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EAN 9783499273810
USA-Trilogie: Der 42. Breitengrad / 1919 / Das große Geld
USA-Trilogie | Der 42. Breitengrad / 1919 / Das große Geld | John Dos Passos | Taschenbuch | 1648 S.
Bewertungen & Erfahrungen
4,2 von 5,0
6 Bewertungen
5 ★3
4 ★1
3 ★2
2 ★0
1 ★0
Verteilung basiert auf 6 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion06.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Die Trilogie von John Dos Passos ist humorvoll und bietet interessante Einblicke in die amerikanische Erfahrung dieser Zeit, allerdings ist der Stil für manche Leser etwas schwer zugänglich.
Redaktion06.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Diese US-Trilogie von John Dos Passos ist ein absolut großartiges und witziges Werk, das mich von Anfang bis Ende fesselt. Die satirische Perspektive auf die amerikanischen Gesellschaften ist unglaublich unterhaltsam und tiefgründig.
Die Rezension bezieht sich nur auf den 42. Breitengrad: Der Autor arbeitet mit einer Art Collagen-Technik, so dass vier unterschiedliche Darstellungsbereiche nebeneinander stehen. Zunächst einmal vier kurze, einschubartige Abschnitte: "Wochenschau", wo Liedtexte, Wochenschauberichte und Zeitungsausschnitte, häufig auch nur bruchstückhaft, nebeneinander gesetzt werden, um Zeitkolorit herzustellen; "Das Auge der Kamera" autobiografische Erinnerungssplitter, kurze Texte ohne Punkt und Komma, die durch die fehlenden Satzzeichen einen ganz eigenen poetischen Sound bekommen; Biografien von Personen aus der Zeit, die Dos Pasos für wichtig hält. Das Kernstück des Romans bilden die Lebensgeschichten von vier Protagonisten, die in unterschiedlicher Weise den amerikanischen Traum zu leben suchen. Mac, der Sozialist und Hobo, J. Ward Moorehouse der sich aus armen Verhältnissen zum gut situierten Politikberater hocharbeitet und zwei Frauengestalten, bei denen es auch um die Emanzipation in die Berufswelt geht, Janey, die Chefsekretärin und Eleanor, die eine Innenarchitekturfirma gründet. Diese Lebensgeschichten, die sich gegen Ende des Romans untereinander verzahnen, sind sehr packend geschrieben, wobei im Grunde jedes dieser Kapitel immer auch einen Abschluss darstellt.Ein Verdienst des Rowohlt Verlages diese Trilogie, einen Klassiker des modernen amerikanischen Romans, wieder in einer gelungenen neuen Übersetzung auf den Markt zu bringen.
1596 Seiten, drei Bücher in einem, Dünndruck – das schafft einen Dickebücherleser, wie mich, und ist doch zu schaffen. (Allerdings mit langer Pause nach Band 2.)Dass es sich um erstklassige Literatur handelt und sie richtig wichtig ist, wusste ich schon vor dem Kauf, verwiesen wird dann immer auf diese Textcollagen aus Nachrichten und Schlagern zwischen den einzelnen Episoden als Beleg hoher Kunst – ich finde die nervig und wenig hilfreich. Auch die zahlreichen Anmerkungen muss man nicht nachschauen, denn man versteht den Text auch so und die Anmerkung sind so knapp gehalten, dass sie kaum was erhellen. Das umständliche Nachhintenblättern ist kein Vergnügen und wieso das buch drei Lesebändchen hat mir unverständlich. (Meine Bibel hat nur zwei.)Aber:Die Bücher faszinieren, denn eine reale Zeit mit realen Menschen und ihrem Real Life erscheint beim Lesegenuß. Eine Epoche entblättert sich. Mir war unklar wie vielfältig etwa sozialistisches Leben in den USA war, wie die Kämpfe gegen Ausbeutung geführt wurden und ebenso so öfter verloren als gewonnen wie in Europa. Man kann den Fokus auch auf anderes legen beim Lesen, denn:Der Autor schreibt über normale Menschen, die versuchen das Leben zu meistern und weder großartig durchstarten, noch grandios scheitern, kein Psychopath taucht auf, keine Kindsmörderin, kein Held, kein Schurke, es geht um die Stinos = stinknormale Menschen und das ist faszinierend beschrieben und entwickelt. Man sieht die Menschen, man riecht mit, man hört mit. Das ist großartig, egal was die Literaturwissenschaft trompetet.Schwer an dem Klassiker ist nur sein reales Gewicht. Ihn in der Hand zu halten ist gewichtig.Also: keine Angst vor Klassikern. Dieser Wälzer tut gut, denn er schreibt von Menschen.
Die drei in diesem Band vereinten Teile bilden eine zusammenhängende Story. Erzählt wird in jedem Kapitel aus der Perspektive eines der Charaktere. Die Form ist strikt chronologisch.Im ersten Teil werden die einzelnen Personen mit ihrer Herkunft vorgestellt. Irgendwann merkt man, dass bereits bekannte Namen in einem anderen Zusammenhang wieder auftauchen. Die Perspektive verdichtet sich dann später auf wenige der eingeführten Darsteller, die Lebenswege anderer scheinen nicht weiterverfolgt zu werden.Soweit ähnelt der Aufbau dem Roman Manhattan Transfer. Formal ist MT jedoch wesentlich dynamischer und schwerer lesbar.Der besondere Reiz der USA-Trilogie liegt in den Einschüben zwischen den Kapiteln. Dabei handelt es sich einerseits um aus ihrem Zusammenhang gerissenen Schlagzeilen und Zeitungsmeldungen, die als anregende Collagen ein gewisses Stimmungsbild vermitteln, dass in die Zeit der vorher geschilderten Handlung verweist. Dazu auch immer wieder kurze Porträts historischer Persönlichkeiten, meist Politiker, in kritischer, sarkastischer Form.Schwieriger einzuschätzen sind Einschübe unter dem Motto: das Auge der Kamera. Dort werden fiktionale Begebenheiten aus sehr verschiedenen Perspektiven geschildert, Handlung und Erzähler bleiben unklar. Satzteile ohne Punkt und Komma aneinadergereiht oder (willkürlich) in Abschnitte aufgeteilt. Jedenfalls in literarisch durchaus interessanter Weise.Wer nur an durchgehender Handlung interessiert ist, kann über diese Einschübe hinweg lesen. Man hat es dann mit einem atmosphärisch dichten Stoff zu tun und kann bewundern, wie es Dos Passos gelingt, die verschiedensten Zustände, Gegenden, Charaktere und Lebensformen zu schildern. Er schien sich tatsächlich in den USA und nahezu überall auf der Welt sehr gut auszukennen.Der erste Teil mündet in den Weltkrieg 14/18. Der Titel 1919 ist insoweit irreführend, als das Kriegsgeschehen vom Eintritt Amerikas bis zum Ende verfolgt wird. Dies aus der Perspektive einiger Protagonisten aus dem ersten Teil, die aus den verschiedensten Beweggründen daran teilnehmen.In diesem mittleren Teil geht nun leider eine unfassbare literarische Verflachung vonstatten. Die Handlung wird auf Groschenroman-Niveau abgehandelt, ohne nennenswerten Formulierungsaufwand. Irgendwer geht dauernd auf die Nerven, jemand zieht sein Gegenüber mit irgendwas auf, Alkohol fließt ständig bis zur Besinnungslosigkeit, dauernd wird nach Weibern Ausschau gehalten und mit ihnen das notwendige erledigt - mal gegen Cash, mal nur so. Das ganze Gerede besteht nur noch aus formelhaften Wendungen.Möglicherweise als Kunstgriff gedacht, um die Entwicklung der Charaktere zu zeichnen, die zu uninteressanten und leeren, charakterschwachen Figuren werde. Aber für das Lesen ermüdend, weil es keinen (Lust- u. Lern-)Gewinn mehr bringt, der Handlung zu folgen.So wie die Protagonisten vom Leben angeödet sind, so ist man es schließlich als Leser vom Roman.Fazit: nicht vergessen rechtzeitig mit Lesen aufzuhören.Mit dem Projekt hat sich der Autor schlichtweg überfordert.Manhattan Transfer lesen.
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Letzte Aktualisierung: 03.10.2026 18:08 Uhr.