Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen
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EAN 9783499613272

Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen

Hersteller: Rowohlt  ·  MPN: 1063339
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Amon | Mein Großvater hätte mich erschossen | Jennifer Teege (u. a.) | Taschenbuch | 272 S. | 2014

Bewertungen & Erfahrungen

4,6 von 5,0
5 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 5 vorliegenden Einzelbewertungen.

Wir bündeln Bewertungen aus verschiedenen Quellen und geprüfte Nutzerbewertungen von testmonster.de, um dir ein ehrliches Gesamtbild zu geben.

Redaktion 30.04.2026 testmonster.de · Redaktion
Dieses Buch ist ein absolutes Meisterwerk, das mich tief berührt und mein Selbstverständnis neu belebt. Die Geschichte von Jennifer Teege ist faszinierend und packt von Anfang bis Ende.
Redaktion 30.04.2026 testmonster.de · Redaktion
Das Buch ist in einem akzeptablen Zustand. Der Druck ist gut lesbar und die Papierqualität ist ausreichend für das Alter des Buches. Die Bindung hält die Seiten zusammen, auch wenn man ein paar Altersspuren sieht. Für das Geld ist es eine akzeptable Erinnerung.
leeresblatt 26.11.2024 amazon.de
Auch wenn sich viele Wissenschaftler und Philosophen diesem Thema widmen, finde ich persönlich, dass das Bedürfnis, alles über sich selber zu wissen, zur Natur des Menschen gehört, es ist wie ein Axiom und einer der Grundsätze für die persönliche Entwicklung jedes Einzelnen. Das Herausfinden bedeutet auch, sich identifizieren zu können, mit dem, was man entdeckt, oder sich bewusst zu distanzieren.Jennifer Teege hat eines Tages eine furchtbare Entdeckung gemacht, für deren seelische Verarbeitung sie Jahre gebraucht hat. Sie ist die leibliche Enkelin von Amon Göth, einem sadistischen Nazi-Verbrecher, vor allem aus dem Film "Schindlers Liste" bekannt.Ich habe Jennifer Teege zum ersten Mal in einem Fernsehinterview gesehen. Sie wurde mir sofort sympathisch und ihre Geschichte hat mich sehr beeindruckt. Noch während die Sendung lief, habe ich ihr Buch, das sie zusammen mit der Journalistin Nikola Sellmair geschrieben hat, bestellt. Dieses Buch, in dem sie ihre Geschichte erzählt, und das mittlerweile in mehrere Sprachen übersetzt wurde, hat mir sehr gut gefallen.Interessant bei diesem Buch sind die zwei unterschiedlichen Perspektiven Frau Teeges und ihrer Co-Autorin. Dies verleiht dem Buch eine bestimmte Struktur, die dem Leser hilft, alles besser zu verstehen und nachvollziehen. Jennifer Teege beschreibt - logischerweise - alles aus ihrer persönlichen Sicht, während Nikola Sellmair für die sachlicheren Erklärungen zuständig ist, und bezieht sich auch auf andere ähnliche Fälle, denn Jennifer Teege teilt ein Schicksal mit Millionen Deutschen. Trotzdem ist bei ihr auch wieder alles anders: ihre Hautfarbe und die Tatsache, dass sie adoptiert wurde. Nach der Entdeckung muss sie ein zweites Mal in ihrem Leben ihre eigene Identität in Frage stellen.Auch die Sprache, die die beiden Autorinnen benutzen, ist sehr gut und dem Thema angemessen. Wenn man Frau Teege in Interviews erlebt, passt alles, was man sieht und hört, zu ihrer Art zu schreiben: ruhig und überlegt, absolut nicht pathetisch und fesselnd."Amon: Mein Großvater hätte mich erschossen" ist nicht die jämmerliche Geschichte einer Frau, die ein Familiengeheimnis enthüllt, es ist vielmehr ein wichtiger Beitrag zum Thema Nationalsozialismus und dessen Konsequenzen: Frau Teege ist sich bewusst von ihrer Verantwortung, nicht nur als Deutsche, sondern auch als Enkelin eines der schwersten Nazi-Verbrecher.Sie kann stolz sein, mit ihrem Buch einen guten Beitrag geleistet zu haben, damit sich dieser Teil der deutschen Geschichte nicht wiederholt, denn sie sagt nicht: "damit habe ich nichts zu tun, das ist lange vor meiner Geburt passiert".Ich bewundere sie und freue mich sehr, ihr Buch gelesen zu haben.
Jaroschek 26.11.2024 amazon.de
Die Autorin Teegen schildert die Gefühllosigkeit und den Sadismus der Mörder des NS-Staates so eindringlich, dass man Mühe hat, das Buch zu lesen. Einer der fürchterlichsten Täter war der Großvater der Autorin. Immer wieder lesen wir von furchtbaren Taten Einzelner auch in unserer Zeit. Damals mordeten im staatlichen Auftrag viele, folgten einer idiotischen Ideologie. Wozu ist der Mensch fähig? diese Frage stellt sich. Eine israelische Freundin der Autorin macht dazu eine wichtige Aussage: „Wenn die Deutschen und ihre Verbündeten zu Mördern wurden, können auch wir zu Mördern werden. Wenn die Deutschen wegschauten, kann das auch uns passieren.“Auch das Böse liegt als Möglichkeit in den Menschen. Gefährlich wird es, wenn Menschen sich für absolut autonom halten. Der einzige Schutz ist eine religiöse Bindung, das Bewusstsein, in Verantwortung vor Gott zu stehen. Die Autorin litt schwer unter dem Schweigen ihrer Mutter, unter dem Verschweigen der furchtbaren Vergangenheit. „Familiengeheimnisse entwickeln eine zerstörerische Kraft“, schreibt sie. Eine Last wird man nur los, wenn man sich der Wahrheit stellt. Jedes Verdrängen der Wirklichkeit schadet. Erst als sie Wahrheit über ihre Herkunft erfuhr, konnte sie dieses schreckliche Wissen ‚aufarbeiten‘, Distanz gewinnen, frei werden und damit die Sicherheit gewinnen, an den früheren Tatorten auch mit israelischen Jugendlichen über diese Zeit zu reden. Und immer wieder taucht in diesem Buch die Frage nach dem Wissen der Deutschen auf. Die nachfolgende Generation ist überzeugt, hier wird einfach verschwiegen, geleugnet. „In vielen deutschen Familien wurden den Eltern und Großeltern nie kritische Fragen gestellt. ‚Die Nazis-das waren die andern‘. Es war unvorstellbar, dass der freundliche Großvater an der Front Verbrechen begangen und die gutmütige Großmutter Hitler zugejubelt hatte.‘ S. 100 Diese Formulierung ist schon ein kleiner Fortschritt, denn meistens wird behauptet, die NS-Generation habe das Gespräch verweigert. Hier wird das Gewicht auf das Desinteresse der Nachfolgenden gelegt. Offenbar können sich Menschen das Leben in einer Diktatur nicht vorstellen, die nie eine Diktatur erlebt haben Das ist eigentlich erstaunlich, denn bis 1989 konnte man auch im geteilten Deutschland eine Diktatur überprüfen. Zwar wurden in der DDR keine Massenmorde verübt, aber rechtlos und bespitzelt wurden auch da die Bürger, und wer eine andere Meinung äußerte, landete in Bautzen. Die Massen, die zum 40. Geburtstag der DDR Honecker zujubelten, waren die gleichen, die im Oktober mit dem Ruf ‚Wir sind das Volk‘ demonstrierten. Der Massenmord war im NS-Staat höchstes Staatsgeheimnis, selbst Eingeweihte sprachen nur getarnt von ‚Endlösung‘. Hätten sie die Wahrheit laut verkündet, hätten sie nicht überlebt. Absolut glaubwürdige Zeitzeugen wie Helmut Schmidt und Willy Brandt erklärten immer wieder, nichts gewusst zu haben. Der Stellvertreter des Staatssekretärs Weizsäcker nahm an der Wannseekonferenz teil. Die Weizsäckers wussten Bescheid, was unseren späteren Bundespräsidenten fürchterlich belastet haben muss. Aber ändern, verhindern konnte er nichts. Die wichtigste Frage, die der Leser sich stellen sollte, lautet: „Wie kann man rechtzeitig gesellschaftliche Fehlentwicklungen erkennen und wie kann man das als Gefahr Erkannte rechtzeitig verhindern? ‚Pricipiis obsta‘- ‚Den Anfängen widerstehen‘, hieß die Maxime bei den Römern. Das gelingt nur, wenn man politisch mitdenkt und handelt. Wahlverweigerung gefährdet die Gesellschaft. Ist das Unheil einmal da, wird man es kaum mehr los.
Anke R. 26.11.2024 amazon.de
Sehr bewegende Geschichte der jungen Frau, die so spät über ihre schrecklichen Wurzeln erfährt.
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