Die "Reise-Gebrauchsanweisungen" aus der vorliegenden Reihe sind kein Reiseführer! Sie sind subjektive, dennoch informative, anekdotische Eindrücke, die im besten Fall auch gut geschrieben sind, launig, ironisch, witzig... und: die Lust aufs Reisen machen. All das ist hier der Fall! Besonders interessant fanden wir, wenn sich im Zuge unserer Reise nach Japan, immer mal wieder eine, beim Lesen vielleicht ein wenig klischeehaft anmutende Geschichte - fast schon wieder vergessen - im direkten Erleben in Erinnerung gerufen und bestätigt hat.
‚Japan ist im Wandel. Ein Satz, so beliebig, dass man ihn am liebsten gleich wieder streichen möchte. Nichtsdestotrotz kann man kaum bestreiten, dass seine Kernaussage in mehr als einer Hinsicht stimmt. Die Gesellschaft transformiert sich ebenso schnell wie die Szenerie.‘ (Seite 7)Andreas Neuenkirchen erzählt in seiner ‚Gebrauchsanweisung für Tokio und Japan‘ von Tradition und Moderne, Begrüßung und Verbeugung, omiyage und ryokan, Toiletten und Drogen, Tojinbo-Klippen und Kirschblüte, Darts und Go, Schlürfen und Naseputzen, Kitsch und Kawaiiismus, Ramen und Sushi, Natto und Fugu, Tee und Shochu, Cosplay und Themenparks, Feiertagen und Geburtstagen, Sumō und Olympia, Gaijin und Langnasen, Grippe und Masken, Shintōismus und Zen-Buddhismus, Walfang und Tennō, Yakuza und Polizei, Erdbeben und Tsunami, Sternzeichen und Blutgruppe, Lolitas und Geishas, Katakana und Kanji.Ich habe von Neuenkirchen bereits ‚Kawaii Mania‘ und ‚Happy Tokio‘ gelesen, und ich habe mich gefreut, dass die ‚Gebrauchsanweisung für Tokio und Japan‘ nicht einfach nur eine Wiederholung der gleichen Themen ist, sondern dass Neuenkirchen hier ein Buch präsentiert, dass wirklich Neues bietet.Dabei empfand ich das Buch nicht nur als sehr lehrreich, sondern auch als unterhaltsam geschrieben und stellenweise richtig lustig. Mir passiert es nicht allzu oft, dass ich beim Lesen lache, aber hier habe ich häufig geschmunzelt und bisweilen tatsächlich auch auflachen müssen.Neuenkirchen erzählt auf sehr spritzige Art, so dass sich das Buch sehr flott liest und die Lektüre richtigen Spaß macht. Hier findet man außerdem Informationen, die man nicht schon x-mal irgendwo gelesen hat, sondern man lernt Japan durch jemanden kennen, der das Land und die Leute gut kennt und dadurch tolle Anekdoten zum Besten geben kann und von Details berichtet, die einen oft verblüffen und einem Japan und die Japaner näher bringen.Die ‚Gebrauchsanweisung für Tokio und Japan‘ ist das perfekte Buch für Japan-Fans und für Japan-Neulinge. Tolle Gebrauchsanweisung!
Dieses Buch beschreibt keine Lokale oder Orte. Daher als Reiseführer oder zum Inspirieren völlig ungeeignet.Es ist eine Anekdotische Aneinanderreihung welche sich wie eine seelische Aufarbeitung des Autors liest, der verzweifelt versucht mit der Entscheidung klar zukommen das es ihn nach Japan verschlagen hat. Es gibt nur ein paar sarkastische Schmunzler bei denen einem der Gedanke „Armer Mann“ durch den Kopf schiesst.Wäre er doch lieber in München geblieben, und hätte dort Teddybären zu Rammstein-Musik gekuschelt und dazu seinen Schnaps getrunken. Laut dem Autor stellt das den Querschnitt durch die deutsche Lebensweise dar.Es ist eine Ansammlung von Geschichten welche, in meiner Wahrnehmung, praktisch alle mit einem melancholischen oder genervten Unterton verfasst worden sind. Völlig Zusammenhangslos folgt man dem Erzähler, und muss wahrscheinlich schon froh seinen das die einzelnen Kapitel nicht mit „Und einmal waren wir …“ anfangen.Der Autor ist, wie er selbst schreibt, einfach gern allein. Ja das merkt man. Nach dieser Lektüre möchte man definitiv nicht nach Japan.Es ist das perfekte Geschenk wenn man möchte das die Freunde oder Bekannten besser daheim bleiben.