Der Sammelband vereint die 1975 und 1978 uraufgeführten Stücke "Der Präsident", "Die Berühmten", "Minetti" und "Immanul Kant". Alle Themen Thomas Bernhards finden sich hier bereits in mehr oder weniger offen ausgesprochenen Form: die Absurdität menschlicher Kommunikation, das Weltnörglertum, die Misanthropie bekannter (d.h. bei Bernhard natürlich auch immer fiktiver (vgl. "Immanuel Kant") Persönlichkeiten, der Österreich-Hass des Autors (hier in "Der Präsident" noch in etwas versteckterer Form als im späteren "Heldenplatz"; vor allem aber enthalten zumindest drei der vier versammelten Stücke eine Sprachgewalt, wie man sie 35 Jahre später manchem viel gepriesenen Gegenwartsautor nur wünschen könnte (so etwa wenn Minetti im gleichnnamigen, wohl stärksten Stück der Sammlung, das gleichzeitig ein hervorragender Einstieg in Thomas Berhards Werk ist, referiert: "... Ich hatte Angst/ Die Künstler haben alle Angst/ Angst/ Angst/ Kunst und Angst/ Diese Menschen bestimmen den Gang der Geschichte/ Gegenseitige Verletzungen wissen sie...". Wenngleich "Die Berühmten" aus meiner Sicht etwas abfällt (selbst für Anhänger Thomas Bernhards findet sich hier ungleich zu viel Anarchisches,)verdienen die Stücke fünf Sterne; die vorliegende Ausgabe bietet die Stücke leider ohne Kommentar oder Wort- oder Sacherklärungen (Lediglich je eine halbe Seite über Copyrightangaben und Uraufführungsdaten). Etwas mehr, sehr geehrte Herren Suhrkamp, wäre schon möglich gewesen: etwa ein (kleines) Vorwort, Angaben zur Entstehung und der Rezeptionsgeschichte (ggf. einige Wort- und Sacherklärungen), umso mehr als Berhard mittlerweile kein Autor der Gegenwart mehr ist, viele von ihm angesprochene Themen insb. jungen Lesern nicht mehr unmittelbar verständlich sei können. Immerhin Thomas Bernhard in Reinform.