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Die tausend Herbste des Jacob de Zoet | David Mitchell | Taschenbuch | 720 S. | Deutsch | 2014
Bewertungen & Erfahrungen
4,2 von 5,0
5 Bewertungen
5 ★2
4 ★2
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2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion22.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch ist ein interessantes historisches Werk über die Zeit nach dem japanischen Einschluss, allerdings ist der Zustand des Buches aufgrund seiner Gebrauchsspuren nicht ideal. Die Geschichte ist gut erzählt und bietet viel Hintergrundwissen zum Thema.
Redaktion22.05.2026
testmonster.de · Redaktion
Das Buch ist in einem gebrauchten Zustand. Die Buchseiten sind intakt und die Bindung hält die Struktur zusammen. Die Lesbarkeit der Schrift ist gegeben. Die Lieferung war unkompliziert. Für die Nutzung im Büro ist es geeignet.
Was für ein Schmöker, im besten Sinne des Wortes! Mitchell eröffnet dem Leser hier Einblicke in eine andere, exotischere, längst vergangene Welt: Die des abgeschotteten Japans in der Shogun-Zeit.Die Details zu Alltagskultur, Kommunikation und Etikette, die hier geschildert werden, mögen auf manche Leser*innen ermüdend wirken, tragen aber zur Dichte der Erzählung bei. Ohne Mitchells Aufenthalt in Japan wären solch umfassende Kenntnisse dieser versunkenen Kultur nicht denkbar.Diese konservative, zurückhaltende Kultur stößt in den nach Ressourcen gierenden europäischen Mächten auf einen Gegenpol, den man sich kaum drastischer vorstellen kann.Bei all den Ausführungen historischer und kultureller Natur vergisst Mitchell aber auch das Geschichtenerzählen nicht: Unglückliche Liebe, Machtgier, Korruption, Grausamkeit, Größenwahn - all diese ewiggleichen Dämonen der Menschen führen auch hier zu Schwierigkeiten für den holländischen Kolonialposten und menschlichen Katastrophen für die Protagonisten.So wird im ersten Teil sehr gelungen das gebaren der Holländer in der Kolonie und ihr Streben nach Macht und Reichtum geschildert. Hauptdarsteller Jacob ist einer der wenigen Holländer, die sich integer verhalten und wird dafür nicht belohnt. Zu allem Übel verliebt er sich auch noch unglücklich - der Türoffner für den zu lange geratenen, aber abgründigen zweiten Teil:In Teil 2, der aus meiner Sicht das Herz des Romans darstellt, wird das Treiben in einem Schrein, vage vergleichbar mit einer europäischen Abtei, geschildert. Sukzessive kommen die dort im Namen des Glaubens begangenen Ungeheuerlichkeiten ans Tageslicht, denen auch die von Jacob verehrte, an den Schrein verkaufte Samurai-Tochter ausgesetzt ist. Eine durch einen anderen Verehrer sorgsam geplante Rettungsaktion wird aufwendig inszeniert, scheitert am Ende aber katastrophal.Die weiteren drei Teile des Romans wirken dichter, weil kondensierter: Zunächst eskaliert das Geschehen am Handelsstandort durch das Auftauchen einer englischen Fregatte, deren Kapitän sich Zugang zu den japanischen Ressourcen schaffen möchte - erst durch Täuschung, dann mit Gewalt. Jacob und die Seinen können eine Täuschung des Statthalters von Nagasaki durch Offenheit und kulturelle Sensibilität verhindern.Dadurch ergibt sich für Jacob im weiteren Verlauf die einmalige Gelegenheit, den Statthalter in die alptraumhaften Geschehnisse im Schrein einzuweihen. Was folgt, ist ein wunderschön konstruierter Showdown, der auf Spektakel und Scharmützel weitgehend verzichtet, aber absolut zwingend und überzeugend dargestellt wird. Sehr, sehr stark geschrieben.Im Epilog erfahren wir noch, wie die Dinge sich für die Hauptfiguren über die Jahre weiter entwickelt hatten und es gibt ein bewegendes Wiedersehen.Insgesamt besticht diese Erzählung trotz ihrer vereinzelten Längen durch sehr sorgsam und plausibel geknüpfte Handlungsstränge. Nichts wirkt gewollt, überzogen oder aufgesetzt. Auch die Farbigkeit und Lebendigkeit von Schauplätzen und Protagonisten ist beeindruckend. Eine wirklich grandiose Welt- und Zeitreise, die man gerne ein zweites Mal lesen wird.
Nach "Der Wolkenatlas" das neuste Meisterstück von David Mitchell. Er bedient sich hier einem völlig neuem, zumindest mir bisher vollkommen unbekannten und damit frischem Thema. Der Roman spielt ab 1799 in bzw. vor Nagasaki, Japan. Das Land hat sich zum Schutz komplett von der Außenwelt abgeschottet. Eine der wenigen Verbindungen zur Außenwelt ist die Handelsstation Dejima der Niederlande. Die auf Pfählen gesetzte Miniinsel, die über eine Brücke mit dem Festland verbunden ist, hat stark reglementierten Kontakt. Auf diese Insel wird unser niederländische Hauptdarsteller Jacob de Zoet versetzt.Wer mehr über die Geschichte erfahren möchte, dem sei gesagt, dass Jacob zuerst mit dem ungewöhnlichen Lebensumständen und Menschen konfrontiert wird. Bald darauf verliebt sich in eine Japanerin, die sowieso unerreichbar zu sein scheint und dann auch noch gegen ihren Willen in ein fernes Kloster gebracht wird.Die historischen Details sind gut recherchiert und werden mit einer Selbstverständlichkeit dargeboten, als ob Mitchell selbst im Japan dieser Zeit gelebt hätte. Da man selber nichts von diesen Teil der Geschichte weiß wird man wie Jacob als "Entdecker" eines unbekannten Ortes und einer fremden Kultur in ein Abenteuer geworfen. Und so wird man auf eine poetische Reise mitgenommen die mit moralischen Zwickmühlen, politischen Ränkenspielen und Respekt(losigkeit) vor fremden Kulturen garniert ist.Anfangs hält man dieses Buch für einen Abenteuer- oder einen historischen Roman, bald glaubt man es wird eine Liebesgeschichte. Später weiß man nicht so recht wohin es führt und ist verwirrt, zumal es auch noch unerwartete Perspektivwechsel gibt. Und das ist auch der einzige Vorwurf den man den Roman machen kann. Allerdings ist das volle Absicht. Die Geschichte zeigt nicht weniger als das Leben, und das ist eben nicht nur eine Liebesgeschichte. Es ist abenteuerlich, exotisch, lustig, derbe, mystisch, schockierend, enttäuschend, spannend, romantisch uvm..In vielerlei Hinsicht ein gewaltiges Werk auf hohem Niveau. Eindrucksvolle Sprache mischt sich mit einer ungewöhnlichen Geschichte. Man lernt das Leben mit allen seinen Facetten von Liebe und Humor bis Verwirrung und Ekel kennen.Für Leser geeignet die sich auch mal von einem Buch vor den Kopf stoßen lassen und sich darauf einlassen können die Achterbahn der Gefühle des Lebens zu erdulden. Für diese eine beeindruckende Erfahrung die vom amüsierten Auflachen bis Tränen in den Augen belohnt.
und ein beeindruckender Einblick in die Gedankenwelt dieses Volkes. Allerdings sollte man sich auf die eine oder andere Länge gefasst machen, sich dadurch aber auch nicht verunsichern lassen. Ab und an entstand in mir auch der Eindruck, dass der Autor sich nicht ganz sicher war, ob er einen historischen Roman oder ein Stück anspruchsvoller Literatur verfassen möchte, was ich manchmal als ein wenig verwirrend empfand. Diesbezüglich hatte ich am Ende des Buches (Kindle-Version) auch 2 sog. Aha-Erlebnisse - erstens schein Lawrence Norfolk (Lemprieres Wörterbuch) an der Entstehung des Buches mitgewirkt zu haben (das einzige Buch, dass ich trotz dreier Anläufe niemals gelesen habe, weil ich jedesmal verwirrt aufgeben musste) und zweitens durfte ich feststellen, dass ein umfangreiches Namens-Glossar (in dem Buch kann man aufgrund der für Europäer ungewöhnlichen Namen leicht mal den Überblick verlieren) am Ende des Buches zu finden ist. Hätte ich gerne vorher gewusst, wäre ein wenig übersichtlicher gewesen. Insgesamt aber eine durchaus interessante Lektüre, wenn man sich für die Zeit und den Kulturkreis grundsätzlich interessiert.
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Letzte Aktualisierung: 23.10.2026 18:23 Uhr.