Wenn man einen Kornbichler Roman kauft, weiß man was man bekommt.Eine wunderschöne, aber zu keiner Zeit aufdringliche Beschreibung der Natur, des Essens und der Umgebung, leichte Spannung und eine flüssige Geschichte.Handlung:Finja Benthien ist Künstlerin und lebt in Berlin. Sie plant eine kleine Pause, erhält dann aber die überraschende Nachricht, dass sowohl der Schwager, als auch die Schwiegermutter ihrer Schwester bei einem Unfall ums Leben gekommen sind. Finja reist zu ihrer Heimat an den Tegernsee um ihrer Familie beizustehen und entdeckt zahlreiche Unstimmigkeiten, die sich bis in ihren engsten Familienkreis ziehen.Figuren:Die Handlung ist aus der Sicht von zwei Personen geschrieben. Zum einen aus der Sicht von Finja und zum anderen einer zu Anfang noch unbekannten weiblichen Person. Beide Figuren wirken sehr glaubwürdig und man kann Finjas Bestrebungen und Bemühungen nachvollziehen.Aufbau:Wie jeder Kornbichler Roman beschreibt auch dieser sehr wortreich die wunderschöne Umgebung am Tegernsee. Nach jedem Roman von Frau Kornbichler denke ich über einen Urlaub in Süddeutschland nach.Die Handlung ist interessant und man rätselt selbst über die Motive. Man kann die Spannung nicht mit Tess Gerritsen oder Karin Slaughter vergleichen, aber trotzdem ist es ein angenehmer Lesefluss und wird nicht langweilig.Fazit:ein schöner, kurzweiliger Roman. Er liest sich wie Wasser im positiven Sinne und man fühlt sich angenehm unterhalten.
Finja Benthien ist junge Künstlerin, lebt in Berlin und führt ein recht glückliches Leben. Obwohl sie sich eigentlich eine kleine künstlerische Pause gönnen wollte, nimmt sie spontan den Auftrag eines neuen, recht vielversprechenden Kunden an. Alles läuft super - bis Amelie, Finjas Schwester, ihr vom Tod von Hubert und Cornelia - Amelies Schwager und Schwiegermutter - berichtet. Finja, die den Toten ebenfalls sehr nahestand, reist zu ihrer Familie an den Tegernsee, um der Beerdigung beizuwohnen und ihrer schwangeren Schwester Halt zu geben. Doch irgendetwas stimmt nicht, das merkt sie recht schnell. Durch Zufall wird sie Zeugin eines Gesprächs der vier Partner der Detektei BGS&R, zu der auch Finjas Vater zählt. Aus dem Gehörten ergibt sich, dass doch mehr als ein Unfall hinter der Tragödie stecken könnte - und die Hinweise verdichten sich, als ein weiterer Unglücksfall die Trauernden heimsucht.Als Finja eine Todesanzeige entdeckt, die auf den Namen ihrer Schwester lautet und noch einige weitere Ungereimtheiten enthält, kann sie nicht mehr nur abwarten. Auch wenn ihr niemand glaubt und alle Partner der Detektei die Todesbotschaften, obwohl ihnen bekannt, leugnen: sie muss handeln, notfalls allein!Die Story ist wirklich sehr brisant und spannend. Finja wird als lebensfroher Mensch plötzlich in ein völlig neues Leben gerissen. Menschen, die ihr am Herzen lagen, sterben. Für die Polizei sind die Unglücke Unfälle. Die Partner der Wirtschaftsdetektei schweigen zu den Todesankündigungen. Selbst ihr Vater, den sie abgöttisch liebt, leugnet die Vorfälle der Polizei gegenüber. Alle scheinen aus irgendeinem Grund an einen bösen Scherz zu denken - oder haben sie etwas zu verheimlichen? Auf der Suche nach der Wahrheit erfährt Finja mehr, als sie je zu finden gehofft hatte...Ich habe permanent mit der Hauptperson mitgefiebert und -gelitten. Ich kann und möchte mir nicht näher vorstellen, wie es ist, an ihrer Stelle zu sein und niemandem mehr trauen zu können. Ich habe die Angst, die Finja haben muss, deutlich gespürt. Super geschrieben, toll an den Leser herangebracht!Die Charaktere, die Sabine Kornbichler entwickelt hat, gefallen mir allesamt sehr. Sowohl die Protagonistin als auch deren Familie, die Partner und die anderen Figuren wirken sehr ausgereift und gut durchdacht. Man ist sich zu keinem Zeitpunkt wirklich sicher, wem man trauen kann und wem nicht. Was hat Finjas Vater zu verbergen? Warum verschließen sich die Partner gegen die Wahrheit? Auch der neue Kunde in Berlin gibt einige Rätsel auf. Zudem gibt es da noch Gesa - eine völlig Unbekannte, man weiß mit ihr zunächst überhaupt nichts anzufangen, sie nicht einzuordnen. Man erfährt, dass sie zu einem Doktor Radolf spricht und in Behandlung ist. Wer ist diese Frau, wie hängt sie mit alldem zusammen?Alles in allem bleibt die Geschichte bis zuletzt spannend und die Auflösung - sowohl um Gesa als letztlich auch das eigentliche Finale - ist mehr als gelungen und zu großen Teilen unvorhersehbar.Für meinen Geschmack verrät der Klappentext allerdings zumindest eine Tatsache zu viel. Das Ganze passiert nämlich erst nach etwa einem Drittel des Buches - und ich hätte lieber mitgefiebert und -geraten, was da nun passiert oder eben nicht, wäre einfach lieber überrascht worden.Ich vergebe insgesamt 4/5 Punkte.