Peter Schlemihls wundersame Geschichte - Adelbert von Chamisso Gebunden
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Bücher EAN 9783458192251

Peter Schlemihls wundersame Geschichte - Adelbert von Chamisso Gebunden

Hersteller: Insel Verlag  ·  MPN: 9783458192251
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Produktfakten auf einen Blick

Hersteller
Insel Verlag
EAN
9783458192251
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9783458192251
Kategorie
Bücher
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Farbe
Silver
Gewicht
0.206 kg
Breite
14 mm
H├Âhe
184 mm
Länge
120 mm

Produktbeschreibung

Peter Schlemihls wundersame Geschichte | Adelbert von Chamisso | Buch | 115 S. | Deutsch | 2001

Bewertungen & Erfahrungen

4,6 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★ 3
4 ★ 2
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

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Redaktion 31.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Diese gebundene Ausgabe von Peter Schlemihls wundersamer Geschichte ist eine wunderschöne und atmosphärische Lektüre, die mich sofort in die Märchenwelt entführt. Die Qualität des Drucks und das Buchdesign sind wirklich hervorragend.
Redaktion 31.05.2026 testmonster.de · Redaktion
Märchenhaft!
marieluise 08.11.2024 amazon.de
sehr gutes buch
H. Tschaepe 08.11.2024 amazon.de
Chamissos Schlemihl ist Pflichtletüre , sollte es zumindest bleiben. In der Inselausgabe ist der berühmte Essay von Thomas Mann dazu unbedingt zu lesen, der die Story in die Gegenwart rückt
Literaturempfehlungen 08.11.2024 amazon.de
„Da fällt nun deine Schrift nach vielen Jahren/ Mir wieder in die Hand, und – wundersam! - /Der Zeit gedenk ich, wo wir Freunde waren,/ Als erst die Welt uns in die Schule nahm./ Ich bin ein alter Mann in grauen Haaren/ Ich überwinde schon die falsche Scham,/ Ich will mich deinen Freund wie ehmals nennen/ Und mich als solchen vor der Welt bekennen.“Diese Verse schrieb der 1781 auf Schloss Boucourt bei Ante geborene Autor Adelbert von Chamisso im August 1834, nur vier Jahre vor seinem Tod. Der einleitenden Strophe seines Gedichts zu entnehmen, kam sich der dreiundfünfzigjährige damals bereits alt vor und hatte offenkundig eine innere Distanz zu seinem heute berühmtesten Werk aufgebaut, das 1814 erstmals erschienen ist. Chamisso kehrt mit seinem Gedicht zurück zu seiner schmalen Erzählung Peter Schlemihls wundersame Geschichte, die zur Zeit ihres Ersterscheinens im 19. Jahrhundert gespaltene Rezeption provoziert hatte und heute zu den absoluten Klassikern der deutschsprachigen Literatur der Romantik gehört.Adelbert von Chamisso dürfte allein als Person das Interesse jedes literaturbegeisterten Menschen interessieren, denn so ist seine Biografie als äußerst untypisch für die Zeit, in der er lebte, zu bezeichnen und gleichermaßen aufschlussreich, weil sie viele verschiedene Facetten der damaligen Politik und Gesellschaft miteinander verwob. Wie bereits angeklungen wurde Chamisso nicht etwa in Deutschland, sondern in Frankreich geboren. Französisch war seine Muttersprache, seine Literatur schrieb er aber auf Deutsch, das er lernte, weil er mit seinen verarmten Eltern im Zuge der Französischen Revolution 1789 die Heimat verlassen musste und auf der Flucht vor den Revolutionsheeren erst in die Niederlande und schließlich, 1796, nach Berlin kam.Chamisso leistete Wehrdienst bei der preußischen Armee, wurde 1801 Leutnant und schloss sich kurz darauf einem der Epoche der Romantik verschriebenen Dichterzirkel an, im Kontext dessen auch seine ersten Werke entstanden. Allein der Literatur wollte sich der Universalgelehrte Chamisso allerdings nicht widmen und wurde ein gleichermaßen bedeutender Naturforscher, im Kontext dessen er unter anderem in den 1810er Jahren eine Weltreise antrat, um an den unterschiedlichsten Stellen auf der Erde Beobachtungen über das Wirken von Natur anstellen zu können. Seine enge Naturverbundenheit fließt ebenfalls in seine Werke ein, was nicht untypisch für die Epoche der Romantik ist.Obwohl man das Werk von Adelbert von Chamisso als breitgefächert ansehen kann und sich seine Talente weit über das Schreiben seiner berühmten Erzählung Peter Schlemihls wundersame Geschichte erstrecken, kann man doch sagen, dass sie in diesem schmalen Büchlein nicht nur gewissermaßen ihren Höhepunkt, sondern auch ihre Zusammenführung finden. Das scharfe Auge, das lyrische Talent, Formulierungen anzustellen und seine Fähigkeit, eine Geschichte zu erzählen, werden in seiner Erzählung vereint. Wie nach dem eingangs zitierten Gedicht nicht anders zu erwarten handelt es sich bei der Titelfigur Peter Schlemihl um alles andere als einen unangefochtenen Helden. Die Lebensgeschichte, die wir in der Erzählung dargelegt bekommen, ist schnell nacherzählt. Wir lernen Schlemihl als mittelalten Mann kennen, der in der norddeutschen Stadt Flensburg nach einer langen Schiffsreise ankommt und dort Unterschlupf bei einem reichen Kaufmann namens Thomas John findet. In dessen Garten, der (wie zu erwarten) malerisch beschrieben wird, lernt Schlemihl einen mysteriösen Mann in grauem Mantel kennen, der ihm seinen Schatten gegen ein Geldsäcken abkaufen möchte, das niemals versiegt.„Während der kurzen Zeit, wo ich das Glück genoss, mich in ihrer Nähe zu befinden, hab ich, mein Herr, einige Male – erlauben Sie, dass ich es Ihnen sage – wirklich mit unaussprechlicher Bewunderung den schönen, schönen Schatten betrachten können, den Sie in der Sonne, und gleichsam mit einer gewissen edlen Verachtung, ohne selbst darauf zu merken, von sich werfen, den herrlichen Schatten da zu Ihren Füßen.“Obwohl Peter Schlemihl Bedenken zu haben scheint, willigt er ein und beobachtet, wie der Mann im grauen Mantel seinen Schatten aus dem Gras schneidet und ihm im Tausch das sagenumwobene Geldbeutelchen gibt. Bereits bei ersten Begegnungen mit Menschen noch am selben Tag fällt der fehlende Schatten auf; dass sich Peter Schlemihl ohne diesen durch die Welt bewegt, wird nicht nur wahrgenommen, sondern zu einem wahrhaftigen Skandal hochstilisiert. Die Menschen reagieren in unterschiedlichster Weise auf ihn – manche lehnen ihn ab, andere fürchten sich vor ihm, wieder andere machen sich über ihn lustig.Um der ständigen Aufmerksamkeit zu entgehen, verlässt Schlemihl Flensburg und flüchtet in einen gebirgsansässigen Badeort, wo er mithilfe eines Dieners seinen fehlenden Schatten zu übertünchen versucht. Doch die Täuschung der Fremden gelingt nur so lange, bis sich Peter Schlemihl in die schöne Mina verliebt und von deren Vater nur dann die Erlaubnis bekommt, seine Tochter zu heiraten, wenn er seinen Schatten zurückbekommt. Wie gerufen erscheint der Mann im grauen Mantel ein weiteres Mal und kündigt an, dass der Rücktausch des Schattens mit dem Geldbeutel nicht möglich ist. Sehr wohl sei er allerdings bereit, den Schatten gegen die Seele Peter Schlemihls einzutauschen, womit dem traurigen Helden klar wird, dass er es mit dem Teufel persönlich zu tun hat.Peter Schlemihl versucht, vor dem Teufel zu fliehen, doch dieser folgt ihm auf Schritt und Tritt und ist immer schneller. Hin und hergerissen zwischen seinem eigenen Ehrgefühl und dem Liebesempfinden zu Mina entscheidet sich Schlemihl schließlich für seine Ehre, wirft den Geldbeutel weg und verbringt ein Leben als einsamer Naturforscher bis an sein Lebensende. Obwohl er die Liebe seines Lebens nicht bekommen konnte, ist er am Ende mit sich im Reinen, denn so hat er aus eigener Kraft den Bund mit dem Teufel durchbrechen und zurück zu seinem gottgefälligen Leben finden können.Die Hintergründe, vor denen Adelbert von Chamisso diese kurze und einfach zu lesende Erzählung schrieb, sind sehr interessant. Chamisso schrieb den Text im Sommer 1813, als die Preußen Befreiungskriege gegen das napoleonische Frankreich führten, an denen der einst von den Revolutionären aus seiner Heimat vertriebene, in Preußen ansässige Chamisso nur zu gerne teilgenommen hätte. Doch ein gebürtiger Franzose durfte in der preußischen Armee nicht gegen Franzosen kämpfen, weshalb es Adelbert von Chamisso verwehrt wurde, an den Befreiungskriegen teilzunehmen. Nach eigenen Angaben schrieb Adelbert von Chamisso diese Geschichte „um (s)ich zu zerstreuen“, also um sich abzulenken von der als Schmach empfundenen Einschränkung in seinem Leben, und landete damit im In- und Ausland einen großen Erfolg. Bereits zu seinen Lebzeiten wurde der Text in England kanonisch und sollte für die Literatur der Romantik, wie bereits erwähnt, prägend werden. Hört man den Begriff der Epoche der Romantik, so hat man sofort schwülstige, manchmal auch übertrieben intensive Bilder vor Augen, die vielleicht im Format eines Gedichts zu ertragen sind, für einen längeren Prosatext allerdings vorurteilsbehaftet unausstehlich erscheinen.Bei Adelbert von Chamisso ist die Romantik nur ein Nebenthema. Die ausführliche, bildhafte und eben „romantische“ Beschreibung des Zusammenspiels von Mensch und Natur ist nicht nur Thema seiner Epoche, sondern Thema seines Lebens. An keiner Stelle in Peter Schlemihls wunderbarer Geschichte hat man den Anschein, es hier mit einem überfrachteten Werk zu tun zu haben. Die von überraschenden Wendungen weitestgehend unbelastete Geschichte bekommt in ihrer Geradlinigkeit durch die ausschmückenden sprachlichen Elemente ihre ganz eigene Schönheit, die nicht nur für die Epoche typisch ist, sondern zu dem Thema der Auseinandersetzung mit dem eigenen Ich und der Frage, was man auf der Welt bewirken möchte, durchaus passt.Chamisso amüsierte sich noch zu Lebzeiten darüber, dass ihn viele Leser darauf ansprachen, welche Bedeutung eigentlich das Motiv des Schattens habe. Eine eindeutige Antwort gab er darauf nie, und so ist die Erzählung alleine schon deshalb zeitlos, weil jede neue Generation an Rezipienten ihre eigene Antwort auf die Frage finden dürfte, wofür eigentlich der Schatten steht. Die vermeintlich naheliegende Antwort, der Schatten sei ein Symbol für die unsichtbare Seele, hat Chamisso allerdings bereits selbst abgeräumt, indem er die Seele an anderer Stelle separat eingebaut hat. Sie Szenerie zwischen dem Teufel, der dem Protagonist die Liebe zu einem jungen Mädchen im Tausch gegen die Seele des Helden verspricht, erinnert schwer an die Szene zwischen Faust und Mephistopheles in Goethes Meisterdrama, das 1808 vollendet und veröffentlicht wurde und somit epochal wie zeithistorisch in dieselbe Phase einzuordnen ist. Ob sich Adelbert von Chamisso unmittelbar von Goethe inspirieren ließ, ist allerdings offen.Während in der heutigen Zeit vor allem von jungen Leserinnen und Lesern Selbstfindungsgeschichten wie die von Hermann Hesse, Franz Kafka oder – wenn man den Blick vom deutschsprachigen Raum auf die internationale Literatur weitet – Haruki Murakami lesen und lieben, sollte auf das kleine Büchlein von Adelbert von Chamisso immer wieder hingewiesen werden. Der Peter Schlemihl-Geschichte fehlt nichts von der sprachlichen Schönheit eines Hermann Hesse, nichts vom entfremdeten Blick eines Franz Kafka und auch nichts Märchenhaftes, das man z.B. bei Haruki Murakami finden kann. Es ist eine Erzählun, die an den Kernthemen der Menschheit ansetzt und fragt, was uns Elemente unserer eigenen Identität wert sind und wer wir noch sind, wenn wir sie verkaufen. Auch wenn man sich möglicherweise moralisch überlegen fühlt gegenüber der armen Gestalt des Peter Schlemihl, so kann man die Reaktion Adelbert von Chamissos, zwanzig Jahre später in seinem Gedicht zusammengefasst, durchaus verstehen, wenn er sagt, dass er ihn als seinen Freund sieht und sich mit ihm vor der Welt bekennen möchte. Wohl eben deshalb schließt Chamisso sein Gedicht auch mit folgenden Versen:„Wir geben uns die Hand darauf, Schlemihl,/ Wir schreitne zu, und lassen es beim Alten,/ Wir kümmern uns um alle Welt nicht viel,/ Es desto fester mit uns selbst zu halten;/ Wir gleiten so schon näher unserm Ziel,/ Ob jene lachten, ob die andern schalten,/ Nach allen Stürmen wollen wir im Hafen/ doch ungestört gesunden Schlafes schlafen.Berlin, August 1834“
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