Das Buch beinhaltet am Anfang eine kurze, sehr hilfreiche Einführung in die Entstehung von Trauma und dessen Auflösungsmöglichkeiten.Zu den unterschiedlichen Dimensionen der Traumaarbeit gibt es jeweils ein Kapitel mit einer kurzen theoretischen Einführung und den passenden Geschichten dazu.Im Anhang sind die Geschichten nach einem Stichwortverzeichnis bzw. nach Themen aufgelistet, sodass man effizient die richtige Geschichte für die Therapie finden kann.
Menschen sind v.a. über Bilder, Geschichten und Metaphern erreichbar, was auch für die Psychotherapie ein bedeutender Ansatzpunkt ist. Das Tiger-Buch bietet 120 kurze Erzählungen und Denkanregungen zu Themenbereichen, die nicht nur in der Traumatherapie eine große Rolle spielen (z.B. Selbstbild, Angst, Zwang/Perfektion, Partnerschaft, Familie, Flucht, Scham, etc.). Es wird eine Mischung aus teils sehr berührenden Geschichten, teils einfachen und gleichzeitig sehr anregenden oder tiefgreifenden Erzählungen aus den verschiedenen Arbeitskontexten der Autoren sowie auch einigen Überlegungen zu bekannten Geschichten/Märchen angeboten. Diese lassen sich gut für Kinder/Jugendliche/Erwachsene in alle möglichen Therapiekontexte als Hauptbestandteil oder Ergänzung integrieren. Es wird damit die Suche nach Deutungs- und Handlungsmöglichkeiten der Klienten angeregt und soll so auf paralleler Ebene eine eigenständige Symptomabschwächung/-auflösung bei (Trauma-)Betroffenen fördern. Therapeuten selbst können mithilfe der Geschichten auch einen neuen Blick auf belastende Therapiethemen bekommen und möglicherweise Entlastung erleben. Es ist empfehlenswert, dieses Buch in der Hinterhand zu haben, um darauf in geeigneten Situationen zurückgreifen zu können oder sich inspirieren zu lassen.Zum Aufbau des Buches:Im ersten Abschnitt des Buches werden einleuchtend Definition, Entstehungsfaktoren von Traumatisierungen und wichtige Aspekte im Umgang und der Therapie in dem Bereich angebracht. Danach sind die Erzählungen aufgeteilt in Kapitel nach folgenden möglichen Zielen der Traumatherapie: Traumaprävention (Schutz vor erwartbaren Triggerwirkungen), die Starre lösen (Depression, Rückzug, Sucht), Geduld und Zuversicht im Überwinden (Trigger identifizieren & auflösen, Um- / Entkonditionieren), ein neuer Blick auf scheinbar schlechte Reaktionen (Respekt für die gute Absicht des Symptoms, Selbstannahme), Zugehörigkeit erleben lassen (Erleben von Schutz & Heimat), Beziehungen entlasten (hilfreiche Interaktion), traumatische Reaktionen nachkonditionieren und Aussöhnung, Güte (mit sich & dem Leben).Über das Stichwort- und das Geschichtenverzeichnis lassen sich Geschichten zu einem bestimmten Oberbegriff (z.B. Selbstabwertung, Schmerz, Ungewissheit, Vertrauen etc.) bzw. eine bestimmte Geschichte schnell finden.