Dieses Buch war eines der ersten, das ich vor Jahren in die Hände bekam, als ich begann, mich bewusst mit dem Thema "Trauma" auseinander zu setzen.Es ist eins der Bücher, dass ich nicht in die Kreislaufwirtschaft geben konnte, weil ich es damals nahezu mit Textmarker "durchtränkt" habe, denn es öffnete mir das Verständnis für die enge Verbindung von Körper-Geist & Seele. Heute weiß ich, dass dies auch aus eigener Betroffenheit resultierte.Damals las ich es aus Interesse und um andere besser verstehen zu können.Inzwischen bin auch ich selbst durch meine "eigene innere Reise" zum Thema Trauma gegangen. Dieses Buch mit seinem ganzheitlichen Ansatz und seiner so umfangreichen und fundierten Literaturliste war - aus heutiger Sicht - ganz offensichtlich der Grundstein, auf dem diese - erfolgreiche - Reise begonnen hat.Dafür bin ich sehr dankbar und bekam gerade den Impuls, dass es an der Zeit ist, dies auch zu teilen.
Manchmal sind Bücher wie fehlende Puzzlestücke: Puzzlestücke, die das Bild vervollständigen. Als Heilpraktiker für Psychotherapie befasse ich mich seit mehreren Jahren mit Aufstellungs- und Traumaarbeit. Ich teile die Erfahrung des Autors, dass Klienten ein Gegenüber auf gleicher Augenhöhe suchen; dass sie ihre Prozesse selbst gestalten wollen und müssen, um wirklich etwas zu verändern. Der Therapeut kann dafür den Raum und die benötigte Sicherheit geben. Er kann ein Begleiter sein, der einerseits mitfühlend ist, und andererseits aus eigener Erfahrung weiß, dass Transformation möglich ist. Die Heilung kommt schließlich von außerhalb. Weder Klient noch Therapeut können sie erzwingen. Schmidts Buch veranschaulicht, dass man dort, wo frühkindliches Trauma geschehen ist, bei der Körperwahrnehmung ansetzen muss, um Blockaden zu lösen und abgespaltene Anteile der Psyche zu integrieren. Zurecht betont er, wie behutsam man dabei vorgehen muss, um Dissoziation und Retraumatisierung zu vermeiden. Seine praktischen Beispiele aus der Aufstellungsarbeit, die er hier anschaulich beschreibt, haben mein Handwerkszeug erweitert. Beeindruckend finde ich sein Menschenbild, das auf empathischer Zuwendung basiert, im besten Sinne humanistisch und klientenzentriert ist: ein Menschenbild, das die Dualität zwischen Körper und Seele, körperlich-selbstbestimmter Präsenz und empfangender Spiritualität aufhebt. Das Buch ist flüssig geschrieben und lässt sich meines Erachtens mit einer viel größeren Leichtigkeit und Unmittelbarkeit lesen als so manche deutsche Übersetzung englischsprachiger Werke zum selben Themenkomplex (SE/NARM). Im Gegensatz zu Franz Rupperts Büchern, der ebenfalls Aufstellungsarbeit und Traumaarbeit verbindet, legt Schmidt eindeutig den Schwerpunkt auf die praktische Traumabehandlung und Klientenbeziehung, während sich Ruppert mehr auf einer theoretischen Ebene bewegt, wo es vor allem um das Verständnis von Trauma und seinen Folgen geht. Ruppert versteht sich in erster Linie als Wissenschaftler auf der Suche nach einer universellen Theorie der Psychotraumatologie; Schmidt versteht sich als Traumatherapeut, der den individuellen Wahrnehmungsraum auf körperlicher und spiritueller Ebene öffnen will, um Heilung zu ermöglichen.
Eines der für mich wichtigsten Bücher, die ich je gelesen habe. Das dürfte wohl jeder so empfinden, der sich für dieses Thema interessiert oder davon betroffen ist. Schmidt stellt Zusammenhänge her, die auch Fachleuten heutzutage noch fehlen oder nur bedingt klar sind. Traumatherapie und ihre Möglichkeiten gut verständlich erklärt und anhand vieler Beispiele verdeutlicht. Das Buch ist von einer menschlichen Warte aus geschrieben, der Autor zeigt sich und stellt sich nicht über seine Klienten. Er ist diesen Weg wohl auch selber gegangen und spricht aus eigenem Erleben.Wenn man bedenkt, daß Traumatisierungen im Grunde fast JEDEN mehr oder weniger in seiner Entscheidungs- und Handlungsfreiheit beschränken oder behindern - den einen mehr, den anderen weniger - wundert man sich jedenfalls nicht mehr über den momentanen Zustand dieser Welt! Schmidts Buch ist ein Lichtstreif am Horizont!