einfach ein Meisterwerk. Und natürlich gibt es noch die eine Sache, die Band 7 so besonders macht: Der Turm!Selten war ich bei einem Buch trauriger, selten hatte ich mehr Respekt vor einem Roman. All das ist natürlich nicht möglich, wenn man die Bände davor nicht kennt. Meinem Gefühl nach waren sie aber alle "nur" Wege, die uns schließlich zum großen Finale bringen. Doch ist es so groß? Eigentlich nicht. Sicherlich ist das, was am Ende der Wege wartet nicht vollkommen gelungen. Band 7 hat sogar mehr Schwächen als zum Beispiel Band 4 oder 5 und doch steht dieser Band stellvertretend für den ganzen Zyklus, er ist der Mittelpunkt und der Rahmen aller Romane des "Turm"-Universums und er hat mich in eine ganz andere Welt versetzt. Über das wahre Ende kann man diskutieren. Es gefällt mir und es gefällt mir nicht, doch hat King recht, dass es das einzige und richtige Ende ist.Und so gebe ich 5 Sterne nicht nur für Band 7, sondern auch für den Zyklus an sich. Die Teile sind zwar alle nicht perfekt, jedoch ergeben sie ein stimmiges Ganzes und erschaffen eine einmalige Atmospähre, die sich in "Der Turm" in jedem Wort widerspiegelt, die jederzeit spürbar ist, die einen mitreißt.Lassen wir einfach alle Schwächen beiseite, lassen wir die Geschehnisse wie sie sind und blicken wir zurück. Auf das, was wir mit Roland und seinen Freunden erlebt haben."Der Turm" ist kurz gesagt, trotz vieler Schwächen, bezüglich langatmiger Passagen und unbefriedigenden Abschlüssen, ein atmospärisches Meisterwerk. Ein würdiger Abschluss, auch wenn es noch viel Potenzial innerhalb des Turm-Universums für weitere Dinge (wie die Comics) gibt, die ich auch lesen werden. Wer es schafft eine solche Geschichte zu erzählen, der erntet meinen Respekt und für den schaue ich auch gerne über Schwächen hinweg.Lange Tage und angenehme Nächte.
Alles hat einmal ein Ende, nur die Wurst hat zwei" ist ein Sprichwort aus dem Volksmund, welcher mein erster Gedanke war nachdem ich dieses Endwerk" der Dunkeln Turm Saga gelesen habe. Von daher müsste ich die Romanreihe nochmal von vorne zu lesen beginne, was Gott bewahre, ich jedoch nicht tun werde obwohl dem Revolvermann Roland diese Reise noch einmal bevorsteht um seinen Dunklen Turm zu finden. Sehr verwirrend und sehr kryptisch wird sich wohl der eine oder andere denken. Das ist es eigentlich nicht, denn meiner Meinung nach hat Stephen King das Ende wirklich toll hinbekommen, denn was erwartet man sich eigentlich als Leser nach dem Erreichen des Dunklen Turms? Da man nie wirklich Anhaltspunkte bekommen hat (oder ich überlesen habe) was der Dunkle Turm schlussendlich ist und was das Erreichen des Turms bezwecken soll gab es bei mir keine Vorstellungen und Erwartungen. Jedoch überkommt einem schon eine gewisse Schwermut wenn man ca. 5000 Seiten lang die Protagonisten ins Herz geschlossen hat und sich von diesen dann mehr oder weniger schmerzlich verabschieden muss. Ansonsten beinhaltet dieser Abschlussband die gewohnt mystische Geschichte über mehrere Parallelwelten" und dem Weg zum Turm, wobei sich das Buch ausschließlich auf die Reise zum Turm konzentriert. Das Grande Finale wird dann jedoch relativ nüchtern beschrieben und der mächtige scharlachrote König verkommt meiner Meinung nach mehr zu einer Witzfigur als einem tatsächlichen Herrscher. So wird dessen Ende relativ unspektakulär auf ca. 20 Seiten beschrieben, wobei man von diesem eigentlich gar nichts erfährt. Ist doch der scharlachrote König die Person, welche den Untergang von Rolands Welt zu verantworten hat. Leider wurden auch andere Erzählungsstränge irgendwie fallengelassen und nicht weiter verfolgt, obwohl diese essentiell erschienen. Ich erinnere mich da zB an den Verbleib der magischen Kugel; Oder Warum immer die Zahl 19? Möglicherweise hab ich die Antworten auf dem Weg zum Dunklen Turm dann einfach überlesen, denn bei 5000 Seiten ist es manchmal verdammt schwer jeden Aspekt zu verstehen, zu durchleuchten und zu vernetzen. Aber anyway. Meiner Meinung nach ist Der Turm" ein würdiger Abschluss der gesamten Reihe und ich bin schlussendlich froh und ein wenig stolz durchgehalten und diesen Weg mit dem Ka-Tet bestritten zu haben. Als eigenständiges Buch ist dieses Werk, wie auch alle anderen der Turm Saga völlig unbrauchbar, da der Leser ohne Vorkenntnisse darin wahrscheinlich keinen Sinn erkennen kann. Alles in allem 4 Punkte für ein sehr gutes, jedoch nicht überragendes Schlusswerk.