BESCHREIBUNGIn einem EINFÜHRUNGSKAPITEL umreißen die Autorinnen zunächst die Inhalte und Grenzen des Wanderführers. Der Schwerpunkt vorgestellter Pflanzenarten liegt demnach auf Kräutern und weniger auf Gehölzen und Gräsern. Allerweltsarten einerseits, aber auch sehr seltene Arten, die nur unter Missachtung der Naturschutzvorgaben aufgesucht werden könnten, werden nicht behandelt.Neben praktischen Hinweisen zu u. a. Verkehrsanbindung und Einkehrmöglichkeiten, findet sich in diesem Kapitel auch ein kurzer Abriss der landschaftlichen und floristischen Besonderheiten.Im HAUPTTEIL werden isg. 18 Wanderungen beschrieben. Das Schema ist gleichbleibend und beginnt mit einer zusammenfassenden Charakterisierung der Tour, es folgen praktische Hinweise zu Startpunkt, Markierung, Länge, Verkehrsanbindung, Schwierigkeitsgrad, ein Diagramm des Höhenprofils und eine Kartenskizze mit Route und Beobachtungspunkten. In die Wanderbeschreibung sind Artenlisten der einzelnen Beobachtungspunkte und Fotos der Landschaft und von Pflanzen integriert. Einige wenige Einschübe zu unterschiedlichen Themen von der Ökologie bis zur Historie ergänzen dieses Kapitel.Der Schwerpunkt der Wanderungen liegt auf den klimatisch begünstigten Moselhängen, zudem einigen Kalktrockenrasen, Hochstaudenfluren am Fluss und Wäldern in den Seitentälern.Im Teil „PFLANZENPORTRÄTS“ wird auf isg. ca. 150 Seiten eine Auswahl von Pflanzenarten beschrieben und abgebildet. Für jede Art wird der deutsche und wissenschaftliche Name, die Familienzugehörigkeit und Blütezeit, sowie das Vorkommen in den Routen angegeben. Dann folgt eine Beschreibung der Art, ihres Standortes und oft noch Details zur Verwendung oder anderen Besonderheiten. Jeweils ein bis drei Fotos zeigen den Habitus und/oder Details der Pflanze.Am ENDE findet sich ein zweiseitiges Literaturverzeichnis und ein Artenregister nach deutschen und wissenschaftlichen Namen.BEWERTUNGDer Wanderführer enthält viele interessante und schöne Wanderungen, ist gut strukturiert und flüssig zu lesen. Er ist mit viel Fachwissen wie auch guten lokalen Kenntnissen verfasst worden.Die getroffene Artenauswahl ist charakteristisch und sinnvoll. Die Auslassung einiger Raritäten ist lobenswert. Manch anderer Naturführer lockt mit Listen seltenster Arten, die dann aber doch nicht einfach gefunden werden können, respektive nur nach langwieriger und evtl. destruktiver Suche in geschützten Gebieten. Diese kleine Einschränkung dient einerseits dem Naturschutz und mindert andererseits den Überblick über die Flora des Gebietes keineswegs, da das Moseltal ohnehin sehr reich an Arten ist, die andernorts in Deutschland selten oder überhaupt nicht vorhanden sind, die allermeisten davon werden hier dargestellt.Die charakteristischen Gehölze werden großenteils behandelt, Arten wie die Elsbeere, die Mehlbeere und die oft dominante Traubeneiche hätten vielleicht noch ihren Platz in den Artenlisten finden können.Die Auswahl der Wanderrouten ist gut gelungen und spiegelt die Vielfalt der Vegetation im Moseltal wider. Durch die Konzentration etlicher Routen auf den Flussabschnitt zwischen Bernkastel und Koblenz ergibt sich jedoch eine gewisse Wiederholung des Artenspektrums auch wenn der landschaftliche Reiz jeder einzelnen Wanderung hoch ist. Eine Ausdehnung des Konzeptes auf den Hunsrück oder zumindest ein paar Wanderungen weiter oben in den Seitentälern hätten das Buch noch zusätzlich bereichern können.Die Beschreibung der Wanderungen ist detailliert, gut bebildert, und Artenlisten von konkreten Exkursionsspunkten machen das Auffinden der Arten leicht.Die Pflanzenporträts sind in der Art von Foto-Pflanzenführern angelegt und enthalten zudem viele wissenswerte Ergänzungen. Die Bebilderung ist meist gut und oft mit Detailbildern von Blüten oder wichtigen Merkmalen versehen.KLEINE FEHLER: Die Abbildungen von Tanacetum parthenium und T. corymbosum sind vertauscht. Zudem findet sich noch eine nicht botanische Rarität: das ein wiederholter Schreibfehler, Stachy recta, statt Stachys recta, es neben der richtigen Schreibweise bis ins Register schafft, ist wirklich eine Seltenheit. Aber nichts für ungut, wahrscheinlich hat jedes Buch seine Fehler, und diese Kleinigkeiten sollten niemanden davon abhalten, sich das Buch zuzulegen.FAZITGelungener botanischer Wanderführer, der zu landschaftlichen Schönheiten des Moseltales führt und die tollen Pflanzenarten an konkreten Beobachtungspunkten serviert. Zudem viel Wissenswertes über die Pflanzenwelt verständlich erklärt. Für Anfänger wie auch versierte Botaniker geeignet.
dieses mit aussagekräftigen Farbfotos – landschaftlich-kulturelle Besonderheiten sowie Pflanzenporträts – reich ausgestattete Handbuch vereint die Eigenschaften eines Reiseführers mit denen eines übersichtlich gestalteten Pflanzenbestimmungsbuches. Auf 18 Touristentipps in Form von Routenbeschreibungen inklusive separat ausgewiesener Beobachtungstipps folgt ein Pflanzenführer durch schwerpunktmäßig die moseltaltypische Flora. Die Porträts sind dank ihrer klaren Symbolik und inhaltlichen Aussage eine echte Hilfe für den „urlaubenden“ Hobby-Botaniker und die vorgeschlagenen Entdeckertouren machen Lust, die Landschaft unter fachkundiger Anleitung zu erleben – ein schönes Buch für Naturliebhaber, die ihren „botanisch angehauchten“ Urlaub zwischen Perl und Koblenz verleben möchten.Christiane Högermann