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Mit Michael Foucault starb 1984 einer der bedeutendsten Philosophen Frankreichs. Wenigen ist es wie ihm gelungen, ihre Zeit nicht nur zu reflektieren, sondern ihr das Signum des eigenen Denkens aufzuprägen. seit Foucault sehen wir »Sexualität«, »Wahnsinn«, »Gefängnis«, »Macht« in einem anderen Licht. Das vorliegende Buch ist eine Biographie, es schildert das Leben des Philosophen. Und doch: Wenn man eine Biographie Foucaults in Angriff nimmt, tut man das, weil er Bücher geschrieben hat. Und so ist Didier Eribon mit seiner Biographie über Michel Foucault, der bisher einzigen, aufgrund ihres pro fund recherchierten Faktenreichtums, ihrer intimsten Kenntnis von Person und Werk dieses Denkers ein faszinierendes Portrait gelungen: das der rätselvollen Gestalt Michel Foucaults und mit ihr der letzten vierzig Jahre intellektueller Geschichte nicht nur in Frankreichs. EAN: 9783518395868 Farbverschnitt: Generell werden die Bücher ohne Farbverschnitt geliefert, auch wenn die Abbildungen einen Farbverschnitt zeigen. Auflage: Neuauflage Erscheinungsjahr: 2009 Produktform: Kartoniert Autoren: Eribon, Didier Übersetzung: Henschen, Hans-Horst Auflage/Ausgabe: Neuauflage Seitenzahl/Blattzahl: 533 Abbildungen: Zahlr. Fotos Keyword: 20. Jahrhundert; Biographie; Biopolitik; Diskurstheorie; Frankreich; Macht; Michel Foucault; Philosophie; Poststrukturalismus; ST 3086; ST3086; Sozialphilosophie; suhrkamp taschenbuch 3086 Fachschema: Foucault, Michel Fachkategorie: Biografien: historisch, politisch, militärisch~Biografien: Wissenschaft, Technologie und Medizin, Strukturalismus und Post-Strukturalismus Region: Frankreich Zeitraum: 20. Jahrhundert (1900 bis 1999 n. Chr.) Thema: Verstehen, Entdecken Text Sprache: ger Originalsprache: fre Verlag: Suhrkamp Verlag AG, Suhrkamp Länge: 188 mm Breite: 118 mm Höhe: 40 mm Gewicht: 506 gr Genre: Geisteswissenschaften/Kunst/Musik Herkunftsland: DEUTSCHLAND (DE)
Bewertungen & Erfahrungen
5,0 von 5,0
4 Bewertungen
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Verteilung basiert auf 4 vorliegenden Einzelbewertungen.
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Redaktion27.07.2026
testmonster.de · Redaktion
Ein absolut beeindruckendes Buch, das die Gedanken Michel Foucault auf eine Weise darstellt, die wirklich zum Nachdenken anregt. Die Tiefe der Analyse ist unglaublich und ich kann es jedem empfehlen.
Die Beschäftigung mit Michel Foucault macht neugierig auf seinen Antrieb so und nicht anders philosophiert zu haben, denn er gilt par excellence als ein Theoretiker und Denker, welcher sich zu maskieren und zu demaskieren versteht. Die zum Teil spielerische Gegensätzlichkeit mit denen Foucault sein Werk öffentlich begleitete, erklärte, neu ordnete und immer wieder explizierte, verteidigte usw. werden exemplarisch ersichtlich, wenn man diese wundervoll geschriebene Biographie zu lesen gewillt ist. Didier Eribon gelingt es spielerisch ein facettenreiches Bild von Michel Foucault zu zeichnen und seinen Weg mit den wichtigsten Höhepunkten und Herausforderungen darzustellen. Ein Wechselspiel zwischen biographischen Elementen, Karriere, Theorie und politischer Praxis lässt ein Bild entstehen: Foucault, ein Mann der an Grenzen rüttelt und sich anlegt mit den Konventionen, sich herauswagt und dem Leben stellt.Man kann viel resümieren und wird nicht umhin kommen anzuerkennen, dass Foucault seine Philosophie als Aktivität versteht, deren Ziel, wie er in einem Interview einst betont, darin besteht"anders zu denken, um anderes zu machen und anders zu werden als man ist." (S.22 / Merve Verlag / Über die Freundschaft). Das macht seine Philosophie sicherlich so attraktiv, gerade auch für die junge Generation. Nicht die systematische Strenge, sondern der Mut das eigene Denken autokritisch zu verschieben und an die Grenzen der eigenen Vorstellungen zu gehen. Und so wird sicherlich eine seiner Antworten auf die grundlegenden Motive seines Schreibens und Veröffentlichens nicht nur eine kokettierende Selbstdarstellung sein: "Ich denke niemals völlig das Gleiche, weil meine Bücher für mich Erfahrungen sind, Erfahrungen im vollsten Sinne, den man diesem Ausdruck beilegen kann. Eine Erfahrung ist etwas, aus dem man verändert hervorgeht. Wenn ich ein Buch schreiben sollte, um das mitzuteilen, was ich schon gedacht habe, ehe ich es zu schreiben begann, hätte ich niemals die Courage, es in Angriff zu nehmen. Ich schreibe nur, weil ich noch nicht weiß, was ich von dem halten soll, was mich so sehr beschäftigt. So dass das Buch ebenso mich verändert wie das, was ich denke. Jedes Buch verändert das, was ich gedacht habe, als ich das vorhergehende Buch abschloss. Ich bin ein Experimentator und kein Theoretiker. Als Theoretiker bezeichne ich jemanden, der ein allgemeines System errichtet, sei es ein deduktives oder ein analytisches, und es immer in der gleichen Weise auf unterschiedliche Bereiche anwendet. Das ist nicht mein Fall. Ich bin ein Experimentator in dem Sinne, dass ich schreibe, um mich selbst zu verändern und nicht mehr dasselbe zu denken wie zuvor." /S.52, Dits et Ecrits4/Nicht nur für Foucaultianer dürfte die Biographie also spannend sein! Viel Spaß beim Lesen!
Vorweg: Nein, hier finden wir den Philosophen NICHT in irgendwelche Fesselspiele verstrickt. Den privaten, quasi hüllenlosen Foucault gibts bei James Millers "Die Leidenschaft des Michel Foucault" zu lesen. Voyeurismus ist nicht das Ding von Didier Eribon. Doch leidenschaftlich ist seine makellose, bereits vor 20 Jahren erschienene Biografie trotzdem. Leidenschaft heisst hier aber nicht S&M, sondern Philosophie, Politik, Literatur. Und natürlich Leidenschaft für die faszinierende Persönlichkeit eines Mannes, der schon zu Lebzeiten ein Stern war - und heute als Zentralgestirn über allen Köpfen leuchtet (wenn ihnen denn ein Licht aufgegangen ist).Was ich an dieser Biografie bewunderswert finde, ist die Ausgewogenheit in der Darstellung von äusserem und innerem Antrieb, von Leben und Werk. Es gelingt Eribon, die Facetten Foucaults anschaulich zu machen: den schwierigen Charakter seiner Jugendzeit, den dandyhaften Jungdozenten, den so heiteren wie ernsthaften Professor, den zweifelnden Schriftsteller und viele mehr. Auch der Foucault, der seine Homosexualität zu verstecken wusste, kommt vor.Ist etwas über die erste Hälfte hinaus die Philosophie das grosse Leitmotiv, übernimmt diese Rolle später die Politik. Dem Wandel vom Kommunismus-Kritiker (der er allerdings bis zuletzt blieb) zum Verfechter ultralinker Positionen widmet Eribon besondere Aufmerksamkeit. Für nicht-französische Leser ist dies vielleicht ein bisschen weniger interessant. Beträchtlich ist der Gewinn aber dort, wo Foucault seine grossen Themen entwickelt. Hier führt uns Eribon mit der übersicht des wahren Experten durch das Denkgebäude, das unvollendet blieb - an dem aber immer noch gebaut wird.
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Letzte Aktualisierung: 22.10.2026 14:26 Uhr.