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Die Korrekturen | Jonathan Franzen | Taschenbuch | 784 S. | Deutsch | 2003 | Rowohlt Taschenbuch
Bewertungen & Erfahrungen
4,6 von 5,0
7 Bewertungen
5 ★4
4 ★3
3 ★0
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 7 vorliegenden Einzelbewertungen.
Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen
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Redaktion09.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist wirklich ein Wunder und sehr bewegend, ich kann es jedem empfehlen.
Redaktion09.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Super!
Redaktion11.09.2025
testmonster.de · Redaktion
Ich habe dieses Buch als Geschenk für meine Schwester gekauft. Die Buchhülle hat eine ordentliche Erscheinung und die Papierqualität ist angemessen. Beim Durchblättern war die Lesbarkeit gut und die Bindung hielt die Seiten gut zusammen. Sie hat es an sich angenommen.
Redaktion01.05.2025
testmonster.de · Redaktion
Beim Empfang des Buches war die Buchqualität in Ordnung. Die Papierqualität ließ sich beim Durchblättern gut erkennen. Die Bindung hält den Inhalt zusammen, was für den Transport akzeptabel ist. Die Lesbarkeit der Schrift ist bei normaler Beleuchtung ausreichend.
Redaktion17.01.2025
testmonster.de · Redaktion
Das Buch kam in der Verpackung an und der Zustand des Einbands war intakt. Die Seiten erschienen sauber und die Ecken waren unbeschädigt. Die Lieferung war ohne sichtbare Mängel. Die Bindung des Buches schien stabil zu sein.
Was macht gute Literatur aus? Doch wohl auch und vor allem die Eigenschaft, den Leser für die handelnden Personen zu interessieren, weil sie ihm nicht nur plastisch und glaubhaft vor Augen geführt werden sondern weil er sich in ihnen auch ein Stück wiedererkennt. Diese literarische Kunst aber ist rar gesät, und die Mehrzahl der Bücher kommt mit Pappkameraden statt handelnder Personen aus. Franzens Werk hat diese Kunst jedoch auf einen kaum überbietbaren Gipfel getrieben. Enid und Alfred, ein traditionelles Paar aus dem mittleren Westen der Vereinigten Staaten, und ihre drei Kinder Gary, Chip und Denise präsentieren sind nicht nur in ihrer Gebrochenheit sondern auch in der anschaulichen Fülle ihres literarischen Seins faszinierde Vexierbilder der Persönlichkeitspsychologie der Gegenwart. Alfred Lambert, der Familienpatriarch, der innengeleitete Mensch, der langsam aber sicher in den Abgründen der Parkinsonschen Krankheit versinkt und seine Frau Enid, die außengeleitete Mutter Amerikas, repräsentierten die traditionelle Ehe, in der die FRau ihrem Mann den Hintern hinterherträgt und ihm dabei doch die Seele zermürbt, während Gary und seine kapriziöse Frau dagegen die moderne Ehe darstellen, bei dem die Frau dem Mann den Hintern nicht mehr hinterherträgt und ihm trotzdem die Seele zermürbt. Gleich ist Vater und Sohn, dass hinter ihem Leben als Workoholics die Depression und der Wahnsinn lauert, während Chip Lambert, der Linksintellektuelle der Familie, dem flottierenden Zeitgeist in all seiner Fragwürdigkeit bis nach Osteuropa folgt, ohne zu merken, dass auch dieser nach der Partitur des Wahnsinns pfeift. Die mit Abstnd sympatischste Figur des Romans ist die jüngste Tochter Denise Lambert, eine Frau, die in der Mänenrwelt doppelt so tüchtig sein muss um nur halb so erfolgreich zu sein wie ihre Kolegin, eine moderne Gestalt, deren sexuelle Vorlieben in der Beliebigkeit der modernen Gesellschaft gleichsam diffunidiert sind und die ebenso unschlüssig zwischen Hetero- und Homsexualität hin- und herschwanken wie hinsichtlich der Frage, wohin ihr Leben eigentlich treibt. Der Roman aber treibt unerbittlich auf das finale Weihnachtsfest der Famiie Lambert zu, einen Hexensabath der Moderne im Mikrokosmos der Familie, eine Hölle der Nähe und Entfremdung in einem mit einem erschreckend hohen Erkenntiswert für jedermann, der diese Passagen liest.WIEDERSEHEN MIT DEN lAMBERTS (Die KORREKTUREN JAHRE SPÄTER EIN ZWEITESMAL GELESEN)Ich habe dieses Buch schon einmal vor acht Jahren gelesen und habe es nun, nach der Lektüre der anderen drei großen Romane von Jonathan Franzen ( Die 27ste Stadt" Schweres Beben" und jetzt Die Freiheit") noch einmal zur Hand genommen. Mit war das Grundgefühl meiner damaligen Lektüre noch durchaus erinnerlich, ein satter, großer Roman mit eindringlich geschilderten Charakteren und einem Handlungsverlauf, der die Lamberts zu einem amerikanischen Paradigma der Jahrtausendwechsels machte.Ich las nur ein wenig hier und da, und schon war ich wieder drin - war wieder zu Gast bei Enid und Alfred Lambert und ihren so unterschiedlichen Kindern Gary, Chip und Denise, deren Schicksal wie ein Menetel die Grundproblematik auch meiner eigene Generation kennzeichnet. Ehe ich mich versah, hatte ich das Buch noch einmal gelesen - und zwar mit einem Gewinn, den ich nicht erwartet hätte. Es war nicht nur die Dialektik von Widererkennen und Neuheit, die diese Lektüre für mich so faszinierend machte, auch die Schwerpunkte des Romans wirkten diesmal ganz anders auf mich als bei der ersten Lektüre.Inzwischen bin ich fast ein Jahrzehnt älter geworden, und lese nun die beschriebenen Agonien der Alterserkrankung bei Alfred Lambert mit ganz anderen Augen. Ich bin inzwischen von einem Chip -Existenz in das von Gary und zurück gewechselt und habe vieler meiner Gefühlszustände auf eine so präzise Weise beschrieben gefunden, dass ich mich neu verstehen lernte. Und ich habe so viele Frauen wie Denise kennen gelernt, dass mir ihr Schicksal fast wie eine chronische Krankheit erscheint, die die tüchtigen Frauen unserer Zeit befallen hat. Die Lambert-Mutter Enid, die mir bei der ersten Lektüre noch wie eine Nervensäge vorkam, habe ich in ihrer duldenden Würde und lebenswerten Beschränktheit erst jetzt schätzen gelernt. Und last not least: wieder war ich wie verzaubert von der unglaublichen erzählerischen Kraft, mit der Franzen seine Figuren portraitiert.Und noch eine Erfahrung habe ich gemacht. Wer wissen will, wie gut Bücher wirklich sind, sollte sie nach einer gewissen zeit ein zweites mal lesen. Dann geht es ihnen wie mit gutem und schlechtem Wein, der über Nacht dekantiert - entweder sind sie so sauer, dass man sie in den Ausguss schüttet oder sie haben erst ihr volles Aroma entfaltet. Franzen Werk gehört natürlich zur zweiten Sorte. Dass das Buch gut war, hatte ich nie vergessen - dass es aber so gut ist, war mir entfallen.
Enid möchte ein letztes Mal ein Weihnachtsfest feiern und ihre Familie komplett um sich versammeln. Denn Alfred hat fortschreitende Demenz und ist nicht mehr er selbst. Enid weiß das und hofft noch mal so etwas wie Normalität herstellen zu können, bevor alles den Bach runter geht. Ihren Bemühungen, ihre Kinder nach Hause nach St. Jude, in den mittleren Westen, der USA, zu bekommen, verleiht sie mit säuselnder Toxic Nachdruck. Keines der drei Kinder möchte dem wirklich nachkommen, denn jedes hat mit seinen eigenen Problemen zu kämpfen.Gary, der älteste, dessen versnobte und leicht hysterische Frau sich weigert, seine Familie auch nur kurz zu besuchen. Chip, der als gescheiterter und verschuldeter Dozent für Literatur zu kriminellen Machenschaften mit Litauen übergegangen ist und Denise, eine talentierte Köchin die ein Verhältnis mit ihrem Chef und seiner Frau unterhält.Im Zentrum aber steht Alfred, ein ehemaliger Eisenbahner, konservativer Patriot und Rassist, dessen geistiger und körperlicher Verfall eindrücklich dargestellt wird.Jonathan Franzen zeichnet das Bild einer Familie, wie sie normaler nicht sein könnte, eben, weil sie so kompliziert ist. Hier wird aber nichts verschwiegen, sondern alles offen dargelegt. Der Ton ist beleidigend, ehrlich und im Umgang mit den Eltern auch ziemlich ruppig. Die Gründe liegen, wie so oft, in der Kindheit jedes einzelnen, und in der Methoden wie „Zuckerbrot und Peitsche“ an der Tagesordnung waren.Die Sehnsucht nach Zusammenhalt ist da, wird aber von jedem anders interpretiert. Wir schauen sehr tief in die Psyche jedes einzelnen und das ist manchmal so schmerzhaft geschildert, dass man wegschauen möchte. Realistisch ist es trotzdem, sehr sogar.Enid ist immer bemüht, eine Fassade aufrecht zu erhalten, die schon lange nicht mehr existiert. Auch die Demenz ihres Mannes erkennt sie zwar, ignoriert sie aber weitgehend. Ihre Kinder dringen nicht zu ihr durch. Überhaupt dringt niemand zu niemandem durch, obwohl alle sehr deutlich sind.Das ist schon ziemlich genial geschrieben. Was mir nicht gefallen hat, sind die ausufernden Nebenschauplätze. Da hätte der Autor locker 250 Seiten einsparen kann. Das macht das Buch phasenweise wirklich anstrengend zu lesen. Wären diese nicht gewesen, wäre es ein uneingeschränkter Literaturgenuss.Gewöhnungsbedürftig ist die Darstellung von Körperlichkeit, ob es um Liebe, Krankheit oder das Ausscheiden diverser Körperflüssigkeiten geht. Das wird jedes mal so plastisch beschrieben, dass das unangenehme an diesen Vorgängen mich durchaus angewidert hat. Und ich bin echt hart im nehmen. Essen sollte man beim Lesen des Buches nicht unbedingt.Zu recht ein gefeierter moderner Klassiker eines großen Erzählers, der sich manchmal ein bisschen kürzer fassen könnte.
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Letzte Aktualisierung: 22.10.2026 14:26 Uhr.