Die Vorbereitung des Romans: Vorlesung am Collège de France 1978-1979 und 1979-1980 (edition suhrkamp)
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Lesen & Literatur EAN 9783518125298

Die Vorbereitung des Romans: Vorlesung am Collège de France 1978-1979 und 1979-1980 (edition suhrkamp)

Hersteller: Suhrkamp Verlag Ag  ·  MPN: 1064714
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Produktfakten auf einen Blick

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Produktbeschreibung

Vorlesung am Collège de France 1978-1979 und 1979-1980 EAN: 9783518125298 Farbverschnitt: Generell werden die Bücher ohne Farbverschnitt geliefert, auch wenn die Abbildungen einen Farbverschnitt zeigen. Auflage: Neuauflage Erscheinungsjahr: 2008 Produktform: Kartoniert Titel der Reihe: edition suhrkamp#2529# Autoren: Barthes, Roland Redaktion: Marty, Éric Übersetzung: Brühmann, Horst Auflage/Ausgabe: Neuauflage Seitenzahl/Blattzahl: 569 Keyword: Aufsatzsammlung; Barthes; ES 2529; ES2529; Literaturproduktion; Quelle; Roland; Romantheorie; edition suhrkamp 2529 Fachschema: Roman - Bildungsroman~

Bewertungen & Erfahrungen

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Redaktion 26.04.2026 testmonster.de · Redaktion
Ich habe dieses Buch als Mitbringsel für meine Schwester ausgewählt. Das Buch hat eine solide Erscheinung und die Papierqualität wirkt haltbar. Beim Anschauen ist mir aufgefallen, dass die Bindung stabil ist und das Buch gut in der Hand liegt. Die Art der Herstellung lässt auf eine gewisse Langlebigkeit schließen.
Redaktion 30.12.2025 testmonster.de · Redaktion
Die Buchausführung ist solide. Die Papierqualität wirkt durchgehend angemessen und die Druckqualität ist gut lesbar. Die Bindung hält das Buch in Ordnung, auch wenn man beim Umblättern manchmal auf leichte Unebenheiten stößt. Die Verpackung war etwas zu groß für den Inhalt, was beim Transport etwas Platz beanspruchte. Insgesamt ist die physische Erscheinung des Werkes in Ordnung.
Redaktion 01.09.2025 testmonster.de · Redaktion
Die Papierqualität ist angemessen für die Lektüre. Der Druck ist klar und lesbar, es gibt keine auffälligen Unregelmäßigkeiten. Die Bindung wirkt stabil und die Buchstruktur ist haltbar. Das Gesamtformat ist praktikabel für den Gebrauch.
Ric 14.03.2024 amazon.de
Roland Barthes Vorlesungsband gehört ungefähr zur Romantheorie: besser zu einer Roman-Praxis. Dabei befassen sich die hier vertexten Sitzungen des Franzosen sowohl mit dem Werk als solchem, d.h. seinem Wesen, als auch mit den Bedingungen des Schreibens bzw. Schreibenwollens oder Schreibenmüssens, zudem notwendig der Autor selbst gehört aber auch das Davor bzw. das Drumherum für eine ideale Atmosphäre. Zeigen tut er dies an keine geringeren Autoren wie Proust, Flaubert, Kafka, Joyce, Mallarmé und Rimbaud, Tolstoi u.a.Schon in der ersten Sitzung nennt er eine conditio sine qua non des Romanschreibens: „Dieses Prinzip ist ein allgemeiner Grundsatz: Das Unerträgliche ist die Verdrängung des Subjekts – welche Risiken die Subjektivität auch enthalten mag.“ Schon allein dieser Satz macht eine Tür zu einem Diskurs auf, den wir hier aber nicht vertiefen werden. Nur soviel sei gesagt, dass Barthes im Subjekt die Möglichkeit des Imaginierens verankert: Ort der Phantasie, folgerecht meint er: „Was ich Roman nenne, ist also – vorläufig – ein Phantasieobjekt, das nicht Gegenstand irgendeiner (wissenschaftlichen, historischen, sozilogischen) Metasprache sein will.“ Der Franzose wird nun aber erst einmal nicht weiter auf den Roman als solchen eingehen, sondern das Haiko heranziehen – daher irritiert der Titel des Buches natürlich auf den ersten Blick. Doch abgesehen von der Analyse des Haikos geht es Barthes um einen zentralen Aspekt: die Imago bzw. das Bild: die Plötzlichkeit des Festhaltens (vgl. Photographie) aber (um es poetisch auszudrücken) geschwängert vom Zauber der Klarheit (der Erkenntnis), dass etwas... Daher wundert es nicht im Geringsten, dass Barthes in einer Schlusssitzung „Das Notierenswerte“ überführt in „Das Leben in der Form des Satzes“ unter Einbeziehung der aquinatischen Quidditas (Washeit, dass etwas...), das Epiphanische, Affekthafte. „Das Erscheinen der Aufzeichnung ist das Auftauchen eines Satzes > Trieb, Genießen des Notierens > Genuß daran, einen Satz hervorzubringen.“Abgesehen vom Intermezzo „Die Metapher des Labyrinths“ schwingt Barthes dann zur eigentlichen préparation du roman.Ein starkes Signal ist, dass er den Schreiber auch als Leser sieht (s. 3 Arten der Lust: Volupia, Pothos, Schreiblust). Hier nun vermisst der Franzose den Raum des Schreibens und illuminiert die konstitutiven Bereiche: Umgebung, Tageszeit und der Schreibtisch als Lebensmittelpunkt, Nahrung, Krankheit (vielleicht auch als Motiv?), Familie bzw. Liebe und Tod des Autors, Praxis des Schreibens und Askese, Formen des Schreibens (s. u. das totale Buch), Blockaden, vertreibt Vorurteile, zitiert nach Proust: „Ein Schriftsteller, der hin und wieder Genie hat (ich ergänze: der die Askese der Arbeit praktiziert), damit er die restliche Zeit das angenehme Leben eines mondänen und literarisch gebildeten Dilettanten führen kann, ist eine ebenso falsche und naive Vorstellung wie die von einem Heiligen, der sich eines höchst moralischen Lebens befleißigt, um im Paradies vulgärer Vergnügungen führen zu können.“ Auch der Roman selber wird nun ins Licht gezogen, jedoch mit keinem niedrigeren Anspruch als das Schreiben des so g. Totalen Buches (Projekt Mallarmés), woraufhin ich nur sagen kann: lese den Joyceschen „Finnegans Wake“ oder aber den Versuch der novela total „La casa verde“ (Das grüne Haus) von Mario Vargas Llosa. An dieser Stelle muss man Barthes allerdings eine leicht pseudoprofessorable Haltung zuweisen, nämlich dort, wo er besonders auf Mallarmés „Nichts“ eingeht und schreibt: „siehe dazu die Rolle Hegels in seinem Denken“ – das voraussetzt diesen Großmeister allen Denkens wenigstens stellenweise studiert zu haben, da kann man nicht einfach mal so „dazu sehen...“!Ferner geht Barthes auf diesen „Drang“ ein. „Man arbeitet an dem Werk wie ein Besessener, um es zu beenden – sobald es fertig ist, beginnt man ein anderes, unter den gleichen trügerischen Bedingungen [...].“ Diese zirkuläre Daseinsform ist zweifelsohne annehmbar. Barthes verwendet andernorts, so meine ich mich erinnern zu können, das Wort Sucht oder Droge (s. Kasuistik der Selbstsucht). Was er allerdings nicht von ihm – in Anlehnung nun an Jauß und die Konstanzer Schule (s. „Ästhetische Erfahrung und literarische Hermeneutik“) – herausgearbeitet wird, ist, dass seine von ihm selbst genannte „Schreiblust“ nichts weniger als die altgriechisch Poiesis ist, von der sich doch Poetik > Epik > Roman ableiten...Alles in allem eine groß angelegte Vermessung der Welt des Schreibens von der inneren Geburt der Imago, die zu Papier gedrängt wird – und zwar mit einer solchen Kraft, dass Autor, Mittel, Ort und Zeit geradezu zu bloßen Medien des Textes desavouieren, um Barthes’ „Tod des Autors“ zu platzieren. Zwar negiere ich diese These, da ich an die Dialektik der Poiesis, diesem Wechselspiel zwischen Drang und Form gebenden Geist glaube, gerade bei der Schaffung großer „Schreibprojekte“ wie den Roman, dennoch kristallisiert sich am Ende Barthes existenzialistische Einstellung zum Schreiben heraus: „[...] was ich unter ‚Vorbereitung des Romans’ verstehe: nämlich den Roman als Werk der Liebe, als Werk, mit dem man eine gewisse Liebe zur Welt ausdrückt.“
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