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Metropol | Eugen Ruge | Taschenbuch | 432 S. | Deutsch | 2021 | Rowohlt Taschenbuch Verlag
Bewertungen & Erfahrungen
4,8 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★5
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3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion15.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein absolut großartiges Buch, das mich sofort in die Welt von Eugen Ruge entführt; die Geschichte von Metropol ist fesselnd und tiefgründig. Ich kann dieses Taschenbuch uneingeschränkt weiterempfehlen!
Redaktion15.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein absolut fantastisches Buch, das mich von Seite zu Seite gefesselt hat; die Atmosphäre und die Tiefe der Geschichte sind einfach umwerfend.
Redaktion15.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch war ein Geschenk und hat bei dem Beschenkten Interesse geweckt. Die Art der Präsentation war für mich eine Überraschung. Die gesamte Aufmachung war bei mir von Interesse.
Der im russischen Soswa/Swerdlowsk geborene deutsche Schriftsteller Eugen Ruge entstammt einer Familie gestandener Kommunisten. In seinem Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ (2011), der ein großer Erfolg war und auch prominent verfilmt wurde, hat er dieser Familie einen Epitaph gewidmet. Mit allem, was dazu gehört. Er schildert dort den trotz eines von Brüchen und Enttäuschungen durchsetzten Lebens festen Glauben an die gute Sache. Obwohl ihr Leben durch Verfolgung, Flucht und Exil geprägt war, und obwohl dann diejenigen, die diese Odyssee überlebt haben, in einem Land gestrandet waren, in dem sich vieles von dem wiederholte, das zu den zahlreichen, schamhaft verdeckten Narben geführt hatte, wollten sie von ihrem Grundbekenntnis nicht weichen.Eugen Ruge hat diese Geschichte nicht losgelassen. In dem Roman „Metropol“ (2019) hat er nahezu ein Jahrzehnt nach der Veröffentlichung von „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ die Familienchronik noch einmal belebt. Das Hotel Metropol, ebenso sagenumwoben wie mysteriös wie das Hotels Lux im Moskau der dreißiger Jahre des letzten Jahrhunderts, wurden viele kommunistische Funktionäre und Exilanten aus aller Herren Länder Zeitzeugen und Opfer dessen, was im Rahmen der Säuberungen der Kommunistischen Partei der Sowjetunion geschah und unter der Chiffre der Moskauer Prozesse in die Geschichte eingehen sollte.Analog zu Arthur Koestlers Roman „Sonnenfinsternis“, in dem er die psycho-pathologischen Prozesse ehemals prominenter Revolutionäre unter den Bedingungen von Haft und mentaler Folter beschrieb, seziert Ruge am Beispiel seiner Großmutter und der mit ihr verbundenen Familienmitglieder und Freunde das, was sie durchmachten, als sie aus ihrer Funktion in einer Sektion der Kommunistischen Internationale entfernt und im Hotel Metropol einquartiert wurden. Ruge schildert anhand der Verhaltensmuster, der Paranoia, die damit beginnt, anhand von protokollarischen Kleinigkeiten das eigene Schicksal deuten zu wollen und anhand von verschiedenen Vertretern des allmächtigen Apparats, wie brutal sich die Stalinisierung Bahn brach und dass sie alles vernichtete, was sich dem entgegenstellte. Es reichte vom ganz normalen Wahnsinn bis zum Kopfschuss.Überall lauerten vermeintliche Verräter, die gestern noch Helden der Revolution gewesen waren, Richter und Staatsanwälte begannen, ihre Effizienz daran zu bemessen, wieviele Todesurteile sie an einem Tag durchdrücken konnten und die Opfer saßen wie die Kaninchen vor der Schlange, wagten nicht mit den anderen Betroffenen über ihr Schicksal zu sprechen und hofften auf einen milden Ausgang, was den meisten allerdings nicht vergönnt war.Eugen Ruge beschreibt in einem Nachwort, wie lange und wie akribisch er recherchiert hat, um der Sache etwas auf den Grund zu kommen. Da es sich bei den Deutschen um eine geheim operierende Abteilung der Kommunistischen Internationale handelte, wurde zum Beispiel selbst in der Sowjetunion nicht über den Standort jener Abteilung, die aufgelöst und deren meiste Mitglieder einfach liquidiert wurden, Buch geführt.Bei dem Roman „Metropol“ handelt es sich um eines jener Glanzstücke von Literatur, deren Konsum der Leserschaft aufgrund der dort umrissenen Abgründe nicht gut bekommt, aber dennoch notwendig ist. „Metropol“ zeigt, wo die menschliche Kreatur landet, wenn sie sich dem Geist des Totalitarismus einmal hingegeben hat. Egal wo, egal unter welcher Flagge! Der Totalitarismus macht aus dem menschlichen Geist ein Inferno. Und niemand kommt mehr heraus!
Moskau 1936 – ein gewaltiger Tatsachenroman über eine deutsche Kommunistin, die in einem geheimen Nachrichtendienst arbeitet und miterlebt, wie viele ihrer kommunistischen Freunde zu Volksfeinden erklärt und hingerichtet werden.Bereits „In Zeiten des abnehmenden Lichts“ des gleichen Verfassers lernt der Leser den real existierenden Sozialismus meisterhaft erzählt kennen.„Einmal hat er 138 Todesurteile unterschrieben in zwei Tagen. 138! Gewiss, die Troikas schaffen mehr. Angeblich gibt es welche, die haben schon 400 Leute am Tag verurteilt.“Klappentext-Auszug: „Metropol folgt drei Menschen auf dem schmalen Grat zwischen Überzeugung und Wissen, Loyalität und Gehorsam, Verdächtigung und Verrat.“Das 25-seitige Nachwort hätte sich der Autor sparen sollen mit seinen unendlichen Erklärungen, wer etwas vermutete oder wusste, was wohl tatsächlich damals so geschah. Dafür ziehe ich einen Bewertungspunkt ab.
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Letzte Aktualisierung: 22.10.2026 18:21 Uhr.