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Eine ergreifende Reise durch ein halbes Jahrhundert Frauengeschichte, erzählt anhand der Schicksale von zwölf Mädchen aus dem Jahr 1968.In Mädchenschule begibt sich Bestsellerautorin Pascale Hugues auf eine faszinierende Spurensuche. Ausgehend von den Einträgen in ihrem Poesiealbum aus dem Jahr 1968 zeichnet sie die Lebenswege von zwölf Mädchen nach, die damals mit Adjektiven wie 'klein', 'süß' und 'bescheiden' beschrieben wurden - niemals aber als 'stolz', 'mutig' oder 'ehrgeizig'.50 Jahre später trifft Hugues diese Frauen wieder und lässt sie von ihren Leben erzählen. Sie gehören einer Gener ation an, die zwar zu jung war für die Revolution von 1968, aber dennoch von den hart erkämpften Errungenschaften ihrer Vorgängerinnen profitieren konnte: von der Pille, dem Recht auf Abtreibung und Scheidung bis hin zur Möglichkeit, ohne die Erlaubnis des Ehemannes zu arbeiten.Jede der porträtierten Frauen hat auf ihre Weise versucht, dem in Hugues' Poesiealbum widergespiegelten Rollenbild zu entkommen. Doch alle spüren bis heute, wie sehr diese Zuschreibungen nachwirken. Eine einfühlsame Reflexion über Frauenfreundschaft, soziale Ungerechtigkeit und den Kampf um Selbstbestimmung - und ein Zeitdokument von größter Aktualität.
Bewertungen & Erfahrungen
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Redaktion26.06.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein sehr charmantes und liebevolles Buch, das eine schöne Atmosphäre schafft, auch wenn die Beschreibung der Mädchen etwas zurückhaltend ist.
Der Autorin gelingt es, die ganz unterschiedlichen Lebenswege ihrer ehemaligen Schulkameradinnen einfühlend und humorvoll nachzuzeichnen. Ein erfrischendes, aber auch ernstes Buch, da nichts ausgeklammert wird.
„Porträt einer Frauengeneration“ lautet die Unterzeile dieses sehr persönlichen Buches der französischen Journalistin und Autorin. Pascale Hugues ist gebürtige Straßburgerin, stammt also aus dem Elsass, lebt inzwischen seit Jahrzehnten in Berlin. In ihren Publikationen setzt sie sich immer wieder sachkundig und voll feiner Ironie mit den deutsch-französischen Beziehungen auseinander, dem Verhältnis zwischen Deutschen und Franzosen an sich, den jeweiligen Eigenheiten, Traditionen und Marotten, den Differenzen und den Gemeinsamkeiten. Der Blick auf Deutschland war Ende der 1960er überraschenderweise eher bewundernd:„Wir schielten ständig zum anderen Rheinufer hinüber: Was machen die da? Woher nehmen sie diese Energie, um nach all dem Horror, den sie verbreitet haben, wiederaufzustehen? Was ist ihr Geheimnis und warum machen sie es immer besser als alle anderen? Und warum glänzt ihr Wirtschaftswunder strahlender als unsere Trente Glorieuse? Denn es war eindeutig zu sehen, wenn wir den Rhein überquerten: Auf der anderen Seite war alles neu. Die Bombenangriffe der Alliierten hatten ihre Städte dem Erdboden gleichgemacht, und die Stadtplaner der Nachkriegszeit haben alles bereits wiederaufgebaut. Bei uns sahen die Städte aus wir mehrstöckige Torten, die von innen heraus schimmeln ...“In „Mädchenschule“ nimmt Hugues ihr Poesiealbum von 1968 zum Anlass, um die Lebensgeschichten ihrer Klassenkameradinnen zu erzählen und daraus über ihre Generation zu reflektieren. Die Mitschülerinnen waren einer weniger privilegierten Schicht zugehörig als die Autorin. Deren Eltern waren fortschrittlich und liberal, revolutionären Ideen aufgeschlossen, der Vater als Architekt verdiente ordentlich. Die Schule hatte aber als Einzugsgebiet eher Kinder von Geringverdienern, harten Malochern und Migranten aus Spanien oder Italien. Da lebten meist nicht nur zwei Kinder in geräumigen Altbauwohnungen, sondern oft 6 oder 7, manchmal auch 11 Kinder in zwei Zimmern. Nicht nur rückblickend empfindet Hugues das durchaus als bereichernd, Bekanntschaft mit Kindern und Familien gemacht zu haben, die sie sonst womöglich nie kennengelernt hätte.Sie macht sich auf die Suche nach all den Mädchen, mit denen sie vier Jahre ihres Lebens intensiv verbracht hat. Entstanden sind ausgesprochen liebevolle Porträts über Frauen, die überwiegend ihren Weg gemacht haben, jede auf ihre Weise. Hugues schildert die Lebenswege mit der ihr eigenen Distanz und Ironie, geht aber nie unter die Gürtellinie und kriegt stets die Kurve, um eine gute Pointe oder einen versöhnlichen Schluss zu finden.Sie berichtet dabei auch offen über die eigene Familie: Der Vater meistens unterwegs, die Mutter immer zu Hause und unter der Untätigkeit leidend, immer wieder in Depressionen verfallen. Aus den vielen einzelnen Schicksalen entwickelt Hugues ein großes Panorama über französische Mädchen und Frauen in den Umbruchsjahren ab Ende der 1960er, als in Westeuropa die Zeit des enormen Wohlstands anbrach. Gleichzeitig schafft Hugues es, einigen Menschen, die sie besonders beeindruckt haben, durch die Porträts ein Denkmal zu setzen, wie etwa ihrer Klassenlehrerin, „Madame Franz“ und anderen herausragenden Persönlichkeiten.Hugues ist ein besonderes Buch gelungen: Es ist persönlich und steht gleichzeitig exemplarisch für eine unbeschwerte Generation mit großer Zukunft, ohne den Klimawandel, sondern nur stetiges, scheinbar unbegrenztes Wachstum vor Augen.
Habe das Hörbuch. Die Situation im Elsass nach dem zweiten Weltkrieg wäre eigentlich interessant. Aber die Autorin begnügt sich damit, das Klischee zu bedienen, wie Frauen durch ihre vermeintliche Rollenzuschreibung benachteiligt sind.
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Letzte Aktualisierung: 23.10.2026 06:22 Uhr.